EUR/USD – Kursanalyse und Prognose: Eskalierende Spannungen zwischen den USA und Iran stärken den Dollar und setzen das Währungspaar unter Druck

Das Währungspaar EUR/USD hatte Schwierigkeiten, seine Aufwärtsbewegung nach einer nächtlichen Erholung von der 100-Tage-Simple-Moving-Average (SMA) im Bereich von 1,1575–1,1572 zu behaupten, was einem Tiefstand von eineinhalb Wochen entspricht. In der europäischen Sitzung am Dienstag drehte das Paar nach unten und notiert derzeit unter 1,1600, was einem Rückgang von knapp 0,50 % am Tag entspricht, bedingt durch eine moderate Stärke des US-Dollars.

Händler agieren zurückhaltend, während sie auf die vorläufigen Daten zum Harmonisierten Verbraucherpreisindex (HVPI) der Eurozone warten.

Prognosen deuten auf einen Anstieg der Inflation in der Eurozone im August hin, was eine Zinserhöhung der Europäischen Zentralbank (EZB) im September nahezu unausweichlich erscheinen lässt. Diese Erwartungen wurden durch die deutschen Verbraucherpreisdaten (VPI) gestützt, die im August auf 2,9 % von 2,8 % im Vormonat gestiegen sind. Zudem äußerte sich EZB-Direktoriumsmitglied Isabel Schnabel zuversichtlich zur Notwendigkeit einer weiteren Zinserhöhung, auch wenn die Marktreaktion auf diesen Bericht voraussichtlich verhaltener ausfallen dürfte.

Unterdessen richtet sich während der nordamerikanischen Sitzung der Fokus auf US-Konjunkturdaten, darunter den ISM-Einkaufsmanagerindex für das verarbeitende Gewerbe (ISM Manufacturing PMI) und die JOLTS-Daten zu offenen Stellen. Darüber hinaus haben jüngste Äußerungen des Vorsitzenden der Federal Reserve, Kevin Warsh, die Erwartungen auf eine bevorstehende Zinserhöhung verstärkt. Dies erhöht zusammen mit geopolitischen Unsicherheiten die Nachfrage nach dem US-Dollar als sicherem Hafen und unterstützt seine Erholung nach dem moderaten Rückgang am Vortag. Dies gilt als ein wesentlicher Faktor, der Abwärtsdruck auf EUR/USD ausübt.

Dennoch könnten Dollar-Bullen von aggressiven Positionierungen absehen und es vorziehen, die Veröffentlichung der wichtigen monatlichen US-Arbeitsmarktdaten, der sogenannten Nonfarm Payrolls (NFP), abzuwarten, die am Freitag erscheinen. Gleichwohl könnten fundamentale Faktoren den Dollar weiter stützen, und jede Erholung von EUR/USD im Tagesverlauf dürfte wahrscheinlich auf Verkaufsinteresse stoßen.

Aus technischer Sicht würde ein Scheitern des Kurses, sich über dem 100-Tage-Simple Moving Average (SMA) zu halten, und ein anschließender Bruch darunter als wichtiges Signal für die Bären gewertet werden. In diesem Szenario könnten die Kassakurse bis auf 1,1522 fallen, gefolgt von der psychologisch wichtigen Marke von 1,1500. Auf der Oberseite trifft das Währungspaar zunächst auf Widerstand am 9-Tage-EMA, danach am 200-Tage-SMA und anschließend im Bereich von 1,1650, oberhalb dessen die Bullen weiteren Spielraum nach oben hätten. Solange die Oszillatoren im positiven Bereich bleiben, haben die Bullen weiterhin gute Chancen, die Kontrolle zurückzugewinnen. Ein Tagesschlusskurs oberhalb der Hürde bei 1,1700 wäre erforderlich, um den aktuellen Abwärtsdruck nachhaltig zu entschärfen.