EUR/USD – 28. August: Der Dollar bleibt vor zwei wichtigen Ereignissen stabil

Am Donnerstag setzte EUR/USD seine Abwärtsbewegung nach einer Erholung vom 127,2%-Korrekturlevel bei 1,1700 fort und bewegte sich in Richtung des 100,0%-Korrekturlevels bei 1,1620. Ein Rebound von 1,1620 würde den Euro begünstigen und eine Wiederaufnahme des Anstiegs in Richtung 1,1700 unterstützen. Eine Konsolidierung unterhalb von 1,1620 würde es Tradern ermöglichen, mit einer Fortsetzung des Rückgangs in Richtung des nächsten Fibonacci-Levels von 76,4% bei 1,1551 zu rechnen.

Die Wellenstruktur im Stundenchart bleibt bullisch. Die letzte abgeschlossene Aufwärtswelle hat das vorherige Hoch nach oben durchbrochen, während die neue Abwärtswelle das vorherige Tief noch nicht unterschritten hat. Die geopolitischen Rahmenbedingungen bleiben anhaltend negativ: Verhandlungen zwischen dem Iran und den Vereinigten Staaten finden nicht statt, und die Blockade der Straße von Hormus bleibt bestehen. Allerdings ist die Haltung des FOMC derzeit für den Dollar wichtiger – und sie bleibt äußerst widersprüchlich.

Am Donnerstag gab es praktisch keine nennenswerten fundamentalen Nachrichten, abgesehen von einigen Indikatoren, die für Trader kaum von Bedeutung waren. In Deutschland wurde am Morgen der GfK-Konsumentenvertrauensindex veröffentlicht, der – wie inzwischen üblich – ein negatives Ergebnis zeigte. Das Verbrauchervertrauen in die wirtschaftliche Zukunft ist nun bereits seit fünf Jahren negativ. Der Bericht bereitete dem Euro jedoch keine größeren Probleme. Die Bären setzten ihre schleppenden Angriffe fort, die weitgehend mit dem Rückzug bzw. der Pause in den Angriffen der Bullen zusammenhängen. Bereits den fünften Tag in Folge fällt der Euro von 1,1700 in Richtung 1,1620, kann das Ziel aber weiterhin nicht erreichen. Die Marktbewegungen könnten heute dynamischer ausfallen, da Kevin Warsh auf dem Jackson-Hole-Symposium sprechen wird und die jährlichen Nonfarm-Payrolls-Daten revidiert werden. Beide Ereignisse versprechen interessant zu werden, und es ist unwahrscheinlich, dass Trader darauf gleichgültig reagieren. Daher stelle ich mich in der zweiten Tageshälfte auf eine kräftige Bewegung in beide Richtungen ein. Meiner Einschätzung nach ist ein Rückgang des Dollars wahrscheinlicher, doch schließe ich kein Szenario aus.

Im 4-Stunden-Chart konsolidierte sich das Paar oberhalb des 61,8 % Korrekturlevels bei 1,1649 und kehrte anschließend dorthin zurück. Damit könnte der Anstieg des Euro in Richtung des nächsten Fibonacci-Levels von 76,4 % bei 1,1726 weitergehen, sofern das Paar von 1,1649 nach oben abprallt. Der aufwärtsgerichtete Trendkanal signalisiert einen starken bullischen Vorstoß. Mit einer Stärkung des US-Dollars ist frühestens zu rechnen, nachdem der Kurs unterhalb des Kanals schließt. Auf keinem der Indikatoren sind derzeit sich entwickelnde Divergenzen zu beobachten.

Commitments of Traders (COT) Report:

In der letzten Berichts­woche haben professionelle Händler 945 Long-Positionen und 1.876 Short-Positionen geschlossen. In den sieben Wochen im Februar und März ist der überwältigende Vorteil der Bullen aufgrund des Kriegs im Iran verschwunden, während sich die Lage in den vergangenen 21 Wochen angesichts der offensichtlichen Waffenruhe und der Markthoffnungen auf ein Kriegsende ausgewogener gestaltet hat. Die Gesamtzahl der von Spekulanten gehaltenen Long-Positionen liegt derzeit bei 196.000, während die Short-Positionen bei 255.000 stehen. Die Bären übernehmen erneut die Führung.

Insgesamt zeigen die wichtigen Marktteilnehmer langfristig weiterhin ein starkes Interesse am Euro. Natürlich beeinflussen unterschiedliche Ereignisse rund um den Globus, von denen es in den letzten Jahren viele gegeben hat, die Stimmung der Investoren. Derzeit verfolgt der Markt insbesondere die Lage im Nahen Osten aufmerksam, wo der Krieg abwechselnd zu Ende zu gehen scheint und dann wieder aufflammt. Zunächst ignorierte der Markt die Waffenruhe und anschließend auch die Wiederaufnahme der Kampfhandlungen. Damit bestimmt die Geopolitik das Schicksal des Dollars nicht mehr allein.

Nachrichtenkalender für die Vereinigten Staaten und die Europäische Union:

Deutschland – Arbeitslosenquote (07:55 UTC).Vereinigte Staaten – Rede des FOMC-Vorsitzenden Kevin Warsh (14:00 UTC).Vereinigte Staaten – Jährliche Revision der Nonfarm Payrolls (14:00 UTC).

Am 28. August enthält der Wirtschaftskalender drei Einträge, von denen zwei wichtig sind. Das wirtschaftliche Umfeld wird in der zweiten Hälfte des Freitags einen starken Einfluss auf die Marktstimmung haben.

EUR/USD-Prognose und Trading-Tipps:

Ein Kauf des Währungspaars ist heute nach einem Rebound von 1,1620 im Stundenchart mit einem Ziel bei 1,1700 möglich. Ein Verkauf war nach einem Rebound von 1,1700 im Stundenchart mit einem Ziel bei 1,1620 möglich. Diese Trades können weiterhin offen gehalten werden.

Die Fibonacci-Raster sind im Stundenchart von 1,1620–1,1325 und im 4-Stunden-Chart von 1,1849–1,1325 eingezeichnet.