Gemäß dem eingereichten Form 8-K hat Strategy 4.603 Bitcoins zu einem Durchschnittspreis von 80.318 US‑Dollar erworben und damit seine Reserve auf 845.050 Coins mit einem Gesamtwert von 63,3 Milliarden US‑Dollar bei einem durchschnittlichen Einstiegspreis von 75.413 US‑Dollar erhöht. Dies ist der erste Kauf des Unternehmens seit Mitte Juni, als es zusätzlich 1.587 BTC für rund 100 Millionen US‑Dollar erwarb. Die Transaktion wurde durch den Verkauf von MSTR‑Aktien im Wert von 602 Millionen US‑Dollar finanziert, von denen 30 Millionen US‑Dollar zur Stärkung der Barmittelreserven verwendet wurden und 151,8 Millionen US‑Dollar in den Rückkauf von STRC‑Vorzugsaktien flossen.
Die Rückkehr zu Bitcoin-Käufen kam für diejenigen, die Michael Saylors Kommunikationsstil verfolgen, nicht überraschend. Am Sonntag veröffentlichte er einen kurzen Beitrag auf X mit den Worten „We’re back“ – ein mittlerweile typischer Move des Gründers, der traditionell mit kryptischen Wochenend-Posts auf bedeutende Treasury-Entscheidungen hinweist, bevor diese offiziell bekannt gegeben werden.
Die Reaktion des Kryptomarktes auf die Nachricht fiel überraschend verhalten aus: Weder bei den Bitcoin-Kursen noch in der Stimmung der Trader zeigte sich eine nennenswerte Bewegung. Stattdessen reagierte der Markt deutlich stärker nicht auf den Kauf selbst, sondern auf dessen Timing, was eine weitere Welle des Spottes über die seit Langem bekannten Verhaltensmuster des Unternehmens auslöste. Die Ironie an der Situation: Strategy hatte im Sommer einen Teil seiner Reserven zu Preisen verkauft, die deutlich unter dem aktuellen Niveau liegen; im Juli und August meldete das Unternehmen Transaktionen im Bereich von 63.000–64.000 US-Dollar und erklärte dies als notwendige Maßnahme zur Stärkung der Bilanz und zur Erfüllung der Dividendenverpflichtungen für STRC. Nun, da Bitcoin auf 80.000 US-Dollar gestiegen ist, tritt es wieder als aggressiver Käufer auf. Diese Abfolge von Verkäufen in Rücksetzern und Käufen in steigenden Märkten, die dem klassischen Prinzip „buy the dips, sell the peaks“ diametral widerspricht, hat eine Welle der Kritik ausgelöst.
Zur Erinnerung: Saylor sah sich in diesem Jahr heftiger Kritik ausgesetzt und verteidigte sich öffentlich gegen Vorwürfe der Heuchelei mit dem Hinweis, er habe persönlich noch keinen einzigen Satoshi verkauft, da Strategy ein börsennotiertes Unternehmen und nicht seine private Wallet sei. Doch die wiederkehrende Abfolge nach dem Muster „billig verkauft, teuer gekauft“ hat eine weitere ähnliche Transaktion eher zum Gegenstand anhaltender Witze als zu einem Anlass für uneingeschränktes Marktvertrauen werden lassen.
Handelsempfehlungen
Was das technische Bild von Bitcoin angeht, zielen die Käufer derzeit auf eine Rückkehr zum Niveau von 79.200 USD ab, was einen direkten Weg zu 81.300 USD eröffnet. Von dort ist es nur ein Katzensprung bis zum Bereich um 83.600 USD, dessen Überschreiten den Versuch signalisieren würde, in einen Bullenmarkt zurückzukehren. Für den Fall eines Rückgangs von Bitcoin rechne ich am Niveau von 77.500 USD mit Käufern. Ein Unterschreiten dieses Bereichs könnte BTC rasch in Richtung 75.300 USD drücken. Das entfernteste Ziel wäre der Bereich um 72.800 USD.
Was das technische Bild von Ethereum betrifft, deutet eine klare Konsolidierung oberhalb der Marke von 2.504 $ auf einen direkten Anstieg in Richtung 2.557 $ hin. Das fernste Ziel ist das Hoch im Bereich von 2.624 $, dessen Bruch auf eine Stärkung der bullischen Stimmung am Markt und eine Rückkehr des Käuferinteresses hindeuten würde. Fällt Ethereum hingegen, erwarte ich Käufer im Bereich von 2.459 $. Eine Rückkehr des Handelsinstruments unter diese Zone könnte ETH schnell in Richtung 2.415 $ drücken. Das fernste Abwärtsziel liegt im Bereich von 2.373 $.
Was im Chart zu sehen ist
Die roten Linien stellen Unterstützungs- und Widerstandsbereiche dar, an denen der Kurs voraussichtlich pausiert oder scharf reagiert. Die grüne Linie zeigt den 50‑Tage‑gleitenden Durchschnitt. Die blaue Linie ist der 100‑Tage‑gleitende Durchschnitt. Die limettenfarbene Linie ist der 200‑Tage‑gleitende Durchschnitt.Das Anlaufen oder Überkreuzen eines dieser gleitenden Durchschnitte führt häufig entweder zu einer Unterbrechung der Kursbewegung oder sorgt für neuen Schwung im Markt.