GBP/USD-Überblick. 19. August. Das Pfund bleibt von der Arbeitslosigkeit unbeeindruckt und wartet auf die Inflation

Das Währungspaar GBP/USD notierte am Dienstag niedriger, was sich leicht erklären lässt. Am Morgen wurde der britische Arbeitsmarktbericht für Juni veröffentlicht, der schwächer ausfiel als von Analysten und vom Markt erwartet. Der Markt hatte mit einem Rückgang der Arbeitslosenquote auf 4,8 % gerechnet, tatsächlich blieb sie jedoch unverändert bei 4,9 %. Infolgedessen verlor die britische Währung den gesamten Tag über an Boden, allerdings blieb die Volatilität erneut relativ gering: Das Minus des Pfunds belief sich lediglich auf einige Dutzend Pips. Was sind schon ein paar Dutzend Pips für das britische Pfund? Im Grunde nur gewöhnliches Marktrauschen oder eine technische Gegenbewegung.

Für die britische Währung steht heute ein Schlüsselerlebnis an. Der britische Verbraucherpreisindex (CPI) ist von großer Bedeutung, da die Bank of England zu den Zentralbanken gehört, die bei Bedarf die Geldpolitik straffen können. Wenn die Inflation in den USA wieder anzuziehen beginnt, würden wir an der Bereitschaft der Federal Reserve zur Straffung der Geldpolitik zweifeln. Sollte sich die Inflation hingegen im Vereinigten Königreich beschleunigen, könnte die BoE den Leitzins schon bald anheben.

Die Frage ist, wie stark die Inflation steigen wird und ob der Anstieg ausreicht, um eine Zinserhöhung zu rechtfertigen. Es ist wichtig zu verstehen, dass die BoE eine einmalige Beschleunigung der Verbraucherpreise höchstwahrscheinlich ignorieren wird. In dieser Hinsicht ist der Trend wichtiger als einzelne Datenveröffentlichungen. Man kann sagen, dass die Inflation im Vereinigten Königreich praktisch gar nicht auf die Energiekrise und den Krieg im Nahen Osten reagiert hat. Derzeit liegt sie nur bei 2,6 % und damit sogar unter dem Niveau der Europäischen Union. Ein Anstieg der Inflation auf 2,9 % oder 3 % dürfte die „hawkishen“ Markterwartungen daher kaum stärken. Sollte die Inflation jedoch die Marke von 3 % überschreiten, könnte das britische Pfund gegenüber dem US-Dollar deutlich aufwerten, da die BoE einer Zinserhöhung dann erneut wesentlich näher wäre als die Fed. Eine Inflation unter 2,9 % dürfte hingegen Druck auf das Pfund ausüben, da sich die Märkte auf eine Rückkehr zur geldpolitischen Lockerung im Vereinigten Königreich einstellen.

Damit wird die Inflation die Marktstimmung gegenüber dem britischen Pfund bestimmen, zugleich darf aber nicht vergessen werden, dass das Schicksal des Währungspaares GBP/USD in weiten Teilen eher vom Dollar als vom Pfund abhängt. Derzeit gibt es deutlich mehr Faktoren, die für das Pfund sprechen, als für den US-Dollar. Wir gehen weiterhin davon aus, dass die britische Währung steigen wird, zumindest auf Basis der technischen Signale in den Wochen- und Tagescharts. Das britische Pfund bewegt sich seit über einem Jahr in einer Spanne von 1,3150–1,3780, was auf einen Seitwärtsmarkt hindeutet. Die Bewegung von der unteren zur oberen Begrenzung hält an und ist noch nicht abgeschlossen. Damit könnte das Pfund rein aus technischer Sicht einen Anstieg bis nahe dem Bereich um 1,39 verzeichnen. Seitwärtsphasen treten nicht nur in kleineren, sondern auch in höheren Zeitrahmen auf, und jede Seitwärtsbewegung besteht aus zufälligen Schwankungen.

Die durchschnittliche Volatilität des GBP/USD-Paares in den vergangenen fünf Handelstagen lag mit Stand 19. August bei 51 Pips. Für das Pfund/US-Dollar-Paar gilt dieser Wert als „niedrig“. Am Mittwoch, dem 19. August, erwarten wir eine Bewegung des Paares innerhalb einer Spanne zwischen 1,3487 und 1,3589. Der obere lineare Regressionstrendkanal ist abwärtsgerichtet, was auf einen Abwärtstrend hindeutet. Der CCI-Indikator ist zum dritten Mal in den überkauften Bereich eingetreten und warnt damit vor einer möglichen Korrektur.

Nächste Unterstützungsniveaus:S1 – 1,3489S2 – 1,3428S3 – 1,3367Nächste Widerstandsniveaus:R1 – 1,3550R2 – 1,3611R3 – 1,3672Handelsempfehlungen:

Das Währungspaar GBP/USD befindet sich weiterhin in einem Aufwärtstrend. Die Politik von Trump wird weiterhin Druck auf die US-Wirtschaft ausüben, daher erwarten wir kein langfristiges Wachstum des US-Dollar. Das Jahr 2026 war aufgrund der Geopolitik äußerst positiv für den Dollar, doch jedes Märchen geht einmal zu Ende. Im Wochenchart hält sich der Markt in einer Seitwärtsbewegung zwischen den Niveaus 1,3150 und 1,3780, eingebettet in einen vierjährigen Aufwärtstrend, was die Erwartung eines anhaltenden mittelfristigen Aufwärtspotenzials für die britische Währung stützt. Long-Positionen mit Kurszielen bei 1,3589 und 1,3611 können in Betracht gezogen werden, wenn sich der Kurs oberhalb des gleitenden Durchschnitts befindet. Notiert der Kurs unterhalb der Linie des gleitenden Durchschnitts, können Short-Szenarien mit Zielen bei 1,3428 und 1,3367 in Erwägung gezogen werden.

Erläuterungen zu den Abbildungen:Lineare Regressionstrendkanäle helfen, den aktuellen Trend zu bestimmen. Wenn beide in dieselbe Richtung zeigen, ist der Trend derzeit stark.Die Linie des gleitenden Durchschnitts (Einstellungen 20, 0, smoothed) definiert den kurzfristigen Trend und die Richtung, in die aktuell gehandelt werden sollte.Murray-Level stellen Zielmarken für Bewegungen und Korrekturen dar.Volatilitätsniveaus (rote Linien) zeigen den wahrscheinlichen Preiskanal an, in dem sich das Paar am nächsten Tag auf Basis der aktuellen Volatilität bewegen wird.Ein Eintritt des CCI-Indikators in den überverkauften Bereich (unter -250) oder in den überkauften Bereich (über +250) deutet darauf hin, dass eine Trendwende in die entgegengesetzte Richtung näher rückt.