Heute, am Freitag, zieht das Währungspaar EUR/USD auf Rücksetzer Käufer an und bewegt sich in Richtung seines höchsten Niveaus seit dem 14. Mai, das bereits am Vortag erreicht wurde. Die Bullen versuchen erneut, den Bereich um 1,1700 nach oben zu durchbrechen, bevor sie weitere Engagements eingehen. Dennoch verzeichnen die aktuellen Kassakurse weiterhin deutliche Wochengewinne und bestätigen den seit Monatsbeginn bestehenden Aufwärtstrend, der durch eine breit angelegte Schwäche des US‑Dollars begünstigt wird. Der U.S. Dollar Index (DXY), der den Dollar gegenüber einem Währungskorb abbildet, notiert weiter nahe einem Drei‑Monats‑Tief, da die Marktteilnehmer ihre Erwartungen an eine unmittelbar bevorstehende Zinserhöhung der Federal Reserve (Fed) angesichts nachlassender Inflation zurückschrauben. Zudem stützt die Erwartung, dass die durch steigende Energiepreise angefachte Inflation die Europäische Zentralbank (ECB) zu einer strafferen Geldpolitik veranlassen könnte, sowohl die Gemeinschaftswährung als auch das Währungspaar EUR/USD.
Derweil scheint die Marktreaktion auf die Initiative des US‑Finanzministeriums, das Volumen bestimmter Rückkaufprogramme für langfristige Anleihen auszuweiten, vor dem Hintergrund wachsender Inflationssorgen infolge steigender Energiepreise zu verblassen. Darüber hinaus stützen die am Mittwoch veröffentlichten „hawkish“ ausgefallenen FOMC‑Protokolle die Möglichkeit mindestens einer Zinserhöhung im Jahr 2026 und tragen zu erhöhten Renditen von US‑Staatsanleihen bei, was wiederum den US‑Dollar unterstützt.
Zusätzlich sorgen die anhaltenden Spannungen zwischen den Vereinigten Staaten und Iran in der Straße von Hormus weiterhin für eine geopolitische Risikoprämie und begrenzen die Rückgänge bei sicheren Häfen wie dem US‑Dollar. Im Hinblick auf die Lage im Nahen Osten hat US‑Präsident Donald Trump Iran mit einem Wirtschaftskrieg und umfassender Isolation gedroht und vor Konsequenzen für jedes Land gewarnt, das bereit ist, Teheran zu unterstützen.
Dies könnte die Spielräume der Marktteilnehmer begrenzen, die auf eine Schwächung des Dollars setzen, und zugleich das Aufwärtspotenzial von EUR/USD einbremsen.
Zur Identifikation der besten Handelschancen bietet es sich heute an, zunächst die Veröffentlichung der vorläufigen US‑PMI‑Indikatoren abzuwarten. Darüber hinaus dürften die erwarteten geopolitischen Entwicklungen die globalen Finanzmärkte weiterhin beeinflussen, was die Nachfrage nach dem US‑Dollar als sicherem Hafen erneut verstärken und am letzten Handelstag der Woche kurzfristige Handelsmöglichkeiten im EUR/USD eröffnen könnte.
Aus technischer Sicht befindet sich EUR/USD im Aufwind und handelt über dem 200‑Tage‑Simple‑Moving‑Average (SMA). Dies deutet darauf hin, dass mögliche Rücksetzer voraussichtlich Käufer anlocken, während die übergeordnete Erholung seit den Juni‑Tiefs intakt bleibt. Die Oszillatoren zeigen ein positives Bild und bestätigen den Vorteil der Bullen am Markt. Allerdings signalisiert der überkaufte Relative Strength Index (RSI) die Möglichkeit einer bullischen Konsolidierung oder eines Rücklaufs.