XAU/USD – Preisanalyse und Prognose: Gold verzeichnet eine moderate Erholung

Gold (XAU/USD) bewegt sich weiterhin in derselben Seitwärtsrange. Der US‑Dollar zieht nach wie vor Verkäufer an und scheint die bislang recht erfolgreiche Erholung seit dem Erreichen eines Zwei‑Monats‑Tiefs zu verlangsamen, was den Hauptstützungsfaktor für das Edelmetall darstellt. Dennoch sollten Bullen mit dem Eingehen von Long‑Positionen warten, bis zusätzliche Signale zu den nächsten Schritten der US‑Notenbank Federal Reserve vorliegen.

Marktteilnehmer sollten auf die bevorstehende Veröffentlichung des Protokolls der FOMC‑Sitzung achten, vor dem Hintergrund einer durch steigende Energiepreise und die Krise im Nahen Osten ausgelösten Inflationsunsicherheit. Tatsächlich haben die Ölpreise angesichts zunehmender Spannungen zwischen den Vereinigten Staaten und Iran in Bezug auf die strategisch wichtige Straße von Hormus ein fast dreiwöchiges Hoch erreicht. Präsident Donald Trump bestätigte, dass die Vereinigten Staaten keine Verhandlungen mit Iran führen und dass die Seeblockade iranischer Häfen weiterhin besteht. Zudem veröffentlichte Trump in sozialen Netzwerken eine Karte, auf der die Straße von Hormus als neues US‑Territorium dargestellt ist.Auf der anderen Seite erklärte der Sprecher des iranischen Parlaments, Mohammad Bagher Ghalibaf, dass diese wichtige Wasserstraße so lange geschlossen bleibe, bis die Vereinigten Staaten die im Memorandum of Understanding vom Juni festgelegten Bedingungen erfüllten. Dies stützt die geopolitische Risikoprämie und trägt zu höheren Ölpreisen bei, was die Inflationssorgen verstärkt und die Rendite 30‑jähriger US‑Anleihen auf den höchsten Stand seit Juni 2007 treibt. Außerdem zeigt das FedWatch Tool der CME Group, dass Marktteilnehmer weiterhin mit einer Wahrscheinlichkeit von rund 68 % eine Zinserhöhung der Fed bis zum Jahresende einpreisen.

Analysten von ING stellen fest, dass der US Dollar Index (DXY) sich „von seinem Monatstief erholt“ habe, und betonen, dass „der Dollar noch nicht bereit für einen nachhaltigen Rückgang“ sei. Sie nennen „höhere Energiepreise und steigende Renditen 30‑jähriger US‑Staatsanleihen“ als zwei Schlüsselfaktoren, die kurzfristig Unterstützung geben, und merken an, dass „falls diese Faktoren anhalten, die Frage einer Zinserhöhung der Fed im September wieder relevant werden könnte“.

Mit Blick auf den Energiesektor hebt ING hervor, dass „Meldungen, wonach Washington offenbar nicht bereit ist, die 60‑tägige Waffenruhe mit Iran zu verlängern, zu weiteren Anstiegen der Öl‑ und Gaspreise beigetragen haben“. Zwar könne „niemand die Richtung der nächsten größeren Bewegung bei den Energiepreisen vorhersagen“, doch die Bank stellt fest, dass „höhere Energiepreise für den Dollar positiv sind – sowohl aufgrund der Energieunabhängigkeit der USA als auch wegen der Reaktion der Fed“.

Darüber hinaus könnte die anhaltende geopolitische Unsicherheit Bären davon abhalten, neue Positionen gegen den US‑Dollar aufzubauen, was zu einem vorsichtigen Vorgehen bei der Positionierung auf einen möglichen weiteren Anstieg der Edelmetallpreise mahnt.

Aus technischer Sicht hat XAU/USD Schwierigkeiten, sich oberhalb der 9‑Tage‑EMA zu halten, und notiert deutlich unter dem 200‑Tage‑Simple Moving Average (SMA). Dies erhält den kurzfristig bärischen Bias aufrecht, obwohl sich das Metall nahe seinen jüngsten Höchstständen konsolidiert. Gleichzeitig sind die Oszillatoren positiv und bestätigen den Vorteil der Bullen. Der Widerstand liegt bei 4450, gefolgt vom 200‑Tage‑SMA. Die 9‑Tage‑EMA wirkt als Unterstützung, gefolgt von der runden Marke von 4300, an der die 200‑Tage‑EMA verläuft.