EUR/USD – 18. August: Risiko einer neuen Eskalation nimmt zu

Am Montag drehte das Währungspaar EUR/USD in der Nähe des 100,0%-Korrekturlevels bei 1,1620 zugunsten des US-Dollars nach unten und begann, sich in Richtung des 76,4%-Korrekturlevels bei 1,1551 zu bewegen. Ein heutiger Rückprall der Kurse vom Niveau 1,1551 würde den Euro begünstigen und einen erneuten Anstieg in Richtung 1,1620 unterstützen. Eine Konsolidierung unterhalb der Marke von 1,1551 würde die Wahrscheinlichkeit weiterer Rückgänge erhöhen und könnte das Ende des „bullischen“ Trends einleiten.

Die Wellenstruktur im Stundenchart bleibt „bullisch“. Die letzte abgeschlossene Abwärtswelle konnte das vorherige Tief nicht unterschreiten, während die neue Aufwärtswelle das vorherige Hoch durchbrochen hat. Alle aktuellen Wellen sind extrem klein. Die geopolitischen Entwicklungen haben die Hoffnung auf eine Wiedereröffnung der Straße von Hormus geweckt, während Iran, die Vereinigten Staaten und Oman versuchen, eine Einigung über die Kontrolle dieser strategisch wichtigen Wasserstraße zu erzielen. Die Erfolgsaussichten bleiben jedoch begrenzt, und die „hawkishen“ Markterwartungen in Bezug auf die Geldpolitik des FOMC lassen nach.

Der fundamentale Hintergrund am Montag ermöglichte es den Bullen, ihre Angriffe fortzusetzen, doch unerwartete Informationen aus dem Iran deuteten darauf hin, dass Teheran in naher Zukunft versuchen könnte, die US-Blockade der Straße von Hormus zu durchbrechen. Ich möchte gleich anmerken, dass diese Informationen inoffiziell sind, sodass unklar bleibt, ob es sich um tatsächliche Pläne der iranischen Regierung handelt oder lediglich um den Versuch, die Vereinigten Staaten einzuschüchtern. Meiner Ansicht nach hätte jede neue Eskalation des Konflikts äußerst schwerwiegende Folgen. Donald Trump ist derzeit gezwungen, auf neue Angriffe gegen Iran zu verzichten, da bestimmte Raketentypen und Waffen fehlen. Sollte Iran jedoch die US-Marine angreifen, wäre Washington zu einer Reaktion gezwungen. Die benötigten Raketen würden dann sehr schnell gefunden, notfalls auch bei Verbündeten. Daraus lässt sich leicht schließen, dass jede neue Konfrontation zwischen den USA und Iran zu weiteren Ölpreisanstiegen führen und die Inflation noch stärker beschleunigen würde. Die EZB könnte auf eine solche Entwicklung mit einer Straffung der Geldpolitik reagieren, doch ob die Fed dasselbe tun würde, bleibt eine große offene Frage. Ich gehe davon aus, dass jede neue Eskalation in der Nähe der Straße von Hormus nun eher gegen den Dollar wirken würde, anstatt ihn zu stützen – anders als in der ersten Hälfte des Jahres 2026.

Auf dem 4-Stunden-Chart hat sich das Paar oberhalb des abwärtsgerichteten Trendkanals konsolidiert, was nicht nur auf eine „bullische“ Attacke, sondern auf einen umfassenden „bullischen“ Vorstoß und Trend hindeutet. Ein erneuter Abprall der Kurse vom Niveau bei 1,1514 ermöglicht den Bullen abermals den Angriff. Auf keinem Indikator sind neue sich bildende Divergenzen erkennbar. Eine Konsolidierung oberhalb des Niveaus von 1,1578 würde auf eine weitere Aufwärtsbewegung in Richtung des 50,0%-Fibonacci-Levels bei 1,1630 hindeuten, doch derzeit würde ich dem Stunden-Chart mehr Aufmerksamkeit schenken.

Commitments of Traders (COT) Report:

In der letzten Berichts­woche haben professionelle Händler 4.661 Long-Positionen und 2.742 Short-Positionen geschlossen. In den sieben Wochen im Februar und März ist der überwältigende Vorteil der Bullen infolge des Kriegs im Iran verschwunden, während sich die Lage in den vergangenen zwanzig Wochen vor dem Hintergrund eines trügerischen Waffenstillstands und der Markterwartungen eines Kriegsendes stärker ausgeglichen hat. Die Gesamtzahl der von Spekulanten gehaltenen Long-Positionen liegt derzeit bei 197.000, während die Short-Positionen 257.000 betragen. Die Bären übernehmen damit wieder die Führung.

Insgesamt zeigen große Marktteilnehmer langfristig weiterhin ein erhebliches Interesse am Euro. Selbstverständlich beeinflussen globale Ereignisse unterschiedlichster Art, die in den letzten Jahren zahlreich waren, die Anlegerstimmung. Der Markt beobachtet derzeit insbesondere die Entwicklungen im Nahen Osten genau, wo der Krieg scheinbar endet, um dann wieder aufzuflammen. Zunächst ignorierte der Markt den Waffenstillstand und später auch die Wiederaufnahme der Kampfhandlungen. Daher bestimmt die Geopolitik nicht mehr allein die Richtung des US-Dollar.

Wirtschaftskalender für die USA und die Europäische Union:Europäische Union – ZEW Konjunkturerwartungen (09:00 UTC).Deutschland – ZEW Konjunkturerwartungen (09:00 UTC).USA – Wöchentlicher ADP-Bericht zur Beschäftigungsentwicklung (12:15 UTC).USA – Anzahl erteilter Baugenehmigungen (12:30 UTC).USA – Baubeginne (12:30 UTC).USA – Veränderung der Industrieproduktion (13:15 UTC).

Der Wirtschaftskalender für den 18. August umfasst sechs Ereignisse, aber keines davon kann ich als wichtig einstufen. Der Einfluss des konjunkturellen Umfelds auf die Marktstimmung dürfte am Dienstag eher gering ausfallen.

EUR/USD Prognose und Handelstipps:

Kaufgelegenheiten bieten sich heute nach einem Abprall vom Niveau von 1,1551 im Stundenchart mit einem Ziel bei 1,1620 an. Verkaufgelegenheiten ergeben sich nach einer Konsolidierung unterhalb des Niveaus von 1,1551 im Stundenchart mit einem Ziel bei 1,1507.

Die Fibonacci-Gitter sind im Stundenchart von 1,1620 bis 1,1325 und im 4-Stunden-Chart von 1,1411 bis 1,1850 eingezeichnet.