Die Renditen auf US-Staatsanleihen sind in der vergangenen Woche auf Allzeithochs gestiegen. Was bedeutet das konkret? Wenn die Anleiherenditen steigen, heißt das, dass auch die Zinszahlungen der US-Regierung für diese Anleihen zunehmen. Wäre es nur ein paar zusätzliche Millionen Dollar pro Monat, würde sich vermutlich kaum jemand Sorgen machen. Die Schuldendienstkosten verschlingen jedoch bereits jetzt in dem wohlhabenden Amerika Milliarden und zig Milliarden Dollar. Diese monatliche Belastung für den Haushalt treibt die USA immer tiefer in die Verschuldung. Amerika, das sich daran gewöhnt hat, auf Kredit zu leben, könnte ausgerechnet an eben diesen Krediten zu Fall kommen. Zweifellos wird die US-Wirtschaft nicht im wörtlichen Sinne zusammenbrechen, doch Donald Trump hat strukturelle Probleme geschaffen, mit denen sich die nächste Regierung über Jahre, wenn nicht Jahrzehnte, wird auseinandersetzen müssen.
Zwar kann die Federal Reserve jederzeit die für den Schuldendienst benötigten Dollar drucken, doch was würde dann mit der Inflation und dem Dollar selbst geschehen? Der Markt versteht derzeit sehr genau, was in der aktuellen Lage zu tun ist – er flüchtet aus der amerikanischen Währung. Der verstärkte Rückkauf eigener Treasury-Anleihen bedeutet, dass die Nachfrage nach dem Dollar aus zwei Gründen deutlich geringer sein wird als zuvor. Erstens wird die Nachfrage nachlassen, wenn die Anleiherenditen sinken, sodass weniger Investoren sie kaufen wollen. Zweitens wird das Vertrauen in die amerikanische Wirtschaft und die Regierung noch weiter untergraben.
Schon jetzt haben führende Analysten weltweit ihre Haltung „um 180 Grad gedreht“. Vor ein paar Monaten riefen noch alle unisono dazu auf, abzuwarten, bis sich die amerikanische Währung stärkt, während nun alle empfehlen, sich vorsichtshalber vom Dollar zu trennen. Noch vor zwei Monaten glaubten alle an eine Straffung der Geldpolitik der Fed und erwarteten ein Dollar-Wachstum aufgrund geopolitischer Faktoren. Jetzt haben die Marktteilnehmer erkannt, dass der Dollar im Jahr 2026 nur wegen Trumps Krieg mit dem Iran zugelegt hat. Ohne den Krieg hätte es kein Dollarwachstum gegeben.
Der wichtigste Faktor ist derzeit nicht einmal der Arbeitsmarkt oder die Inflation, sondern vielmehr das Wachstum der US-Wirtschaft. Die von der Treasury umgesetzten Maßnahmen der quantitativen Lockerung werden die Wirtschaft zweifellos ankurbeln, aber gleichzeitig wird die Inflation stark anziehen. Trump wird weiterhin vom Fed verlangen, die Zinsen zu senken, da dies seiner Ansicht nach der einzige Weg zu einem stärkeren BIP-Wachstum ist. Auf Basis all dessen gehe ich eher davon aus, dass das Fed die Zinsen senken wird, wie Trump es möchte, als dass es zu einer Straffung der Geldpolitik oder anderen „hawkishen“ Maßnahmen kommt. Der US-Staatsapparat hat bereits begonnen, Maßnahmen zur Stimulierung der Wirtschaft zu ergreifen. Das könnte bedeuten, dass man bereit ist, nicht nur höhere Inflation, sondern auch Belastungen am Arbeitsmarkt in Kauf zu nehmen.
Wellenbild für EUR/USD:Auf Grundlage der EUR/USD-Analyse befindet sich das Instrument weiterhin in einem aufwärtsgerichteten Abschnitt des Trends und ist kurzfristig vermutlich in ein neues aufsteigendes Wellenset übergegangen. Dies ist ein ausgezeichneter Zeitpunkt, um Long-Positionen aufzubauen. Welle 5 in C scheint verkürzt zu sein. Nimmt der abwärtsgerichtete Trendabschnitt, der am 28. Januar begonnen hat, keine ausgeprägtere fünfwellige Form an (wofür es einen starken Nachrichtenhintergrund zugunsten des Dollars bräuchte), befindet sich das Instrument EUR/USD ganz am Anfang eines neuen, ausgedehnten Aufwärtstrendabschnitts, dessen Zielmarken sich bis in den Bereich der 1,25 erstrecken.
Wellenbild für GBP/USD:Das Wellenbild für das Instrument GBP/USD hat eine klar definierte Struktur angenommen. Auf den Charts ist nun eine deutlich erkennbare korrektive Struktur A-B-C zu sehen, die abgeschlossen ist. Daher rechne ich mit der Ausbildung eines aufwärtsgerichteten Wellensets, das einen impulsiven Charakter hat und sich mit der impulsiven Struktur des Instruments EUR/USD deckt. Trifft dies zu, befindet sich das britische Pfund derzeit in der dritten Welle, und die Zielmarken für den gesamten Trendabschnitt liegen oberhalb des Bereichs um 1,39. In den kommenden Monaten erwäge ich ausschließlich Long-Szenarien.
Grundprinzipien meiner Analyse:Wellenstrukturen sollten einfach und klar sein. Komplexe Strukturen sind schwer zu handeln und führen häufig zu Anpassungen.Wenn man sich über das Marktgeschehen nicht im Klaren ist, ist es besser, dem Markt fernzubleiben.Es gibt niemals 100%ige Sicherheit bezüglich der Bewegungsrichtung. Schützen Sie sich mit Stop-Loss-Orders.Wellenanalyse lässt sich mit anderen Analyseformen und Handelsstrategien kombinieren.