Intraday-Strategien für Anfänger im Handel am 4. September

Der Dollar verlor weiter an Stärke gegenüber Risikoanlagen, wobei koordinierte Währungsinterventionen eine Rolle spielten.

Obwohl der US‑Dienstleistungssektor einen durchaus soliden Bericht vorlegte, muss dieser zugleich in zweierlei Hinsicht gelesen werden. Die Geschäftstätigkeit sprang von 59,1 auf 61,7 nach oben, dem höchsten Wert seit November 2022; die Auftragseingänge stiegen auf 60,9; und der übergeordnete ISM Services Index kletterte von 54,1 auf 55,4. Der ISM basiert auf Umfragen und bildet den größten Sektor der Wirtschaft ab; Werte über 50 signalisieren Expansion. Unter normalen Umständen hätten derart starke Zahlen den Dollar gestützt. Besorgniserregend ist jedoch die Preiskomponente: Der Preisindex schnellte auf 72,6 in die Höhe, den höchsten Stand seit August 2022, und sein 12‑Monats‑Durchschnitt von 68,5 % bleibt erhöht – aus meiner Sicht ein gewichtiges Argument für eine Zinserhöhung der Federal Reserve im September.

Die Marktreaktion lief jedoch aufgrund der Währungsinterventionen den Fundamentaldaten zuwider. Die USA und die Bank of Japan griffen aktiv in den Markt ein, und diese koordinierten Maßnahmen schwächten den Dollar und kompensierten den positiven Effekt des starken Berichts. Deshalb blieb die übliche Dollar‑Reaktion auf die robusten Dienstleistungsdaten aus, und der Greenback gab nach.

Dieses Umfeld unterstützte den Euro und das Pfund, und beide europäischen Währungen legten gegenüber dem Dollar zu. Ich gehe davon aus, dass EUR/USD und GBP/USD solange Aufwärtspotenzial haben, wie die Interventionen ein aktiver Faktor bleiben. Dennoch würde ich die Bedeutung der US‑Daten nicht unterschätzen. Sobald die Interventionen auslaufen, könnten falkenhafte Signale aus den Preisdaten dem Dollar rasch wieder die Initiative zurückgeben.

Heute richtet sich der Fokus in der ersten Tageshälfte beim Euro auf die deutschen Industrieaufträge und die Einzelhandelsumsätze in der Eurozone. Industrieaufträge sind ein Frühindikator für die künftige Auslastung der Fabriken, und die Einzelhandelsumsätze spiegeln die Konsumnachfrage wider. Zusammen vermitteln sie somit ein gutes Bild von der Konjunktur im Währungsraum. Meiner Einschätzung nach könnten schwache Zahlen den Euro etwas nach unten drücken. Ein deutlicher Abverkauf ist jedoch unwahrscheinlich, da der Inflationsdruck und die Erwartung einer falkenhaften Europäischen Zentralbank die Gemeinschaftswährung weiter stützen.

Zur Erinnerung: Der Markt hat eine Zinserhöhung um 25 Basispunkte auf 2,5 % bei der EZB‑Sitzung am 10. September nahezu vollständig eingepreist, und die jüngsten Daten haben eine anziehende Inflation in der Eurozone bestätigt. Daher erwarte ich nicht, dass schwächere Zahlen dem Euro einen schweren Schlag versetzen – wahrscheinlicher ist eine moderate Korrektur bei EUR/USD.

Für das Pfund bedeutet das Ausbleiben britischer Konjunkturdaten in der ersten Tageshälfte, dass es von externen Faktoren abhängig bleibt, wobei alle Blicke auf die Rede von Bank of England‑Gouverneur Andrew Bailey gerichtet sind. Ich rechne nicht mit neuen politischen Weichenstellungen, doch wären Kommentare zu den jüngsten Inflations‑ und Arbeitsmarktdaten aufschlussreich. Die jüngsten Zahlen zeichnen ein gemischtes Bild: Der Dienstleistungssektor erholt sich und der Preisdruck dort hat zugenommen, während die Beschäftigung seit 23 Monaten rückläufig ist.

Baileys Tonfall wird die kurzfristige Dynamik des Pfunds bestimmen. Meiner Meinung nach würde eine vorsichtige Haltung rasch neuen Druck auf GBP/USD ausüben, da der Markt dies als Signal gegen eine baldige Straffung interpretieren dürfte; eine entschiedenere Wortwahl würde das Pfund stützen, doch rechne ich nicht damit – die Risiken für das Währungspaar sind daher eher nach unten gerichtet.

Wenn die Daten den Erwartungen der Ökonomen entsprechen, ist es besser, mit einer Mean‑Reversion‑Strategie zu handeln. Fallen die Daten deutlich höher oder niedriger als erwartet aus, sollte eine Momentum‑Strategie genutzt werden.

Momentum‑Strategie (Breakout):Für EURUSDKauf bei einem Ausbruch über 1,1641 mit Kursziel 1,1657 und 1,1673;Verkauf bei einem Ausbruch unter 1,1621 mit Kursziel 1,1601 und 1,1584;Für GBPUSDKauf bei einem Ausbruch über 1,3545 mit Kursziel 1,3573 und 1,3596;Verkauf bei einem Ausbruch unter 1,3521 mit Kursziel 1,3501 und 1,3480;Für USDJPYKauf bei einem Ausbruch über 156,73 mit Kursziel 157,05 und 157,40;Verkauf bei einem Ausbruch unter 156,02 mit Kursziel 155,56 und 155,23;Mean‑Reversion‑Strategie (auf Rücksetzer):Für EURUSDNach einer gescheiterten Bewegung über 1,1640 bei einer Rückkehr unter dieses Niveau nach Verkaufsmöglichkeiten suchen;Nach einer gescheiterten Bewegung über 1,1618 bei einer Rückkehr auf dieses Niveau nach Kaufmöglichkeiten suchen;Für GBPUSDVerkauf in Erwägung ziehen, nachdem ein Ausbruchsversuch über 1,3547 scheitert und der Kurs wieder unter dieses Niveau fällt;Kauf in Erwägung ziehen, nachdem ein Ausbruchsversuch über 1,3516 scheitert und der Kurs zu diesem Niveau zurückkehrt;Für AUDUSDNach einem gescheiterten Anstieg über 0,7223 auf eine Rückkehr unter dieses Niveau hin verkaufen;Nach einem gescheiterten Anstieg über 0,7196 bei einer Rückkehr auf dieses Niveau hin kaufen;

Für USDCADErwägen Sie einen Verkauf nach einem fehlgeschlagenen Ausbruch über 1,3800, wenn der Kurs wieder unter dieses Niveau fällt;Erwägen Sie einen Kauf nach einem fehlgeschlagenen Ausbruch über 1,3775, wenn der Kurs zu diesem Niveau zurückkehrt;