EUR/USD ist am Dienstag leicht gefallen, allerdings wurden im Tagesverlauf keine Signale generiert. Heute könnte die Aufwärtsbewegung sich in Richtung des 100,0%-Retracement-Levels bei 1,1620 fortsetzen. Ein Rückprall von diesem Niveau würde den US‑Dollar begünstigen und einen Rückgang in Richtung des 76,4%-Fibonacci-Levels bei 1,1551 unterstützen. Eine Konsolidierung oberhalb von 1,1620 würde es den Tradern ermöglichen, auf eine weitere Aufwärtsbewegung in Richtung des 127,2%-Retracement-Levels bei 1,1700 zu setzen.
Die Wellenstruktur im Stundenchart bleibt „bullisch“. Die zuletzt abgeschlossene Abwärtswelle hat das vorherige Tief nicht unterschritten, während die neue Aufwärtswelle das vorherige Hoch durchbrochen hat. Alle Wellen sind derzeit äußerst klein. Geopolitische Entwicklungen haben die Hoffnung auf eine Wiedereröffnung der Straße von Hormus geweckt, während Iran, die Vereinigten Staaten und Oman versuchen, eine Vereinbarung über die Kontrolle der strategisch wichtigen Meerenge zu erzielen. Die Erfolgsaussichten sind jedoch begrenzt, während sich die „hawkishen“ Markterwartungen in Bezug auf die Geldpolitik des FOMC abschwächen.
Das fundamentale Umfeld war am Dienstag eher schwach und zog die Aufmerksamkeit der Trader nicht auf sich. Der ZEW-Index der Konjunkturerwartungen für die Europäische Union lag mit 31,4 Punkten über den erwarteten 25,4 Punkten, während die US-Daten zu Baubeginnen und Baugenehmigungen ein gemischtes Bild zeigten. Damit hätte der Euro mit einem leichten Anstieg rechnen können, doch der Markt zog es vor, auf wichtigere Nachrichten zu warten. Es ist eher unwahrscheinlich, dass diese heute kommen. Die Rede von Christine Lagarde ist ein wichtiges Ereignis, doch alles wird davon abhängen, ob Lagarde Hinweise auf die geldpolitische Entscheidung der EZB im September gibt. Die am Abend veröffentlichten FOMC-Protokolle sollten zeigen, wie „hawkish“ die Haltung der Notenbank aktuell ist; aus meiner Sicht sind diese Protokolle jedoch „chronisch verspätet“. Die Fed-Sitzung fand vor drei Wochen statt. Seitdem wurden enttäuschende Daten zu den Nonfarm Payrolls und zum Verbraucherpreisindex veröffentlicht – enttäuschend für den Dollar. Daher könnte die Haltung der Fed jetzt völlig anders sein als vor drei Wochen. Und selbst Ende Juli war sie nicht „hawkish“.
Im 4-Stunden-Chart hat sich das Paar oberhalb des abwärtsgerichteten Trendkanals gefestigt. Das deutet nicht nur auf einen „bullischen“ Angriff hin, sondern auf einen ausgewachsenen „bullischen“ Vorstoß und Trend. Der erneute Abprall vom Niveau bei 1,1514 ermöglicht es den Bullen, ihre Aufwärtsbewegung fortzusetzen. In keinem Indikator sind derzeit neue aufkommende Divergenzen zu erkennen. Eine Konsolidierung oberhalb von 1,1578 würde es Tradern erlauben, mit einem weiteren Anstieg in Richtung des 50,0%-Fibonacci-Levels bei 1,1630 zu rechnen, aber aktuell würde ich dem Stunden-Chart mehr Beachtung schenken.
Commitments of Traders (COT) Report:
In der letzten Berichtswoche schlossen professionelle Händler 4.661 Long-Positionen und 2.742 Short-Positionen. Innerhalb von sieben Wochen im Februar und März ist der zuvor deutliche Vorteil der Bullen aufgrund des Kriegs im Iran verpufft, während sich die Lage in den vergangenen zwanzig Wochen im Zuge der angenommenen Waffenruhe und der Markthoffnungen auf ein Kriegsende wieder stärker ausgeglichen hat. Die Gesamtzahl der von Spekulanten gehaltenen Long-Positionen liegt derzeit bei 197.000, die der Short-Positionen bei 257.000. Die Bären übernehmen damit erneut die Führung.
Langfristig betrachtet zeigen große Marktteilnehmer insgesamt weiterhin ein stärkeres Interesse am Euro. Natürlich wirken sich die vielfältigen Ereignisse rund um den Globus, die in den vergangenen Jahren zahlreich waren, auf die Stimmung der Investoren aus. Aktuell beobachtet der Markt insbesondere die Lage im Nahen Osten genau, wo der Krieg scheinbar endet, nur um dann erneut aufzuflammen. Zunächst ignorierte der Markt die Waffenruhe, danach ignorierte er die Wiederaufnahme der Kämpfe. Damit bestimmt die Geopolitik nicht mehr allein das Schicksal des Dollars.
Terminkalender für die Vereinigten Staaten und die Europäische Union:
Europäische Union – Rede von EZB-Präsidentin Christine Lagarde (07:10 UTC).Europäische Union – Verbraucherpreisindex (09:00 UTC).Vereinigte Staaten – FOMC-Sitzungsprotokoll (18:00 UTC).Der Wirtschaftskalender für den 19. August umfasst drei Veröffentlichungen, von denen ich jedoch keine als bedeutend einstufen kann. Der Einfluss des fundamentalen Umfelds auf die Marktstimmung dürfte am Mittwoch eher gering ausfallen.
EUR/USD-Prognose und Handelsempfehlungen:
Käufe des Währungspaares sind heute nach einem Rebound von 1,1551 im Stundenchart mit einem Ziel bei 1,1620 möglich. Short-Positionen kommen in Betracht, wenn sich das Paar im Stundenchart unterhalb von 1,1551 etabliert, mit einem Ziel bei 1,1507.
Die Fibonacci-Raster sind im Stundenchart von 1,1620–1,1325 und im 4-Stunden-Chart von 1,1411–1,1850 gezogen.