Nvidia rettet die Bullen: Triumph der KI, Inflation und die Hauptintrige von Jackson Hole

Die Wall Street steht wegen der Inflation unter Spannung, doch der Bericht des Tech-Giganten könnte die Marktstimmung drehen. Die zentrale Frage lautet nun, ob das Potenzial des KI-Sektors ein hinreichend starkes Argument ist, um die negativen Auswirkungen der makroökonomischen Faktoren auszugleichen.

Der amerikanische Aktienmarkt hat endlich einen Anlass für Optimismus gefunden. Der Donnerstagshandel am Morgen in Asien war von einem klaren Anstieg der Futures auf die wichtigsten US-Indizes geprägt, wobei Nvidia der Haupttreiber der positiven Stimmung war.

Der Bericht des Unternehmens wirkte wie ein wahrer Balsam für Anleger, die in den vorangegangenen Sitzungen unter dem Druck steigender Anleiherenditen und der Sorge litten, dass die extrem hohen Bewertungen der Tech-Giganten keinen Spielraum für Fehler lassen.

Nvidias Triumph und grünes Licht für Aktienindizes

Der weltweit größte Hersteller von KI-Chips hat die Erwartungen nicht nur erfüllt, sondern übertroffen. Nvidias Quartalsumsatz hat sich im Jahresvergleich mehr als verdoppelt, und die Erlöse im Bereich Rechenzentren sind um beeindruckende 117 % in die Höhe geschossen.

Darüber hinaus sendete das Unternehmen ein starkes Signal an den Markt: Der Boom bei der KI-Infrastruktur verlangsamt sich nicht. Die Umsatzprognose für das Geschäftsjahr 2028 geht von einem zusätzlichen Wachstum von 70 % aus.

Der Markt reagierte umgehend: Im nachbörslichen Handel legten Nvidia-Aktien um fast 5 % zu. Dieser Triumph beflügelte den gesamten Technologiesektor.

Stand 09:29 Uhr Moskauer Zeit legten die Futures deutlich zu:

Der S&P 500 stieg um 0,3 % auf 7.710,75 Punkte. Der Nasdaq 100 legte um 0,5 % auf 29.442,75 Punkte zu. Der Dow Jones erhöhte sich um 0,2 % auf 53.628,00 Punkte.

Wermutstropfen und der Schatten von Jackson Hole

Die Euphorie rund um KI kann die makroökonomischen Sorgen jedoch nicht vollständig überdecken. Am Mittwoch schloss Wall Street leicht im Minus (S&P 500 -0,02 %, Nasdaq -0,1 %, Dow -0,2 %) und verarbeitete frische, wenig erfreuliche Inflationsdaten.

Der Preisindex für persönliche Konsumausgaben (PCE) beschleunigte sich im Juli auf 3,7 % im Jahresvergleich und übertraf damit die Prognose der Ökonomen von 3,6 %. Zur Erinnerung: Dieser Index ist das bevorzugte Inflationsmaß der Federal Reserve. Auf Monatssicht stiegen die Preise um 0,2 % statt der erwarteten 0,1 %.

Die Märkte verharren im Abwartemodus, während sich die gesamte Aufmerksamkeit auf das Symposium in Jackson Hole richtet. Wir warten auf die Rede von Kevin Warsh (Fed). Die zentrale Frage ist die Zukunft der Zinsen: Lockerung oder Fortsetzung der restriktiven Politik? Die Antwort auf diese Frage wird in naher Zukunft der wichtigste Treiber an den Märkten sein.

Berichtssaison: Helden und Außenseiter

An diesem Abend steht Nvidia nicht allein im Rampenlicht. Die Berichtssaison hat eine reiche Ernte weiterer prominenter Veröffentlichungen gebracht, die Investoren nach Börsenschluss genau unter die Lupe nahmen:

Salesforce erfreute Wall Street, indem das Unternehmen die Umsatzerwartungen für das zweite Quartal übertraf; die Aktie legte im nachbörslichen Handel um 14 % zu. CrowdStrike hob seine Umsatzprognose für das Gesamtjahr an, was den Aktienkurs um 9 % nach oben trieb. Synopsys präsentierte ebenfalls seinen Quartalsbericht und blieb damit im Fokus der Tech-Investoren.

Es gab jedoch auch Verlierer: HP brach um 9 % ein, belastet von enttäuschenden Zahlen zum Rückgang der Auslieferungen von Personal Computern.

Damit steht der Markt an einem Scheideweg. Die KI-Rally versucht, die Indizes auf neue Höchststände zu ziehen, doch Inflation und die Rhetorik der Fed halten die Käufer in Spannung. Der Kampf zwischen dem Glauben an technologische Durchbrüche und makroökonomischem Pessimismus ist in vollem Gange. Wir behalten die Entwicklung im Blick.