EUR/USD-Analyse – 21. August: QE stützt den Euro

Die Wellenzählung im 4-Stunden-Chart für EUR/USD wird zunehmend komplexer. Vom Aufheben des seit Januar vergangenen Jahres laufenden Aufwärtstrendsegments (unterer Chart) kann weiterhin keine Rede sein. Im Gegenteil: Wir haben eine vollständige A-B-C-Korrekturstruktur gesehen, die höchstwahrscheinlich abgeschlossen ist. Eine überzeugende Welle 5 innerhalb von C haben wir nie gesehen. Diese Welle nahm eine verkürzte Form an, was ebenfalls von Zeit zu Zeit vorkommt. Zur Erinnerung: Klassische Wellenstrukturen findet man im Grunde nur in Lehrbüchern. Im realen Handel sollten Trader und Analysten ihre Analyse flexibler gestalten. Deshalb weise ich in meinen Analysen nun schon seit einem Monat darauf hin, dass sich Trader auf einen Anstieg der europäischen Währung einstellen sollten. Trifft die aktuelle Wellenzählung zu, steht das Instrument ganz am Anfang eines neuen Aufwärtstrendsegments.

In der kleineren Zeiteinheit lässt sich eine klassische fünfteilige Abwärtsstruktur mit einer verkürzten Welle 5 erkennen. Ich hatte mit einem Rückgang der europäischen Währung bis zur Marke von 1,13 gerechnet, aber das Nachrichtenumfeld entwickelte sich gegen den Dollar, und den Verkäufern fehlte schlicht die Kraft, um eine überzeugende Welle 5 auszubilden. Daher kann man davon ausgehen, dass am 28. Juli die Bildung einer neuen Aufwärtswellen-Sequenz begonnen hat.

Das Finanzministerium setzte seine eigene Version von QE um und schwächte den Dollar

Der EUR/USD-Kurs bewegte sich am Freitag erneut nahezu unverändert, doch im Laufe dieser Woche hat die europäische Währung bereits rund 120 Punkte zugelegt. Im unteren Zeitfenster ist eine stabile und recht kräftige Aufwärtsbewegung deutlich zu erkennen. Der Euro legt zwar nicht jeden Tag 60–100 Punkte zu, steigt aber kontinuierlich. Und genau das ist entscheidend. Auch heute hätte die europäische Währung weiter zulegen können. Der Einkaufsmanagerindex für das verarbeitende Gewerbe in Deutschland stieg stärker als vom Markt erwartet auf 54,1 Punkte. Der Einkaufsmanagerindex für das verarbeitende Gewerbe in der Europäischen Union legte ebenfalls stärker als erwartet zu und erreichte 52,8 Punkte. Der Einkaufsmanagerindex für den Dienstleistungssektor in der EU fiel mit 51,7 Punkten ebenfalls besser aus als prognostiziert. Lediglich der deutsche Dienstleistungs-PMI enttäuschte etwas. Drei zu eins. Die Nachfrage nach dem Euro hätte also auch heute steigen können.

Wie bereits erwähnt, schlägt sich der Euro in dieser Woche jedoch auch ohne Unterstützung durch die Konjunkturindizes sehr gut. Die wichtigste Unterstützung für den Euro kam vom U.S. Treasury, wie bereits ausführlich erörtert. Ich möchte ergänzen, dass das U.S. Treasury im weitesten Sinne ein QE-Programm (quantitative easing) geplant hat. Genauer gesagt plant es, dessen Umfang zu verdoppeln. Ja, das U.S. Treasury wird kein Geld drucken, um eigene Anleihen zu kaufen. Doch der zugrunde liegende Mechanismus bleibt im Wesentlichen derselbe. Das Finanzministerium stellt dem Markt Geld zur Verfügung, während der Markt dem Finanzministerium Anleihen liefert. Die Marktteilnehmer erhalten Liquidität, während das Finanzministerium die Renditen von Staatsanleihen nach unten drückt. Viele Ökonomen halten dies für eine ineffiziente Form des Schuldenmanagements, dennoch handelt es sich um einen bedeutenden Schritt, den der Markt nicht ignorieren konnte.

Gesamtfazit

Auf Grundlage meiner EUR/USD-Analyse komme ich zu dem Schluss, dass sich das Währungspaar weiterhin in einem Aufwärtstrendabschnitt (unteres Chart) befindet, während es sich kurzfristig in eine neue Aufwärtswellen-Sequenz bewegt hat. Meiner Ansicht nach ist dies derzeit ein ausgezeichneter Zeitpunkt, um Long-Positionen aufzubauen. Sofern sich der Abwärtstrendabschnitt, der am 28. Januar begonnen hat, nicht zu einer ausgedehnteren Fünf-Wellen-Struktur entwickelt (wofür ein starkes Nachrichtenumfeld zugunsten des Dollars erforderlich wäre), befindet sich EUR/USD ganz am Anfang eines neuen, längerfristigen Aufwärtstrendabschnitts, mit Kurszielen bis in den Bereich von 1,25.

Auf dem höheren Zeitrahmen ist ein Aufwärtstrendabschnitt erkennbar, an den sich die Ausbildung einer korrektiven Wellen-Sequenz angeschlossen hat. Die A-B-C-Struktur ist vermutlich abgeschlossen. Trifft dies zu, hat die Bildung eines neuen impulsiven Aufwärtstrendabschnitts begonnen.

Die Grundprinzipien meiner Analyse:Wellenstrukturen sollten einfach und klar sein. Komplexe Strukturen lassen sich schwer handeln und unterliegen häufig Veränderungen.Wenn keine Klarheit darüber besteht, was am Markt geschieht, ist es besser, nicht in den Markt einzusteigen.Es kann niemals 100%ige Sicherheit über die Richtung einer Kursbewegung geben. Vergessen Sie nicht, schützende Stop-Loss-Orders zu platzieren.Wellenanalyse lässt sich mit anderen Analyseformen und Handelsstrategien kombinieren.