Bitcoin ist um 17.000 $ gestiegen und legt weiter zu. Selbst Trader, die mit einem neuen Aufwärtstrend gerechnet haben, dürften einen derart starken, unerwarteten Sprung nicht erwartet haben. Bitcoin hat das einzige bärische Muster im Tageschart mühelos und ohne Widerstand überwunden und bewegt sich nun zielstrebig auf die Trendbruchlinie zu. Ein Verkaufssignal hat sich nicht gebildet, sodass das bärische FVG-Muster nun zu einem bullischen IFVG wird. Es ist jedoch wichtig zu betonen, dass weder Ethereum noch Bitcoin ihre Abwärtstrends, die im vergangenen Jahr begonnen haben, bislang gebrochen haben. Unabhängig davon, wie scharf und kraftvoll der aktuelle Anstieg ausfällt, sollte man daher die Realität im Herbst im Blick behalten. In den letzten Tagen haben sich ohnehin keine Handelssignale gebildet, und alle Bewegungen wirken eher wie ein weiterer Pump.
In der Zwischenzeit ist Robert Kiyosaki erneut in Erscheinung getreten und fordert wieder alle dazu auf, Bitcoin zu kaufen. Dieses Mal kritisierte er die Entscheidung des US-Finanzministeriums, sein Anleihekaufprogramm auszuweiten, und bezeichnete dies als „eine neue Runde der Erzeugung von Fake-Dollars“. Der Autor und Geschäftsmann erklärte, dass der Dollar aufgrund der Maßnahmen des US-Finanzministeriums weiter an Wert verlieren und die Inflation deutlich zunehmen werde. Man muss einräumen, dass in Kiyosakis Äußerungen diesmal eine gewisse Logik steckt – im Gegensatz zu vielen seiner früheren Prognosen, in denen er schlicht alle aufforderte, Bitcoin zu kaufen, weil es die Zukunft sei. Durch die faktische Einleitung eines QE-Programms seitens des Finanzministeriums hat der US-Dollar bereits spürbar abgewertet, und Trumps Gesamtpolitik wird den Dollar weiterhin stark unter Druck setzen. So ist beispielsweise bereits bekannt, dass ein Handelskrieg zwischen Kanada und den USA begonnen hat und ein weiterer mit China bald folgen könnte.
Der Autor des Bestsellers „Rich Dad, Poor Dad“ rief zudem dazu auf, die eigene finanzielle Bildung zu verbessern. Er betonte, dass kluge Menschen Vermögenswerte kaufen, die mit hoher Wahrscheinlichkeit im Wert steigen, während alle anderen ihr Geld „unter dem Kopfkissen“ aufbewahren, wo es von der Inflation aufgefressen wird. Gebildete Investoren, so Kiyosaki, kaufen Bitcoin, Gold, Silber und Immobilien, während der Rest in Fake-Assets investiert.
Im Tageschart bildet Bitcoin weiterhin einen Abwärtstrend aus. Die Trendstruktur ist abwärtsgerichtet, und die CHOCH-Linie verläuft bei 82.800 $, wo das letzte LH (Lower High) entstanden ist. Erst oberhalb dieses Niveaus kann man davon sprechen, dass der Abwärtstrend beendet ist. Das letzte und einzige bärische FVG wurde vollständig durchbrochen und hat sich nun in ein bullisches IFVG verwandelt. Damit stellt dieser Bereich jetzt eine POI-Zone für Long-Positionen dar. Bitcoin hat den Abwärtstrend noch nicht gebrochen, doch in den letzten Tagen haben sich die Chancen auf eine Beendigung des bärischen Trends deutlich erhöht. Das lässt sich nicht leugnen.
Im 4-Stunden-Chart ist gut zu erkennen, wie Bitcoin geradezu senkrecht nach oben geschossen ist. Eine Analyse des 4-Stunden-Zeitrahmens ergibt aktuell wenig Sinn, da die Bewegungen zu stark ausgeprägt sind. Handelssignale sollten daher eher im Tages- oder sogar im Wochenchart gesucht werden.
Handelsempfehlungen für BTC/USD:Bitcoin befindet sich trotz des kräftigen Anstiegs in dieser Woche weiterhin in einem Abwärtstrend. Wir rechnen nach wie vor mit einem Rückgang in Richtung 57.500 $ (dem 61,8%-Fibonacci-Level des dreijährigen Aufwärtstrends), auch wenn dieses Niveau bereits getestet wurde. Dennoch gehen wir nicht davon aus, dass der Abwärtstrend bereits beendet ist. Das letzte bärische FVG-Muster wurde ausgehebelt, und es gibt auf den höheren Zeitebenen praktisch keine POI-Bereiche für Short-Positionen. Im Wochenchart lässt sich der aktuelle Anstieg allerdings als Korrektur einordnen. Uns ist bewusst, dass die jüngste Aufwärtsbewegung der Leitwährung eher wie eine schwache Korrektur wirkt, doch daraus ergibt sich noch kein überzeugendes Argument für das Eingehen von Long-Positionen. Die aktuelle Bewegung erinnert an einen Pump, bei dem sich keine klaren Muster und Signale herausbilden. Jeder Trader muss für sich selbst entscheiden, ob er Positionen „in der Luft“ eröffnen möchte.
Anmerkungen zu den Abbildungen:CHOCH – Change of trend structure (Änderung der Trendstruktur).Liquidity – Stop-Loss- und Pending-Orders, die Market Maker nutzen, um ihre Positionen aufzubauen.FVG – Fair Value Gap. Der Preis durchläuft solche Bereiche sehr schnell, was auf das vollständige Fehlen einer Marktseite hindeutet. Anschließend neigt der Preis dazu, in diese Zonen zurückzukehren und auf sie zu reagieren, um den Haupttrend fortzusetzen.IFVG – Inverted Fair Value Gap. Nach der Rückkehr in einen solchen Bereich reagiert der Preis nicht, sondern drückt ihn durch und testet ihn anschließend von der Gegenseite.OB – Order Block. Die Kerze, auf der der Market Maker eine Position eröffnet hat, um Liquidität zu akkumulieren und anschließend seine Position in die entgegengesetzte Richtung aufzubauen.