EUR/USD – Kursanalyse und Prognose: Auseinanderlaufende Zinserwartungen für Fed und EZB stützen das Währungspaar

Heute, am Mittwoch, tut sich EUR/USD schwer, aus einer moderaten Erholung vom am Vortag markierten Wochentief weiteres Kapital zu schlagen, zeigt jedoch auch keine Bereitschaft zur Abwertung. Das Währungspaar notiert weiterhin über 1,1660 und bleibt damit in der Nähe des höchsten Stands seit dem 14. Mai, der in der vergangenen Woche erreicht wurde. Marktteilnehmer warten auf neue Signale der Fed in Bezug auf den künftigen Zinskurs.

Angesichts der sich abzeichnenden Anzeichen nachlassenden Preisdrucks in den Vereinigten Staaten und der Schwäche am Arbeitsmarkt gewinnen Erwartungen an Bedeutung, dass die Geldpolitik auf der FOMC-Sitzung am 15. und 16. September unverändert bleibt. Im Gegensatz dazu erklärten drei Quellen gegenüber Reuters, dass die Verantwortlichen der Europäischen Zentralbank (ECB) bereit seien, die Zinsen auf der nächsten Sitzung im September anzuheben, um den Folgen des Konflikts mit Iran entgegenzuwirken. Die auseinanderlaufenden Perspektiven von Fed und ECB sorgen weiterhin für eine gewisse Unterstützung des EUR/USD.

Inzwischen führt die Ankaufsstrategie des US Treasury für Staatsanleihen, zusammen mit nachlassenden Inflationssorgen aufgrund fallender Ölpreise, zu sinkenden Renditen von US-Staatsanleihen.

Dies, zusammen mit neuer Hoffnung auf eine diplomatische Lösung des seit sechs Monaten andauernden Konflikts zwischen den Vereinigten Staaten und Iran, begrenzt die Kursgewinne des US-Dollars. Daher dürften nennenswerte Rücksetzer im EUR/USD durch aktive Käufe nach unten begrenzt bleiben.

Für den heutigen Tag wäre es vorzuziehen, die Veröffentlichung des US Personal Consumption Expenditures (PCE) Index abzuwarten, um bessere Handelsgelegenheiten zu identifizieren. Am Freitag sollte zudem die Rede des Fed-Vorsitzenden Kevin Warsh beim Jackson Hole Symposium Beachtung finden. Der Ausblick auf die Geldpolitik der Fed wird einen erheblichen Einfluss auf die kurzfristigen Schwankungen des US-Dollars haben. Gleichzeitig verhindern die günstigen fundamentalen Rahmenbedingungen, dass Händler in EUR/USD Short-Positionen aufbauen.

Aus technischer Sicht hält sich EUR/USD über dem 200-Tage Simple Moving Average (SMA), was die Bullen begünstigt. Eine Unterstützung findet sich im Bereich von 1,1650. Ein Widerstand wird durch die Zone um die runde Marke von 1,1700, einschließlich des Monatshochs, gebildet. Ein nachhaltiger Ausbruch nach oben würde den Weg in Richtung der nächsten runden Marke bei 1,1800 freimachen. Gleichzeitig sind die Oszillatoren positiv und bestätigen den Vorteil der Bullen am Markt, während der Relative Strength Index (RSI) sich im überkauften Bereich befindet und auf eine bullische Konsolidierung hindeutet. Daher zeigt der Pfad des geringsten Widerstands für das Währungspaar nach oben.