Im Stundenchart setzte GBP/USD am Mittwoch seine Aufwärtsbewegung fort und erreichte bis zum Tagesende nahezu die Widerstandszone bei 1,3633–1,3641. Ein Abprall von dieser Zone würde den US‑Dollar begünstigen und einen Rückgang in Richtung des Fibonacci‑Niveaus von 100,0 % bei 1,3556 erwarten lassen. Eine Konsolidierung oberhalb dieser Zone würde es den Händlern ermöglichen, mit einer weiteren Aufwärtsbewegung in Richtung des nächsten Retracement‑Niveaus von 161,8 % bei 1,3731 zu rechnen.
Die Marktsituation bleibt bullisch. Die letzte abgeschlossene Abwärtswelle hat das vorherige Tief nicht unterschritten, während die letzte Aufwärtswelle (noch nicht abgeschlossen) das vorherige Hoch überwunden hat. Damit haben derzeit die Bullen die Initiative am Markt, und ihr Vorteil verstärkt sich von Tag zu Tag. Der bullishen Trend kann erst dann als gebrochen gelten, wenn das Tief der letzten abgeschlossenen Welle unterschritten wird, also unterhalb von 1,3414, oder nachdem sich zwei Abwärtswellen gebildet haben.
Das fundamentale Umfeld am Mittwoch war widersprüchlich, uneindeutig und überraschend. Früh am Morgen wurden die Verbraucherpreisindizes für Juli im Vereinigten Königreich veröffentlicht, die bullische Trader für einen weiteren Vorstoß hätten nutzen können. Der Anstieg des Pfunds begann jedoch erst in der zweiten Tageshälfte und nicht bereits am Morgen. Die Kern- und Gesamtinflationsdaten wichen nur sehr geringfügig von den Markterwartungen ab, und die Prognosen der Trader für die Juli-Werte erwiesen sich weitgehend als zutreffend. Nichtsdestotrotz hat sich die Inflation im Vereinigten Königreich beschleunigt, wodurch sich die Wahrscheinlichkeit einer geldpolitischen Straffung durch die Bank of England leicht erhöht hat. Dies liefert einen Ansatzpunkt für eine Aufwertung des Pfunds. Am Abend wurden die Protokolle der FOMC-Sitzung im Juli veröffentlicht, doch der Aufwärtstrend des Pfunds hatte bereits lange vor diesem Ereignis eingesetzt. Die Protokolle können als hawkish gewertet werden, da die meisten Notenbanker eine geldpolitische Straffung in Erwägung zogen, falls der disinflationäre Prozess zum Stillstand kommen sollte. Gleichzeitig können die Protokolle jedoch als überholt und nicht mehr aktuell angesehen werden, da die Fed-Sitzung bereits drei Wochen zurückliegt. Der US‑Dollar verlor im Tagesverlauf an Wert, sodass es durchaus nachvollziehbar war, dass der Markt den FOMC-Protokollen nur geringe Beachtung schenkte. Der entscheidende Faktor war letztlich die Entscheidung des US‑Finanzministeriums, ein Programm der quantitativen Lockerung (QE) umzusetzen, indem die Käufe von langfristigen Anleihen ausgeweitet werden. Es scheint, dass dieses Ereignis – und nicht die britischen Inflationsdaten oder die Fed-Protokolle – den deutlichen Rückgang des Dollars ausgelöst hat.
Im 4-Stunden-Chart prallte GBP/USD vom Unterstützungsbereich bei 1,3467–1,3482 nach oben ab, drehte zugunsten des Pfunds und konsolidierte sich oberhalb des 23,6%-Retracement-Levels bei 1,3538. Damit hat das Pfund im 4-Stunden-Chart ebenfalls Gründe, seine Aufwärtsbewegung in Richtung des nächsten Fibonacci-Levels von 0,0 % bei 1,3657 fortzusetzen. Heute sind in keinem Indikator neue aufkommende Divergenzen zu beobachten.
Commitments of Traders (COT) Report:Die Stimmung der Händlerkategorie „Non-commercial“ ist in der letzten Berichtswoche etwas weniger bärisch geworden. Die Zahl der von Spekulanten gehaltenen Long-Positionen stieg um 10.256, während die Zahl der Short-Positionen um 8.663 zunahm. Die aktuelle Spanne zwischen Long- und Short-Positionen liegt im Wesentlichen bei 65.000 gegenüber 121.000. Die Spanne und der Vorteil der Bären verringern sich allmählich, doch die Bären behalten weiterhin einen enormen Vorsprung. Zuvor war die Dominanz der Bären unbestritten, inzwischen ist dies jedoch weniger eindeutig, da sich das fundamentale Umfeld verändert hat.
Ich rechne nach wie vor nicht mit einem bärischen Trend beim Pfund, doch kurzfristig wird alles nicht von Konjunkturdaten, Trumps Handelspolitik oder der Geldpolitik der Zentralbanken abhängen, sondern von Dauer, Ausmaß und Folgen des Kriegs im Nahen Osten. In den vergangenen Monaten hat sich der Markt auf die Erwartung von Frieden verlagert, doch die Verhandlungen zwischen Iran und den Vereinigten Staaten sind gescheitert, noch bevor sie richtig begonnen hatten. Und es gibt keine Garantie dafür, dass sie in naher Zukunft wieder aufgenommen werden.
Nachrichtenkalender für die Vereinigten Staaten und das Vereinigte Königreich:Vereinigte Staaten — Veränderung der Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe (12:30 UTC).Vereinigte Staaten — Philadelphia Manufacturing Index (12:30 UTC).Am 20. August enthält der Wirtschaftskalender zwei Veröffentlichungen, von denen keine besonders wichtig ist. Das wirtschaftliche Umfeld dürfte die Marktstimmung am Donnerstag kaum beeinflussen.
GBP/USD-Prognose und Handelstipps:Ein Verkauf des Währungspaars ist heute nach einem Abprall von der Zone 1,3633–1,3641 im Stundenchart mit einem Ziel bei 1,3556 möglich. Kaufgelegenheiten boten sich nach einem Abprall von 1,3526 mit einem Ziel bei 1,3556. Ein Schlusskurs oberhalb dieses Niveaus ermöglichte es den Tradern, ihre Positionen mit einem Ziel bei 1,3633–1,3641 offen zu halten. Eine heutige Konsolidierung oberhalb dieser Zone wird es den Tradern ermöglichen, ihre Positionen mit einem Ziel bei 1,3731 offen zu halten.
Die Fibonacci-Raster werden im Stundenchart von 1,3557–1,3272 und im 4-Stunden-Chart von 1,3158–1,3655 gezogen.