GBP/USD – 27. August: Der Dollar gewinnt an Stärke

Im Stundenchart konnte das Währungspaar GBP/USD am Mittwoch schließlich vom Bereich 1,3633–1,3641 nach oben abprallen und begann anschließend, in Richtung des 100,0%-Retracement-Levels bei 1,3556 zu fallen. Ein erneuter Aufprall der Kurse von diesem Niveau würde das Pfund begünstigen und einen Anstieg zurück in den Bereich von 1,3633–1,3641 ermöglichen. Eine Konsolidierung unterhalb von 1,3556 würde es den Tradern hingegen erlauben, mit einer Fortsetzung des Rückgangs in Richtung des nächsten Fibonacci-Levels bei 76,4% bei 1,3489 zu rechnen.

Die Marktlage bleibt „bullish“. Die letzte abgeschlossene Abwärtswelle hat das vorherige Tief nicht unterschritten, während die jüngste Aufwärtswelle (die noch nicht abgeschlossen ist) das vorherige Hoch überschritten hat. Damit haben die Bullen derzeit die Initiative am Markt, und ihr Vorteil verstärkt sich von Tag zu Tag. Der „bullishe“ Trend kann erst dann als gebrochen gelten, wenn das Tief der letzten abgeschlossenen Welle unterschritten wird – also unterhalb von 1,3414 – oder wenn sich zwei Abwärtswellen ausgebildet haben.

Der fundamentale Hintergrund am Mittwoch ermöglichte es den bearishen Tradern, einen kleinen Angriff zu starten, den sie erfolgreich umsetzten. Für ein weiteres Wachstum der US‑Währung werden jedoch neue Treiber benötigt, die über technische und Korrekturfaktoren hinausgehen. Der Dollar kann seinen moderaten Anstieg heute fortsetzen, da er zuvor in einem durchgehenden Rückgang 250 Punkte eingebüßt hat. Sein Aufwärtspotenzial ist jedoch klar begrenzt. Morgen finden in den Vereinigten Staaten zwei Ereignisse statt, auf die der Markt bereits seit Montag wartet. Trader verlangen inzwischen zumindest etwas Klarheit von Kevin Warsh. Entweder verpflichtet sich die Fed, die Inflation durch eine straffere Geldpolitik zu bekämpfen, oder es handelt sich lediglich um den Wunsch von Kevin Warsh und seinen Kollegen im Sinne von: „Es wäre gut, die Inflation zu senken, aber die Notenbank wird keine Maßnahmen ergreifen.“ Es braucht Klarheit. Der Nonfarm Payrolls‑Bericht wird aktualisierte Daten zur Zahl der im vergangenen Jahr geschaffenen Arbeitsplätze liefern, und es besteht eine ziemlich hohe Wahrscheinlichkeit, dass diese Zahlen revidiert werden. In der Regel erfolgt eine Abwärtsrevision. Daher dürfte der morgige Tag sehr interessant werden, und der Markt könnte sich deutlich dynamischer bewegen als noch zu Beginn dieser Woche.

Im 4-Stunden-Chart stieg GBP/USD bis zum 0,0%-Retracement-Niveau bei 1,3657 und prallte von dort ab. Damit kam es zu einer Umkehr zugunsten des US-Dollars, und der Rückgang in Richtung des 23,6%-Fibonacci-Niveaus bei 1,3538 begann. Eine Konsolidierung oberhalb von 1,3657 würde es den Händlern ermöglichen, mit einem weiteren Anstieg des Pfunds zu rechnen. Auf den CCI- und RSI-Indikatoren entwickeln sich bullische Divergenzen, die den Rückgang bremsen könnten.

Commitments of Traders (COT) Report:

Die Stimmung der Händlerkategorie „Non-commercial“ ist in der letzten Berichtswoche etwas weniger „bearish“ geworden. Die Anzahl der von Spekulanten gehaltenen Long-Positionen ist um 12.075 gestiegen, während die Anzahl der Short-Positionen um 10.427 zugenommen hat. Die Differenz zwischen Long- und Short-Positionen liegt derzeit effektiv bei 77.000 gegenüber 132.000. Die Lücke und der Vorteil der Bären verengen sich allmählich, obwohl die Bären weiterhin einen erheblichen Vorsprung haben. Zuvor war die Dominanz der Bären unbestritten, doch inzwischen wird sie infrage gestellt, da sich der fundamentale Hintergrund verändert hat.

Ich glaube weiterhin nicht an einen „bearishen“ Trend beim Pfund, aber kurzfristig hängt alles von Trumps Handelspolitik, den geldpolitischen Entscheidungen der Fed und der Bank of England sowie von Dauer, Ausmaß und Folgen des Krieges im Nahen Osten ab. In den letzten Monaten hat sich der Markt auf Frieden eingestellt, doch die Verhandlungen zwischen Iran und den Vereinigten Staaten sind gescheitert, bevor sie richtig begonnen hatten. Und es gibt keine Garantie, dass sie in naher Zukunft wieder aufgenommen werden. Unterdessen bewegt sich die Geldpolitik des FOMC in Richtung eines Verzichts auf weitere Straffungen, was den Dollar-Bullen keine zusätzliche Zuversicht verleiht.

Wirtschaftskalender für die Vereinigten Staaten und das Vereinigte Königreich:

Vereinigte Staaten – Veränderung der Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe (12:30 UTC).

Am 27. August enthält der Wirtschaftskalender nur einen Termin. Der konjunkturelle Hintergrund wird die Marktstimmung am Donnerstag nicht beeinflussen.

GBP/USD Prognose und Trading-Tipps:

Verkäufe des Währungspaares waren nach einer Konsolidierung unterhalb der Zone 1,3633–1,3641 im Stunden-Chart mit einem Ziel bei 1,3556 möglich. Diese Trades können heute offen bleiben. Käufe sind nach einem Abprall von 1,3556 mit einem Ziel bei 1,3633–1,3641 möglich.

Die Fibonacci-Gitter werden im Stunden-Chart von 1,3557–1,3272 und im 4-Stunden-Chart von 1,3158–1,3655 gezogen.