EUR/USD Analyse. 25. August. Die Rede von Kevin Warsh – das Schlüsselereignis der Woche

Das Währungspaar EUR/USD zeigte am Montag keine nennenswerten Bewegungen. Am Ende der vergangenen Woche begann die europäische Währung eine Korrektur, die sich möglicherweise in dieser Woche fortsetzt. Insgesamt belief sich die letzte Aufwärtsbewegung auf exakt 400 Punkte, sodass eine technische Korrektur durchaus gerechtfertigt ist. Dabei ist zu beachten, dass die Korrektur einige Zeit in Anspruch nehmen kann. So dauerte etwa die letzte auf dem 4-Stunden-Chart sichtbare Korrektur fast zwei Wochen. Händler sollten daher auf einen relativ lang anhaltenden Rückgang des Paares vorbereitet sein, der als Korrektur zu werten ist.

Früher haben wir häufig Artikel mit dem Titel „Wochenausblick“ veröffentlicht, halten diese unter den aktuellen Umständen jedoch für entbehrlich. Der Grund dafür ist, dass die Perspektiven für ein bestimmtes Währungspaar inzwischen von einigen wenigen Schwerpunktthemen abhängen, die wir nahezu täglich besprechen. Die Makroökonomie gehört nicht mehr zu diesen Kernthemen. Der Markt ist inzwischen nur noch bereit, die wichtigsten Konjunkturdaten zu berücksichtigen und darauf zu reagieren – und davon gibt es pro Monat nur wenige. In dieser Woche stehen keine an. Die wichtigsten Daten sind: Inflation, Lage am Arbeitsmarkt sowie die ISM-Indizes. Wie man sieht, ist diese Liste recht kurz; dennoch beeinflussen diese Daten derzeit die Geldpolitik der Zentralbanken.

In den USA werden in dieser Woche der Kernindex der Personal Consumption Expenditures (PCE), die zweite Schätzung des BIP für das zweite Quartal, die Auftragseingänge für langlebige Wirtschaftsgüter sowie eine Revision der jährlichen NonFarm Payrolls veröffentlicht. Wir gehen davon aus, dass der Markt lediglich auf die Revision der NonFarm-Payrolls-Daten reagieren wird. Alle übrigen Veröffentlichungen, einschließlich des PCE-Index, dürften vom Markt weitgehend ignoriert werden. Obwohl Vertreter der Fed den PCE-Index wiederholt als wichtigsten Inflationsindikator bezeichnet haben, teilen wir diese Sichtweise nicht – und der Markt ebenfalls nicht. Wir konzentrieren uns auf die Indikatoren, auf die der Markt tatsächlich reagiert, und nicht auf diejenigen, die eher aus formalen Gründen veröffentlicht werden. Der Verbraucherpreisindex für Juli ist bereits bekannt, der Bericht für August wird im September erscheinen. Daher ist der PCE-Index für uns nicht mehr als eine abgeleitete Größe des zentralen Verbraucherpreisindex (CPI).

Ebenfalls wichtig ist, dass am Freitag im Rahmen des Jackson-Hole-Symposiums Kevin Warsh eine Rede halten wird. In den vergangenen Monaten haben wir Trader immer wieder daran erinnert, dass Donald Trump Warsh mit dem Ziel ernannt hat, die Geldpolitik zu lockern und nicht zu straffen. Der aktuelle Zustand der US-Wirtschaft und des Arbeitsmarktes legt eine Anhebung des Leitzinses nicht nahe. Dennoch rechnet der Markt weiterhin mit „hawkishen“ Aussagen von Warsh und einer Zinserhöhung bis zum Jahresende. Wir halten es für möglich, dass die Federal Reserve den Leitzins für den Rest des Jahres überhaupt nicht anhebt – was kaum überraschend wäre, da eine Zinserhöhung die Renditen von US-Staatsanleihen steigen ließe, gegen die das US-Finanzministerium derzeit aktiv ankämpft. Zudem würde dies zu einer wirtschaftlichen Abschwächung und einer weiteren Verschlechterung des Arbeitsmarktes führen. Folglich bleiben die Perspektiven für die US-Währung nach wie vor rein korrektiver Natur.

Die durchschnittliche Volatilität des Währungspaares EUR/USD in den letzten 5 Handelstagen beträgt zum 25. August 49 Pips und wird als „mittel-niedrig“ eingestuft. Wir erwarten am Dienstag eine Bewegung des Paares zwischen 1,1618 und 1,1716. Der obere lineare Regressionskanal ist nach unten gerichtet, was auf eine Fortsetzung des Abwärtstrends hindeutet; allerdings hat sich der Trend bereits geändert. Der CCI-Indikator ist erneut in den überkauften Bereich eingetreten und warnt vor einer möglichen neuen Abwärtskorrektur.

Nächste Unterstützungsniveaus:

S1 – 1,1658

S2 – 1,1597

S3 – 1,1536

Nächste Widerstandsniveaus:

R1 – 1,1719

R2 – 1,1780

R3 – 1,1841

Handelsempfehlungen:

Das Währungspaar EUR/USD setzt im 4-Stunden-Chart seinen Aufwärtstrend fort, was auf den Beginn einer neuen Phase des übergeordneten Aufwärtstrends auf höheren Zeitebenen hindeuten kann. Das globale fundamentale Umfeld für den Dollar blieb negativ, doch im Jahr 2026 sorgten zunächst geopolitische Faktoren und anschließend eine restriktive Haltung der Fed für deutliche Unterstützung der US-Währung. Diese Faktoren stützen den Dollar jedoch inzwischen nicht mehr. Solange sich der Kurs unter dem gleitenden Durchschnitt befindet, können auf Korrekturbasis Short-Positionen mit Ziel bei 1,1597 in Betracht gezogen werden. Long-Positionen bleiben oberhalb der Linie des gleitenden Durchschnitts relevant, mit Zielen bei 1,1719 und 1,1780.

Hinweise zu den Abbildungen:Lineare Regressionskanäle helfen, den aktuellen Trend zu bestimmen. Zeigen beide in dieselbe Richtung, deutet dies auf einen starken Trend hin.Gleitende Durchschnittslinie (Einstellungen: 20, 0, geglättet) definiert den kurzfristigen Trend und die Handelsrichtung.Murray-Level – Zielmarken für Bewegungen und Korrekturen.Volatilitätsniveaus (rote Linien) – der wahrscheinliche Preiskanal, in dem sich das Paar in den nächsten 24 Stunden basierend auf den aktuellen Volatilitätskennzahlen bewegen wird.CCI-Indikator – sein Eintritt in den überverkauften Bereich (unter -250) oder den überkauften Bereich (über +250) signalisiert eine bevorstehende Trendumkehr in die entgegengesetzte Richtung.