Das Währungspaar GBP/USD zeigte sich am Montag äußerst träge, wobei die tägliche Volatilität erneut minimal ausfiel. Im nachstehenden Chart ist klar zu erkennen, dass die Schwankungsbreite in den vergangenen drei, wenn nicht sogar vier Wochen niedrig geblieben ist. In den letzten fünf Handelstagen lag sie im Durchschnitt bei nicht mehr als 50 Pips. Was sind 50 Pips pro Tag für das historisch volatile Pfund? Das entspricht in etwa 30 Pips für die Gemeinschaftswährung Euro. Und 30 Pips – das ist praktisch vollständige Ruhe am Markt. Allein anhand des Volatilitätsindikators lassen sich daher mehrere wichtige Schlussfolgerungen ziehen.
Erstens ist der Markt derzeit nicht bereit für starke Bewegungen. Zweitens ist er nur dazu bereit, auf die wichtigsten Ereignisse zu reagieren, etwa die Nonfarm Payrolls, die Arbeitslosenquote, den Verbraucherpreisindex, die Rede von Kevin Warsh und die Sitzungen der Zentralbanken. Alle anderen Ereignisse können zwar ebenfalls Marktreaktionen auslösen, diese fallen jedoch minimal aus und sind eher nachrangig zu bewerten. Folglich werden in dieser Woche rund 80 % der Perspektiven für die Währungspaare EUR/USD und GBP/USD erneut vom Indikator Nonfarm Payrolls abhängen, diesmal jedoch nur für den Monat August. Aus unserer Sicht wird der August-Bericht deutlich mehr Gewicht haben als der Jahresbericht, der am vergangenen Freitag veröffentlicht wurde. Es mag scheinen, als sei der Jahresbericht wichtiger, doch der Freitagsbericht hat die Händler eher verwirrt als für Klarheit gesorgt.
Zur Erinnerung: Auf Jahresbasis lag die Zahl der außerhalb der Landwirtschaft geschaffenen Arbeitsplätze um 79.000 unter den tatsächlichen Werten. Einerseits ist dies eine geringe Abweichung. Andererseits ist es eben eine Abweichung – und erneut nach unten gerichtet. Der Markt nahm diese Information positiv für den US-Dollar auf, da er ein deutlich schlechteres Ergebnis erwartet hatte. Dennoch sind -79.000 kaum als positive Zahl für den Arbeitsmarkt zu werten.
In den vergangenen vier Monaten ist ein negativer Trend am US-Arbeitsmarkt zu beobachten. Nicht nur, dass die Zahl der neu geschaffenen Stellen kontinuierlich zurückgeht und im Juli unter die „Wasserlinie“ gefallen ist, auch die Werte der Vormonate werden nachträglich nach unten revidiert. Daher könnte der August-Bericht einerseits erneut die niedrigste Zahl an neu geschaffenen Nonfarm-Stellen ausweisen (im Bereich von 40.000 bis 60.000), und andererseits könnten die Zahlen für Juni und Juli nochmals weiter nach unten korrigiert werden.
Trader sollten sich bewusst machen, dass Nonfarm Payrolls kein besonders genauer Indikator für den Zustand des US-Arbeitsmarktes ist – und dass es im Grunde gar keinen wirklich exakten Indikator gibt. Nonfarm Payrolls erfasst lediglich vorläufige Einstellungsdaten, die sich innerhalb eines Monats deutlich verändern können. Und nach zwei Monaten können sie ein völlig anderes Bild ergeben. Genau aus diesem Grund werden die zuvor veröffentlichten Werte ständig revidiert. Sollte der Nonfarm-Bericht am Freitag erneut enttäuschen, wird dies neue Probleme für den US-Dollar schaffen, da die Chancen der Federal Reserve, die Geldpolitik im September zu straffen, noch weiter schwinden. Gemeint sind hier die realen Chancen, nicht lediglich jene, die vom vielzitierten Tool CME FedWatch angezeigt werden.
Die durchschnittliche Volatilität des Währungspaares GBP/USD in den letzten 5 Handelstagen beträgt zum 1. September 48 Pips. Für das Pfund/US‑Dollar‑Paar gilt dieser Wert als „niedrig“. Am Dienstag, dem 1. September, erwarten wir eine Bewegung des Paares in der Spanne von 1,3493 bis 1,3589. Der obere Kanal der linearen Regression hat nach oben gedreht, was auf einen Aufwärtstrend hinweist. Der CCI‑Indikator ist in den überverkauften Bereich eingetreten und signalisiert ein mögliches Ende der Korrektur.
Nächste Unterstützungsniveaus:S1 – 1,3489
S2 – 1,3428
S3 – 1,3367
Nächste Widerstandsniveaus:R1 – 1,3550
R2 – 1,3611
R3 – 1,3672
Handelsempfehlungen:Das Währungspaar GBP/USD setzt seinen Aufwärtstrend fort. Die Politik von Donald Trump wird weiterhin Druck auf die US‑Wirtschaft ausüben, daher erwarten wir kein langfristiges Wachstum des US‑Dollars. Das Jahr 2026 sieht für den Dollar aufgrund geopolitischer Faktoren positiv aus, aber jede Geschichte hat ein Ende. Im Wochenchart befindet sich das Paar nach wie vor in einer Seitwärtsrange zwischen 1,3150 und 1,3780 innerhalb eines vierjährigen Aufwärtstrends, was die Erwartung eines anhaltenden Anstiegs der britischen Währung im mittelfristigen Horizont stützt. Long‑Positionen mit Zielen bei 1,3672 und 1,3733 können in Betracht gezogen werden, wenn sich der Kurs oberhalb des gleitenden Durchschnitts befindet. Befindet sich der Kurs unterhalb der Linie des gleitenden Durchschnitts, kann auf fallende Kurse gehandelt werden, mit Zielen bei 1,3489 und 1,3428.
Erläuterungen zu den Abbildungen:Regression Channels helfen dabei, den aktuellen Trend zu bestimmen. Sind beide in die gleiche Richtung gerichtet, bedeutet dies, dass der Trend derzeit stark ist.
Die Linie des Moving Average (Einstellungen: 20, 0, smoothed) definiert den kurzfristigen Trend und die Richtung, in die aktuell gehandelt werden sollte.
Murray Levels sind Zielmarken für Bewegungen und Korrekturen;
Volatilitätsniveaus (rote Linien) zeigen auf Basis der aktuellen Volatilitätsindikatoren den wahrscheinlichen Preiskanal an, in dem sich das Paar in den nächsten 24 Stunden bewegen wird.
Der CCI‑Indikator — sein Eintritt in den überverkauften Bereich (unter -250) oder in den überkauften Bereich (über +250) deutet darauf hin, dass ein Trendwechsel in die entgegengesetzte Richtung bevorsteht.