GBP/USD – Smart-Money-Analyse: Bereitet sich das Pfund auf eine Trendumkehr vor?

GBP/USD steigt weiter, was ich für vollkommen gerechtfertigt halte. Die jüngsten Daten zur US-Wirtschaft, zum Arbeitsmarkt und zur Inflation haben die Frage, ob das FOMC im September die Zinsen anheben wird, weitgehend entschieden. Die Nonfarm Payrolls sind den vierten Monat in Folge zurückgegangen und mittlerweile unter null gefallen. Die US-Wirtschaft kühlt sich ab, während die Inflation nachlässt. Die Lage könnte sich mit den August-Daten zwar ändern, doch aktuell ist das FOMC einer abwartenden Haltung wesentlich näher als einer neuen restriktiven Entscheidung. Hinzu kommt nun die Entscheidung des US-Finanzministeriums, das Volumen der Treasury-Rückkäufe zu erhöhen. Das ist ein klares Signal an den Markt, dass der Haushalt unter Druck steht und die Last nicht mehr bewältigt. Unter Donald Trump wächst die Staatsverschuldung rasant, was das Vertrauen von Investoren und Tradern in US-Wertpapiere und den Dollar nicht gerade stärkt.

Haben die Bären derzeit überhaupt Perspektiven? Meiner Ansicht nach nicht. In früheren Beiträgen habe ich darauf hingewiesen, dass der Liquidity Sweep des Hochs vom 15. Juli nicht überzeugend aussah, während die bullische Imbalance 26 nicht nur als Interessenszone für Bullen, sondern auch als Unterstützungsbereich dient. In dieser Woche hat sich ein neues Kaufsignal gebildet, das Tradern die Möglichkeit gegeben hat, neue Long-Positionen zu eröffnen, die bereits einen Gewinn von rund 100 Punkten ausweisen. Seit dem 24. Juni hat das Pfund drei Kaufsignale generiert und zudem frühzeitig auf die bevorstehende Markup-Phase (Liquidity Sweeps) hingewiesen. Die Bären hingegen verfügen derzeit weder über ein Pattern noch über ein Signal. Im Moment können sie nur auf einen korrektiven Rücksetzer hoffen, der nach einem Liquidity Sweep des Hochs vom 1. Mai einsetzen könnte.

Wie bereits erwähnt, wirkt sich die Geopolitik nicht mehr positiv auf den Dollar aus, da die Verhandlungen zwischen den Vereinigten Staaten und Iran völlig festgefahren sind. Offiziell verhandelt Teheran nur mit Oman. Es ist nach wie vor unklar, was diese Gespräche im Hinblick auf ein Ende des Konflikts und eine Wiedereröffnung der Straße von Hormus bewirken können. Iran könnte sich mit Oman auf Bedingungen zur Kontrolle der Straße von Hormus einigen, doch wie würde dies den Konflikt mit den Vereinigten Staaten lösen und zur Aufhebung der US-Blockade der Meerenge führen?

In dieser Woche stiegen die Ölpreise auf 95 US-Dollar pro Barrel und werden meiner Ansicht nach in naher Zukunft wieder über 100 US-Dollar klettern. Sollte dies eintreten, wird die Inflation in den Vereinigten Staaten oder im Vereinigten Königreich wieder anziehen. Die Bank of England ist bereit, die Geldpolitik zu straffen, während die Haltung der Fed Zweifel an ihrer Bereitschaft zu einem hawkischen Schritt aufkommen lässt. Darin liegt der entscheidende Unterschied. Das Pfund hat in geldpolitischer Hinsicht einen Vorteil gegenüber dem Dollar.

Die Chartanalyse zeigt einen neuen bullischen Vorstoß. Derzeit verfügen Trader über drei bullische Imbalances (25, 26 und 27), in deren Bereichen sich Long-Positionen anbieten. Im Mittelpunkt sollte dabei selbstverständlich die jüngste und preisnächste Imbalance 27 stehen, die sich erst gestern gebildet hat. Ein Liquidity Sweep des Hochs vom 1. Mai könnte einen korrektiven Rücksetzer auslösen, der auch unter die Imbalance 27 führen kann. Daher empfehle ich, neue Long-Positionen in der Imbalance 27 oder in der Imbalance 26 erst nach der Bildung bestätigter Signale zu eröffnen und nicht allein deshalb, weil der Preis die jeweilige Interessenszone erreicht.

Der Nachrichtenfluss am Freitag hat die Bullen erneut unterstützt, doch zum Wochenschluss ging ihnen der Schwung sichtbar aus. Das Pfund Sterling ist in den vergangenen Wochen um 360 Punkte nahezu ohne Unterbrechung gestiegen. Entsprechend fehlte den Tradern nun die Dynamik, um das Pfund weiter zu kaufen, selbst nach vergleichsweise robusten Einkaufsmanagerindizes für den britischen Dienstleistungs- und Industriesektor. Die US-Einkaufsmanagerindizes beziehe ich in diese Betrachtung gar nicht erst ein, da der Markt den ISM-Indizes größeres Gewicht beimisst.

Das grundlegende Gesamtbild bleibt so, dass ich langfristig kaum Gründe für etwas anderes als einen Rückgang der US-Währung sehe. Der Krieg zwischen Iran und den Vereinigten Staaten hat daran nichts geändert. Auch die Möglichkeit von Zinserhöhungen der Fed im Jahr 2026 hat diesen Ausblick nicht beeinflusst. Die geopolitische Lage hat den Markt zwar für einige Monate an den Status des Dollars als sicheren Hafen erinnert, doch die aktive Phase des Konflikts ist bereits vorbei. Die Wahrscheinlichkeit einer geldpolitischen Straffung durch das FOMC ist in den vergangenen Wochen deutlich gesunken, was auf dem US-Dollar lastet. Aus meiner Sicht ist daher jeder Anstieg des Dollars nur vorübergehend und von kurzfristigen Faktoren getrieben. Für einen neuen bärischen Vorstoß sehe ich keine Grundlage.

Wirtschaftskalender für die USA und das Vereinigte Königreich:

Der Wirtschaftskalender für den 24. August enthält keine nennenswerten Ereignisse. Vom wirtschaftlichen Umfeld sind am Montag keine Impulse für eine veränderte Marktstimmung zu erwarten.

GBP/USD-Prognose und Trading-Tipps:

Der langfristige Ausblick für das Pfund bleibt bullisch. Nach Liquidity Sweeps der beiden jüngsten Swings und der Bildung mehrerer Kaufsignale setzen die Bullen ihren Vorstoß fort. Ich sehe weiterhin keine Grundlage für eine bärische Attacke, da weder bärische Patterns noch entsprechende Signale vorhanden sind. Die Bullen haben ein Kaufsignal aus der Imbalance 24 erhalten, das weiterhin gültig ist. Auf Basis dieses Signals können Trader bereits über Gewinnmitnahmen nachdenken. Innerhalb der Imbalance 26 hat sich ein neues Kaufsignal gebildet. Das aktuelle Kursziel für das Pfund ist das Hoch vom 27. Januar bei 1,3867. Ein Liquidity Sweep des Swings vom 1. Mai könnte das Pfund etwas nach unten drücken, dürfte den bullischen Vorstoß jedoch kaum ernsthaft gefährden.