NZD/USD. Preisanalyse. Prognose. Geopolitische Risiken könnten das Wachstum des NZD/USD-Paares begrenzen

Heute, am Montag, zieht das Währungspaar NZD/USD zum zweiten Tag in Folge die Aufmerksamkeit der Käufer auf sich, steigt über die wichtige Marke von 0,5900 und erreicht damit ein Zwei-Monats-Hoch.

Schwache Inflationsdaten aus den USA und sich eintrübende Konsumausgaben, die in der vergangenen Woche veröffentlicht wurden, haben die Erwartungen an eine baldige Zinserhöhung durch die Federal Reserve enttäuscht. Dies wiederum schwächte den US‑Dollar und unterstützte die Aufwärtsbewegung des NZD/USD‑Paares. Der Verbraucherpreisindex (Consumer Price Index) und der Erzeugerpreisindex (Producer Price Index) in den USA deuten ebenfalls auf Anzeichen einer nachlassenden Inflation hin. Wichtig ist zudem, dass die Einzelhandelsumsätze in den USA im Juli um 0,6 % zurückgingen und damit den stärksten monatlichen Rückgang seit Mai vergangenen Jahres verzeichneten.

Auf der anderen Seite des Währungspaares erhält der Neuseeland-Dollar Unterstützung durch die restriktive Geldpolitik der Reserve Bank of New Zealand (RBNZ). Die Bank hat wiederholt die Notwendigkeit betont, die Unterstützungsmaßnahmen schrittweise zurückzufahren, sich dabei jedoch die Option auf weitere Zinserhöhungen offenzuhalten. Anhaltende geopolitische Unsicherheit sowie Inflationsrisiken im Zusammenhang mit Schwankungen der Ölpreise könnten jedoch einen stärkeren Rückgang des US‑Dollars bremsen und damit das Aufwärtspotenzial des NZD/USD‑Paares begrenzen.

Analysten von Brown Brothers Harriman stellen fest, dass das politische Umfeld für den Neuseeland-Dollar weiterhin günstig bleibt, und weisen darauf hin, dass „die Inflation über dem Zielkorridor liegt und optimistischere inländische Wachstumsprognosen zusammen mit einem Leitzins, der sich am unteren Ende der neutralen Spanne der Reserve Bank of New Zealand (2,20 %–4,10 %) bewegt, die Erwartungen weiterer Zinserhöhungen stützen“. Sie fügen hinzu, dass die Marktbewertung diese restriktive Haltung bereits weitgehend widerspiegele, da „die Swap-Kurve für die kommenden zwölf Monate bereits 75 Basispunkte an Erhöhungen auf 3,25 % eingepreist hat, was dem Neuseeland-Dollar gute Perspektiven eröffnet“.

Im Hinblick auf die Entwicklungen im Konflikt im Nahen Osten erklärte Finanzminister Scott Morrison, dass die USA sich darauf vorbereiten, wirtschaftliche Maßnahmen gegen den Iran zu ergreifen, die bislang noch nicht umgesetzt wurden, und dass in dieser Richtung bereits in dieser Woche neue Schritte zu erwarten seien. Zudem erhöht die Konfrontation zwischen den USA und dem Iran, zusammen mit der faktischen Schließung der Straße von Hormus, das Risiko militärischer Auseinandersetzungen und stützt die Ölpreise. Dies setzt zusätzlichen Grenzen für Short-Positionen im US‑Dollar und bremst das Wachstum des NZD/USD‑Paares.

Nichtsdestotrotz deutet das positive fundamentale Umfeld darauf hin, dass der Weg des geringsten Widerstands für das Währungspaar weiterhin nach oben gerichtet ist. Daher dürfte jede mögliche Korrektur durch neue Kaufgelegenheiten begrenzt sein.

Um bessere Handelschancen zu identifizieren, sollte den Veröffentlichungen der makroökonomischen Daten Chinas besondere Aufmerksamkeit geschenkt werden. Im Anschluss daran kann der Fokus auf das Protokoll der FOMC-Sitzung gerichtet werden, das am Mittwoch veröffentlicht wird und kurzfristig erheblichen Einfluss auf die Bewegung des US-Dollars und des NZD/USD-Paares haben wird.

Aus technischer Sicht sind die Oszillatoren positiv und bestätigen den Vorteil der Bullen am Markt. Das nächste Ziel für die Bullen liegt bei 0,5935. Unterstützung bietet der 9-Tage-EMA im Bereich von 0,5870. Die nachfolgende Tabelle zeigt die prozentuale Veränderung des Werts des neuseeländischen Dollars gegenüber den wichtigsten Währungen heute, wobei der neuseeländische Dollar die größte Stärke gegenüber dem US-Dollar aufweist.