August-Bericht zu den Beschäftigtenzahlen außerhalb der Landwirtschaft erschüttert den Markt

Der Dollar legte zu und alle Risikoanlagen brachen ein, nachdem die US-Beschäftigtenzahl außerhalb der Landwirtschaft im August um 162.000 gestiegen war, während die Arbeitslosenquote unverändert bei 4,1 % blieb, wie das Bureau of Labor Statistics berichtete. Das Ergebnis übertraf die Konsensprognose von 55.000 bei Weitem — es lag fast dreimal so hoch — und entsprach dem Fünffachen des durchschnittlichen monatlichen Zuwachses der vorangegangenen 12 Monate, der bei 31.000 gelegen hatte.

Die Revisionen erwiesen sich als noch wichtiger. Die Zahl für Juni wurde um 11.000 nach oben korrigiert (von 20.000 auf 31.000) und die für Juli um 44.000 (von -23.000 auf +21.000). Zusammengenommen lag die Beschäftigung in diesen beiden Monaten damit um 55.000 höher als zuvor gemeldet. Anders ausgedrückt: Der Rückgang der Beschäftigung im Juli, der so viele Debatten ausgelöst hatte, hat in Wirklichkeit gar nicht stattgefunden.

Dieser Bericht wich gleichzeitig von sämtlichen Frühindikatoren ab, und das Ausmaß dieser Abweichung ist für mich die zentrale Tatsache des Tages. ADP zählte lediglich 38.000 Stellen im Privatsektor – den niedrigsten Wert seit Januar. Der Beschäftigungsindex des ISM für den Dienstleistungssektor blieb mit 47,8 den zweiten Monat in Folge im Kontraktionsbereich. Der Manufacturing ISM wies einen Beschäftigungswert von 51,2 gegenüber 52,8 im Vormonat aus. Alle drei Signale deuteten auf eine Abschwächung der Neueinstellungen hin, während die offiziellen Daten das beste Ergebnis des Jahres lieferten.

Wer hat recht? Ich bin überzeugt, dass der Unterschied nicht auf einen Erhebungsfehler, sondern auf die Methodik zurückzuführen ist. ADP erfasst nur den Privatsektor und stützt sich auf seine Payroll-Kundschaft, während der Bereich der kommunalen Bildung – der 42.000 Stellen geschaffen hat – außerhalb dieses Rahmens liegt. Die ISM-Indizes messen den Anteil der Unternehmen mit steigender Beschäftigung, nicht die absoluten Neueinstellungen; wenn die Neueinstellungen auf wenige Branchen konzentriert sind, können die ISM-Werte trotzdem Schwäche signalisieren.

Die Zusammensetzung des Zuwachses stützt diese Sichtweise. Accommodation and food services legten um 59.000 Stellen zu, verglichen mit einem durchschnittlichen monatlichen Zuwachs von 12.000 im Jahresverlauf; der Bereich der kommunalen Bildung schuf 42.000 Stellen; das Verarbeitende Gewerbe 16.000; das Baugewerbe 22.000; das Gesundheitswesen 13.000. Fast der gesamte Anstieg entfiel damit auf zwei Sektoren, von denen einer öffentlich ist. Diese Konzentration spricht eher für diejenigen, die eine Pause der Fed befürworten, und schwächt die Position jener, die die Schlagzeilenzahl als eindeutiges Überhitzungssignal interpretieren.

Die Lohndynamik bleibt verhalten, was für die Fed entscheidend ist. Die durchschnittlichen Stundenlöhne stiegen um 0,10 Dollar beziehungsweise 0,3 % auf 37,75 Dollar, bei einem 12-Monats-Anstieg von 3,1 %. Die durchschnittliche Wochenarbeitszeit erhöhte sich um 0,1 Stunde auf 34,4 Stunden. Das Ausbleiben einer Beschleunigung beim Lohnwachstum bedeutet, dass Zweitrundeneffekte höherer Energiepreise am Arbeitsmarkt bislang noch nicht sichtbar sind.

Dieser Bericht verändert die Aussichten für die Septembersitzung grundlegend. Christopher Waller hatte gesagt, er tendiere dazu, die Zinsen unverändert zu lassen, falls er Fortschritte bei der Inflation sehe, und John Williams verwies auf Anzeichen von Disinflation. Beide Argumente stützten sich auf eine sich abschwächende Lage am Arbeitsmarkt, und genau diese Annahme ist nun zusammengebrochen. Ich rechne damit, dass die Wahrscheinlichkeit für eine Anhebung um 25 Basispunkte wieder in etwa in den Bereich von 65–75 % steigt, wobei der Verbraucherpreisindex-Bericht am 11. September ausschlaggebend sein dürfte, da dem dovishen Flügel nun ein beschäftigungsbezogenes Argument fehlt.

Trotz des vielschichtigen Arbeitsmarktberichts wage ich jedoch die Prognose, dass die Federal Reserve die Zinsen am 15.–16. September dennoch anheben könnte.

Technisch gesehen besteht für EUR/USD die zentrale Aufgabe der Käufer darin, sich über 1,1641 zu halten – nur dann wäre der Weg für einen Test von 1,1657 frei. Von dort aus könnte das Währungspaar 1,1673 erreichen, wobei eine solche Bewegung ohne Beteiligung großer Marktteilnehmer eher unwahrscheinlich erscheint. Bei einem Rückgang rechne ich erst im Bereich von 1,1621 mit ernsthaftem Kaufinteresse; bleibt die Nachfrage dort aus, wäre es sinnvoller, auf ein neues Tief bei 1,1601 zu warten oder Long-Positionen erst ab 1,1584 in Erwägung zu ziehen.

Für GBP/USD konzentriert sich das technische Bild auf den nahe gelegenen Widerstand bei 1,3545, den Pfundkäufer zunächst überwinden müssen. Erst danach kann das Paar 1,3573 ins Visier nehmen; oberhalb dieses Niveaus dürften weitere Zugewinne schwierig werden, das fernere Ziel liegt bei 1,3596. Auf der Unterseite werden die Bären versuchen, die Kontrolle über 1,3521 zu übernehmen. Gelingt ihnen das, würde ein Ausbruch aus der Handelsspanne den Bullen einen deutlichen Schlag versetzen und das Instrument aus meiner Sicht in Richtung 1,3501 drücken, mit Aussicht auf einen Rückgang bis 1,3480.