Gestern ist der US‑Dollar gegenüber allen risikoreichen Anlagen stark eingebrochen und hat sogar gegenüber dem japanischen Yen an Boden verloren.
Obwohl das Protokoll der FOMC‑Sitzung im Juli deutlich „hawkisher“ ausfiel als der eigentliche Zinsentscheid, gab der Dollar deutlich nach – vor allem aufgrund der Entscheidung des US‑Finanzministeriums, das Volumen der Anleiherückkäufe zu erhöhen. Das Protokoll schlug einen straffen Ton an, da der Leitzins bereits zum fünften Mal in Folge in der Spanne von 3,50 %–3,75 % belassen wurde, die Abstimmung aber mit neun zu drei Stimmen ausging. Harker, Kashkari und Logan sprachen sich für eine Anhebung um 25 Basispunkte aus. Es ist das erste Mal seit September 2016, dass drei Teilnehmer in dieselbe Richtung von der Mehrheitsmeinung abweichen – ein Zeichen für die wachsende Spaltung innerhalb der Notenbank.
Der Markt richtete den Blick jedoch weniger auf die Rhetorik der Federal Reserve als auf die Maßnahmen des Treasury. Die Ausweitung der Anleiherückkäufe erhöht die Nachfrage nach Schuldtiteln und führt zusätzliche Liquidität zu, was die Renditen unter Druck setzt und den Dollar schwächt. Dieser Effekt überwog die „hawkische“ Botschaft aus dem Protokoll. Deshalb geriet die US‑Währung trotz der Argumente für eine Straffung der Geldpolitik unter Druck. Für Euro und Pfund war diese Konstellation stützend: Die Dollarschwäche ermöglichte beiden europäischen Währungen eine Aufwertung, und EUR/USD sowie GBP/USD stiegen – ein Ausdruck der nachlassenden Nachfrage nach dem US‑Dollar. Die Nachhaltigkeit dieses Anstiegs bleibt jedoch fraglich, da der restriktive Kurs der Fed weiterhin ein Thema ist. Rückt die Aussicht auf eine Zinserhöhung wieder in den Vordergrund, könnte der Dollar seine Verluste rasch aufholen.
Heute richtet sich der Fokus beim Euro auf den deutschen Erzeugerpreisindex sowie den Monatsbericht der Bundesbank. Der Erzeugerpreisindex bildet die Entwicklung der Erzeugerpreise ab und dient als ein frühes Inflationssignal, da steigende Kosten der Unternehmen früher oder später an die Verbraucherpreise weitergereicht werden. Der Bundesbank‑Bericht wiederum liefert die Einschätzung der deutschen Zentralbank zur aktuellen Lage und zu den Konjunkturperspektiven, die der Markt heranzieht, um die Stimmung in Bezug auf den Kurs der EZB zu beurteilen.
Für den Euro sind diese Daten unmittelbar relevant, zumal sich die Inflation im Euroraum zuletzt wieder beschleunigt hat, maßgeblich getrieben durch steigende Energiepreise. Ein Anstieg der Erzeugerpreise in Verbindung mit zuversichtlichen Prognosen der Zentralbank könnte eine neue Aufwertungswelle des Euro gegenüber dem Dollar auslösen, da dies die Erwartungen an eine „hawkischere“ Haltung der Europäischen Zentralbank verstärken würde. Schwache Zahlen würden diese Erwartung dämpfen; entsprechend wird das Währungspaar EUR/USD vor allem darauf reagieren, ob die Daten auf anhaltenden Inflationsdruck hindeuten.
Beim Pfund ist der heutige Datenkalender auf den Bericht zur Entwicklung der Industrieaufträge der Confederation of British Industry begrenzt. Dieser Indikator basiert auf Umfragen unter Industrieunternehmen und zeigt die Differenz zwischen der Zahl steigender und sinkender Aufträge an; er fungiert damit als früher Indikator für die Verfassung des verarbeitenden Gewerbes. Im Vergleich zu Berichten über Inflation, Arbeitsmarkt oder BIP, die die Erwartungen an den Leitzins der Bank of England maßgeblich prägen, ist seine Bedeutung jedoch deutlich geringer. Entsprechend rechnen wir nicht mit einer starken Reaktion der britischen Währung.
Nur eine deutliche negative Abweichung von den Prognosen der Volkswirte könnte Druck auf das Währungspaar GBP/USD ausüben. Fällt der Auftragseingang schwächer aus als erwartet, würde dies das Vertrauen in die Widerstandskraft der Industrie untergraben und auf dem Pfund lasten. Ergebnisse im Rahmen der Erwartungen hingegen dürften vom Markt weitgehend ignoriert werden.
Wenn die Daten im Rahmen der Prognosen der Ökonomen liegen, ist es sinnvoller, nach der Mean‑Reversion‑Strategie zu agieren. Fallen die Werte signifikant über oder unter den Erwartungen aus, bietet sich eher der Einsatz der Momentum‑Strategie an.
Momentum‑Strategie (Breakout): Für EUR/USDKauf bei einem Ausbruch über 1,1684, was zu einem Anstieg des Euro in den Bereich von etwa 1,1701 und 1,1721 führen kann.Verkauf bei einem Ausbruch unter 1,1659, was zu einem Rückgang des Euro in den Bereich von etwa 1,1638 und 1,1613 führen kann.Für GBP/USDKauf bei einem Ausbruch über 1,3628, was zu einem Anstieg des Pfunds in den Bereich von etwa 1,3649 und 1,3675 führen kann.Verkauf bei einem Ausbruch unter 1,3589, was zu einem Rückgang des Pfunds in den Bereich von etwa 1,3569 und 1,3546 führen kann.Für USD/JPYKauf bei einem Ausbruch über 158,57, was zu einem Anstieg des Dollars in den Bereich von etwa 158,83 und 159,13 führen kann.Verkauf bei einem Ausbruch unter 158,28, was zu einer Dollar‑Abwertung in den Bereich von etwa 157,93 und 157,69 führen kann.Mean‑Reversion‑Strategie (Rückkehr zum Mittelwert):Für USD/CADAuf Short-Positionen achten, nachdem ein Ausbruch über 1,3812 scheitert und der Kurs wieder unter dieses Niveau fällt.Auf Long-Positionen achten, nachdem ein Ausbruch unter 1,3781 scheitert und der Kurs zu diesem Niveau zurückkehrt.