EUR/USD – Kursanalyse und Prognose: Fallende US-Anleiherenditen schwächen den US‑Dollar

Heute, am Donnerstag, peilt EUR/USD einen Ausbruch über die runde Marke von 1,1700 an und hat sie fast erreicht. Der US‑Dollar zeigt sich schwach, nachdem die Renditen von US‑Staatsanleihen am Vortag deutlich auf ein Drei-Monats-Tief gefallen sind, was sich zu einem Schlüsselfaktor entwickelt hat, der den Rückgang des Währungspaares begrenzt.

Der Rückgang der Renditen erfolgte vor dem Hintergrund von Interventionen des U.S. Treasury zur Stützung des Anleihemarktes. Das Ministerium kündigte Pläne an, ab September die Käufe von langfristigen Staatsanleihen zu verdoppeln, um den Anstieg der Kreditkosten einzudämmen.

Dennoch zeigten die Protokolle der FOMC-Sitzung vom 28.–29. Juli, dass die Verantwortlichen der Federal Reserve die Bedeutung einer baldigen Anhebung der Leitzinsen betonten, falls bei der Bekämpfung der Inflation keine weiteren Fortschritte erzielt werden können. Dies gewinnt vor dem Hintergrund steigender Inflationsrisiken infolge höherer Ölpreise besondere Relevanz und stärkt die Markterwartung, dass die U.S. Federal Reserve die Zinsen mindestens einmal im Jahr 2026 anheben könnte. Zudem stützen geopolitische Faktoren den Dollar weiterhin als sicheren Hafen.

In den neuesten Meldungen kündigte Präsident Donald Trump den Start der „vernichtendsten Wirtschaftsoperation“ gegen den Iran an und drohte mit harten Finanzsanktionen gegen jedes Land, das Teheran bei der Umgehung der Sanktionen hilft oder Geschäfte mit dem islamistischen Staat tätigt. Darüber hinaus stehen die Vereinigten Staaten und der Iran weiterhin im Konflikt um die Straße von Hormus, was zusätzlichen Aufwärtsdruck auf die Ölpreise ausübt und den Dollar stützt.

Gleichzeitig wird der Rückgang von EUR/USD durch die Erwartung begrenzt, dass die European Central Bank (ECB) auf ihrer anstehenden September-Sitzung ihren Zyklus der geldpolitischen Straffung fortsetzen wird. Dies sorgt für Unterstützung einer weiteren Aufwertung der Gemeinschaftswährung und untermauert den positiven Ausblick für EUR/USD.

Heute könnten Trader in der Nordamerikanischen Sitzung Impulse für das Währungspaar aus den anstehenden U.S.-Konjunkturdaten erwarten.

Aus technischer Sicht gilt ein Ausbruch über den wichtigen 200‑Tage Simple Moving Average (SMA) als entscheidender Auslöser für EUR/USD‑Bullen. Dies würde zugleich den Weg für weitere Kursgewinne in Richtung 1,1733 ebnen. Auf der Unterseite liegt die nächste Unterstützung am 200‑Tage Moving Average bei etwa 1,1630, während tiefere Unterstützungszonen am 100‑Tage SMA und am 200‑Tage EMA zu finden sind.

Die nachstehende Tabelle zeigt die prozentuale Veränderung des Euro gegenüber den wichtigsten Währungspaaren in diesem Monat. Der Euro hat gegenüber dem U.S. Dollar die größte Stärke gezeigt.