Gold (XAU/USD) hat den Bereich um 4.500 USD noch nicht nachhaltig nach oben durchbrochen und konsolidiert darunter, bleibt jedoch in der Nähe des am Donnerstag zuvor erreichten höchsten Niveaus seit Anfang Juni.
Vor dem Hintergrund geopolitischer Unsicherheiten hat sich der US-Dollar nach dem Rückgang auf ein Drei-Monats-Tief am Vortag stabilisiert, was zu Gewinnmitnahmen am Edelmetallmarkt geführt hat. Sinkende Renditen von US-Staatsanleihen belasten den Dollar jedoch weiterhin und tragen zu einem Rückgang des US-Dollar-Index bei.
In jüngsten Äußerungen kündigte Präsident Donald Trump den Start der „verheerendsten wirtschaftlichen Operation“ gegen den Iran an und drohte mit schweren finanziellen Sanktionen gegen jedes Land, das Teheran bei der Umgehung der Sanktionen unterstützt oder Geschäfte mit ihm macht. Die Lage in der Straße von Hormus bleibt angespannt und stützt den Dollar weiterhin. Gleichwohl verhindern die fallenden Renditen von US-Staatsanleihen, dass die Dollar-Bullen allzu aggressiv agieren.
Das US-Finanzministerium hat Maßnahmen zur Stützung des Anleihemarktes ergriffen und angekündigt, dass es seine Käufe von langfristigen Staatsanleihen ab September mindestens verdoppeln wird. Dies drückte die Rendite der 30-jährigen US-Staatsanleihe auf das niedrigste Niveau seit Juni 2007. Nach Einschätzung von TD Securities hat die „Ausweitung der Anleiherückkäufe im Rahmen des Liquiditätsunterstützungsprogramms“ dem Edelmetallmarkt neuen Auftrieb gegeben und das Interesse an Gold und ähnlichen Anlagen erneut gestärkt.
Heute sollten Händler die Veröffentlichung der US-Konjunkturdaten abwarten, um bessere Handelschancen zu identifizieren. Die Daten am Donnerstag umfassen den Philadelphia Fed Manufacturing Index sowie die wöchentlichen Erstanträge auf Arbeitslosenunterstützung. Diese Veröffentlichungen werden zusammen mit Kommentaren einflussreicher FOMC-Mitglieder und neuen geopolitischen Entwicklungen die Richtung des US-Dollars und des Goldpreises bestimmen.
Aus technischer Sicht ist XAU/USD bei 4.535 USD auf Widerstand gestoßen und konnte den 200-Tage-Simple Moving Average (SMA) noch nicht klar überwinden. Dies deutet darauf hin, dass das kurzfristige Aufwärtspotenzial nachlassen könnte. Dennoch befindet sich der Relative Strength Index (RSI) nahe der überkauften Zone, während der MACD weiter im positiven Bereich bleibt, was auf anhaltenden Aufwärtsdruck hindeutet.
Auf der Unterseite liegt die nächste Unterstützungszone im Bereich von 4.450 USD. Auf der anderen Seite müssen die Bullen den Bereich von 4.530–4.535 USD nach oben durchbrechen, um sich für eine weitere Aufwärtsbewegung zu positionieren.