Aktienmarkt am 28. August: S&P 500 und Nasdaq holen vor Jackson Hole Verluste auf

Die US-Aktienindizes schlossen gestern im Plus. Der S&P 500 stieg um 0,72 %, der Nasdaq 100 legte 1,57 % zu, und der Dow Jones Industrial Average gewann 0,20 %.

Im Laufe des heutigen Tages gaben die Futures auf US-Aktienindizes nach, und US-Staatsanleihen stabilisierten sich, da sich Händler mit größeren Positionen zurückhielten, bevor Fed-Chef Kevin Warsh seine Rede in Jackson Hole hält. Die anfängliche Euphorie rund um den KI-Trade, ausgelöst durch die optimistische Prognose von Nvidia, hat nachgelassen, und Marvell Technology sorgte für zusätzlichen Druck, nachdem die Aktie nach den Ergebnissen um mehr als 7% eingebrochen war.

Wie oben erwähnt, konnten sich US-Staatsanleihen von Verlusten erholen, nachdem die Renditen entlang der Kurve um zwei bis drei Basispunkte aufgrund von Inflations- und Haushaltsbedenken gestiegen waren. Die zinssensitive zweijährige Rendite verharrte bei 4,23%.

Die zentrale Frage im Hinblick auf Warshs Ausführungen ist, ob die Renditen weiter steigen werden. Bleiben neue Signale zu einem künftigen Rahmenwerk aus, könnte die Bewegung bei langlaufenden Anleihen deutlich kräftiger ausfallen. Allerdings wird ein klarer Hinweis zur Geldpolitik allgemein nicht erwartet, da sich der Vorsitzende mit vorausschauenden Schätzungen zurückhält. Stattdessen dürfte Warsh erste Ergebnisse von fünf Fed-Arbeitsgruppen vorstellen – zu Kommunikation, Bilanz, Konjunkturdaten, Produktivität und Beschäftigung sowie zu Rahmenwerken für die Inflationssteuerung. Diese Gruppen wurden kurz nach seinem Amtsantritt eingesetzt, ihre abschließenden Bewertungen werden bis Jahresende erwartet.

Der interne Ton bei der Fed bleibt falkenhaft. Die Notenbanker beließen den Leitzins auf der letzten Sitzung bei 3,50–3,75%, während die Futures-Märkte weiterhin einen Viertelpunkt-Anstieg bis Jahresende einpreisen. Jeff Schmid, Präsident der Kansas City Fed, erklärte kürzlich, die Geldpolitik bremse die Wirtschaft nicht – damit griff er Argumente auf, die auch EZB-Falken im Juli im Zusammenhang mit der anziehenden Kreditvergabe vorgebracht hatten.

Andernorts zeigten sich die Märkte uneinheitlich. Der Yen schwächte sich leicht auf etwa 159,55 je US-Dollar ab, nachdem Tokios wichtiger Inflationsindikator den dritten Monat in Folge anzog. Gold gab auf rund 4.575 US-Dollar je Unze nach, Bitcoin fiel unter 80.000 US-Dollar, und Kupfer näherte sich einem Rekordhoch. Brent verlor 0,5% auf etwa 89,30 US-Dollar je Barrel, obwohl es weiterhin diplomatische Spannungen in Bezug auf die Straße von Hormus gibt; zudem sorgten Berichte für Aufmerksamkeit, wonach Venezuela Pläne prüft, aus der OPEC auszutreten.

Die charttechnische Lage für den S&P500 deutet darauf hin, dass die unmittelbare Aufgabe der Käufer heute darin besteht, den Widerstand bei 7.737 Punkten zu überwinden. Das würde Stärke signalisieren und den Weg in Richtung 7.756 Punkte freimachen. Ein Halten der Marke von 7.786 Punkten würde die Position der Bullen zusätzlich festigen. Auf der Unterseite gilt: Lässt die Risikobereitschaft nach, müssen die Käufer das Niveau von 7.718 Punkten verteidigen. Ein Bruch dieser Marke dürfte den Index rasch zurück auf 7.698 Punkte drücken und den Weg in Richtung 7.679 Punkte ebnen.