Am Mittwoch, dem 26. August, enthält der Wirtschaftskalender mehrere durchaus interessante Veröffentlichungen. Darüber hinaus könnten jederzeit neue Informationen zum Konflikt im Nahen Osten auftauchen, und die Situation könnte in naher Zukunft eine eher ungewöhnliche Wendung nehmen.
Die für Mittwoch geplanten Konjunkturberichte können als wichtig eingestuft werden. Daher werden Trader sie vermutlich nicht ignorieren, allerdings ist auch nicht mit einer starken Marktreaktion zu rechnen. Die Marktteilnehmer richten ihren Blick bereits auf Freitag, wenn Kevin Warsh eine Rede hält und der jährliche Nonfarm Payrolls-Bericht veröffentlicht wird. Daher sind trotz der Bedeutung des PCE-Index, der BIP-Daten und der Aufträge für langlebige Güter diese Veröffentlichungen derzeit nicht die Hauptfaktoren, die die Marktstimmung oder die Einschätzung des US-Dollar bestimmen. Was sagen die Prognosen? Der Kernindex der Persönlichen Konsumausgaben (Core Personal Consumption Expenditures, PCE) könnte im Juli um 0,2 % steigen, das BIP-Wachstum könnte sich im zweiten Quartal auf 1,5 % verlangsamen, und die Aufträge für langlebige Güter könnten um 0,7 % zulegen. Ich möchte jedoch daran erinnern, dass Prognosen lediglich Erwartungen sind und die tatsächlichen Zahlen völlig anders ausfallen können.
Auch die geopolitischen Entwicklungen sollten nicht außer Acht gelassen werden. Täglich gibt es eine Fülle an Nachrichten, und die Hauptaufgabe der Trader besteht darin, relevante Informationen von bloßem Rauschen zu trennen. Heute wurde bekannt, dass eine wirtschaftliche Blockade des Iran möglicherweise nicht zustande kommt, sofern Iran die Straße von Hormus öffnet. Was bedeutet das? Ein weiterer Versuch von Donald Trump, sein Wunschziel zu erreichen? Der US-Präsident weiß sehr genau, dass bei einer geschlossenen Straße von Hormus nicht mit niedrigeren Preisen für Öl, Gas und Kraftstoffe zu rechnen ist. Und bei hohen Preisen für alle Kraftstoffarten kann er weder auf bessere Zustimmungswerte vor den Wahlen noch auf stärkere Unterstützung für die Republikaner unter den US‑Wählern hoffen.
Darüber hinaus würde die Umsetzung einer wirtschaftlichen Blockade gegen Iran Sanktionen gegen China erfordern, den wichtigsten Importeur iranischen Öls. Ist Trump bereit, nur zwei Monate vor den Wahlen eine neue Konfrontation mit China zu beginnen? Zumal Peking bereits erklärt hat, dass jegliche Sanktionen oder Zölle mit Gegenmaßnahmen beantwortet werden. Für Trader bleibt in der aktuellen Lage wenig anderes übrig, als die möglichen Szenarien zu bewerten und auf weitere Entwicklungen zu warten. Worte sind das eine, aber sie unterscheiden sich häufig von den Taten. Mittlerweile haben wohl alle vom TACO-Prinzip gehört. Daher könnten Trumps Drohungen letztlich eben nur Drohungen bleiben. Das wäre natürlich eine positive Entwicklung, denn auch Iran ist bereit, auf jede neue US‑Maßnahme zur Druckausübung zu reagieren.
Wirtschaftskalender für die Vereinigten Staaten, die Europäische Union und das Vereinigte Königreich:
Vereinigte Staaten — Core Personal Consumption Expenditures (PCE) Price Index (12:30 UTC).Vereinigte Staaten — Veränderung der Aufträge für langlebige Güter (12:30 UTC).Vereinigte Staaten — Veränderung des BIP im zweiten Quartal (12:30 UTC).Vereinigte Staaten — Veränderung von Einkommen und Ausgaben der privaten Haushalte (12:30 UTC).EUR/USD Prognose und Handelsempfehlungen:Aus meiner Sicht befindet sich das Währungspaar weiterhin im Prozess der Ausbildung eines Aufwärtstrends. Das fundamentale Umfeld hat sich vor sechs Monaten deutlich zugunsten der Bären verschoben, doch der Trend selbst kann weder als aufgehoben noch als abgeschlossen gelten. Daher können die Bullen ihren Vorstoß nach zwei Liquiditätssweeps klar definierter Tiefs durchaus fortsetzen. Derzeit haben die Käufer Unterstützung in Form von Imbalance 21. Im Laufe dieser Woche könnte sich ein neues Kaufsignal ausbilden. Ich sehe 1,1797 und 1,1850 als Kursziele für weitere Gewinne des Euro.
Der langfristige Ausblick für das Pfund bleibt bullisch. Nach den Liquiditätsabgriffen der beiden jüngsten Swings und der Bildung einer Reihe von Kaufsignalen setzen die Bullen ihren Vormarsch fort. Derzeit sehe ich keine Grundlage für eine bärische Bewegung, da es keine bärischen Muster oder Signale gibt. Die Bullen erhielten ein Kaufsignal aus Imbalance 24, das weiterhin gültig ist. Trader können auf Basis dieses Signals bereits in Erwägung ziehen, Gewinne mitzunehmen. Innerhalb von Imbalance 26 hat sich ein neues Kaufsignal gebildet. Das aktuelle Ziel für das Pfund ist das Hoch vom 27. Januar bei 1,3867. Ein Liquiditätsabgriff des Swings vom 1. Mai könnte das Pfund etwas nach unten drücken, wird die bullische Aufwärtsbewegung jedoch voraussichtlich nicht gefährden. Innerhalb von Imbalance 27 ist ebenfalls mit der Bildung eines bullischen Signals zu rechnen.