Heute, am Mittwoch, zeigt GBP/USD eine negative Tendenz, schwankt unter 1,3660 und gibt einen Teil der deutlichen Gewinne vom Vortag wieder ab. Gleichzeitig bleibt das Währungspaar in der Nähe des im August erreichten Hochs der vergangenen Woche, da Marktteilnehmer gespannt auf die Veröffentlichung der US-Daten zu den Personal Consumption Expenditures (PCE) warten, die einen neuen Impuls für das Paar liefern könnten. Wichtige Inflationsindikatoren sowie die Rede von Fed-Chef Kevin Warsh beim Jackson Hole-Symposium am Freitag sollten auf Hinweise zur künftigen Ausrichtung der Geldpolitik der Fed und der Zinsentwicklung hin analysiert werden. Darüber hinaus werden die Entwicklungen in Bezug auf die Krise im Nahen Osten maßgeblichen Einfluss auf den kurzfristigen Ausblick sowohl für den US‑Dollar als auch für GBP/USD haben.
Es ist zudem bemerkenswert, dass eine Kommunikationslücke innerhalb der Fed Besorgnis über die Aussichten des Dollars auslöst.
Philip Wee von DBS Bank argumentiert, dass jüngste Veränderungen bei den Renditen von US‑Staatsanleihen auf eine erhebliche Kommunikationslücke innerhalb der Fed hindeuten. Er betont, dass Kevin Warsh klarstellen müsse, wie die Fed die Markterwartungen steuern will, wenn es keine eindeutigen Hinweise auf eine mögliche Straffung der Geldpolitik gibt, und wie die Zuständigkeiten zwischen der Fed und dem Finanzministerium aufgeteilt sind. Wee ist der Ansicht, dass die Unsicherheit in diesen Fragen das Vertrauen in den Dollar untergräbt – in einer Phase, in der Investoren bereits beginnen, die Nachhaltigkeit der hohen Renditen von US‑Staatsanleihen zu hinterfragen.
Unterdessen nähren verhaltene Inflationsdaten und ein wenig dynamischer Arbeitsmarkt die Erwartungen, dass die Geldpolitik auf der FOMC‑Sitzung am 15.–16. September unverändert bleiben wird. Zugleich könnten die Ankaufsstrategie des US‑Finanzministeriums für Anleihen und sinkende Inflationsrisiken vor dem Hintergrund fallender Ölpreise zu einem weiteren Rückgang der Renditen von US‑Staatsanleihen führen, was wiederum den Dollar belasten und GBP/USD stützen würde.
Zwei hochrangige Funktionäre merkten an, dass das Finanzministerium nahezu 1 Billion US‑Dollar auf seinem General Account nutzen könnte, um neue Programme zum Kauf längerfristiger Anleihen zu finanzieren.
Aus technischer Sicht notiert GBP/USD unter der Zone 1,3660–1,3665, deren Überwinden auf eine weitere Stärke der Bullen hindeuten und den Weg für zusätzliche Kursgewinne freimachen könnte. Trotz der aktuellen Korrektur bleibt der kurzfristige Trend aufwärtsgerichtet, auch wenn ein Scheitern beim Ausbruch über diese Zone auf eine tiefere Korrektur unter die runde Marke von 1,3600 hindeuten könnte, wodurch das Paar in Richtung 1,3570 zurückfallen würde. Die Oszillatoren sind positiv und bestätigen den Vorteil der Bullen am Markt. Unterdessen bewegt sich der Relative Strength Index (RSI) allmählich aus dem überverkauften Bereich heraus, was dem Paar weiteren Aufwärtsspielraum eröffnen könnte.