DXY: Analyse und Prognose. Geopolitische Risiken begrenzen weitere Verluste im DXY

Heute, am Freitag, verzeichnet der US Dollar Index (DXY), der den US-Dollar gegenüber einem Währungskorb abbildet, ein erneutes Aufkommen von Verkaufsinteresse.

Händler haben ihre Erwartungen an eine unmittelbar bevorstehende Zinserhöhung der Federal Reserve nach der Veröffentlichung schwächerer US-Inflationsdaten in der vergangenen Woche zurückgeschraubt, was als negativer Faktor für den US-Dollar gilt. Gleichzeitig ist die anfängliche Reaktion des Marktes auf die Ankündigung des US Treasury, die Volumina bestimmter Rückkaufprogramme für längerfristige Schuldtitel zu erhöhen, rasch wieder abgeflaut – vor dem Hintergrund von Inflationsrisiken, die mit steigenden Energiepreisen einhergehen.

Tatsächlich erreichten die Ölpreise am Donnerstag ein neues Dreiwochenhoch, nachdem Präsident Donald Trump den Start dessen bekanntgegeben hatte, was er als die verheerendste wirtschaftliche Operation gegen den Iran bezeichnete.

Er drohte außerdem mit harten Sanktionen gegen jedes Land, das dem Iran hilft, Sanktionen zu umgehen oder Geschäfte mit Teheran zu machen. Dies schafft eine geopolitische Risikoprämie, die Händler davon abhalten könnte, aggressive bärische Positionen gegen den US‑Dollar einzugehen.

Darüber hinaus zeigt das FedWatch Tool der CME Group, dass Anleger die Wahrscheinlichkeit, dass die US‑Notenbank die Zinsen bis zum Ende des laufenden Jahres mindestens einmal anhebt, weiterhin auf rund 68 % einschätzen. Dies stützt ein Umfeld höherer Renditen für US‑Staatsanleihen und sollte dazu beitragen, weitere Verluste im DXY zu begrenzen. Daher könnte es sinnvoll sein, vor einer Positionierung auf eine zusätzliche Abwertung des US‑Dollars zunächst weitere Verkäufe abzuwarten.

Aus technischer Sicht setzt der Dollar Index seine Talfahrt fort und wird auf Niveaus gehandelt, die zuletzt Mitte Mai zu sehen waren. Die Oszillatoren befinden sich im negativen Bereich und bestätigen den Vorteil der Bären am Markt. Es ist jedoch anzumerken, dass der Relative Strength Index (RSI) sich dem überverkauften Bereich nähert und damit auf eine mögliche Konsolidierung hinweist.

Unterstützung bietet der Bereich um 98,50, unterhalb dessen der Index seinen Rückgang in Richtung der psychologisch wichtigen Marke von 98,00 beschleunigen könnte. Widerstand ist bei 98,90 und 99,00 auszumachen, wobei die 200‑Tage‑SMA oberhalb dieser Niveaus verläuft. Ein Ausbruch über die 200‑Tage‑SMA würde den Bullen die Chance geben, die Erholung auszudehnen.

Die nachfolgende Tabelle zeigt die prozentuale Veränderung des US‑Dollars gegenüber den wichtigsten Währungen in der laufenden Woche. Der US‑Dollar hat gegenüber dem japanischen Yen die größte Stärke gezeigt.