Das US-Arbeitsministerium meldete im August die Schaffung von 162.000 neuen Arbeitsplätzen – ein Ergebnis, das dreimal so hoch ausfiel wie prognostiziert und den stärksten Wert seit fünf Monaten markiert. Damit wurde der Rückgang um 23.000 Stellen im Juli vollständig ausgeglichen.
Diese deutlichen Zahlen zwangen den Markt bereits am Freitag dazu, die Wahrscheinlichkeit einer Zinsanhebung durch die Fed im September von 49,4 % auf 58,4 % nach oben zu revidieren. Noch zu Beginn der Woche war die Wahrscheinlichkeit lediglich auf 35–36 % geschätzt worden.
Der US-Dienstleistungssektor hat sich im August stärker beschleunigt als erwartet. Der ISM-Index für die Dienstleistungsaktivität stieg von 54,1 im Juli auf 55,4 und erreichte damit ein Sechsmonatshoch. Ökonomen hatten lediglich mit einem leichten Anstieg auf 54,3 gerechnet. Die Industrie zeigte sich dagegen etwas schwächer: Der ISM-Index für das verarbeitende Gewerbe fiel von 55,6 im Juli auf 54,6, bleibt damit jedoch klar im Expansionsbereich.
Die US-Wirtschaft zeigt eine bemerkenswerte Widerstandskraft. In ihrem April-Bericht prognostizierte der IWF für das Jahr 2026 ein US-BIP-Wachstum von 2,4 % und eine Arbeitslosenquote von rund 4 %. Die aktuellen Daten stützen diese Prognosen und übertreffen sie in einigen Bereichen sogar.
Am Donnerstag erklärte Fed-Gouverneur Christopher Waller, er tendiere dazu, den Leitzins unverändert zu lassen, sofern sich die Inflation weiter abschwächt. Der Arbeitsmarktbericht jedoch ließ das Pendel zugunsten der Falken ausschlagen. Bis zum Ende der Woche spiegelten Federal-Funds-Futures eine Wahrscheinlichkeit von 58,4 % für eine Zinserhöhung um 25 Basispunkte auf der Sitzung am 15.–16. September wider.
Der Krieg im Persischen Golf setzt die globalen Energiemärkte weiterhin unter Druck. Je länger der Konflikt andauert, desto größer ist die Unsicherheit und desto stärker die Nachfrage nach dem Dollar als sicherem Hafen. Als großer Ölexporteur ist die US stärker gegen einen Energieschock abgeschirmt als Europa oder Japan, was dem Dollar einen zusätzlichen Vorteil verschafft. Sollte der Krieg enden, könnte die Nachfrage nach sicheren Häfen relativ schnell wieder nachlassen, was auch Abflüsse aus dem Dollar einschließen würde. Es ist zudem erwähnenswert, dass hohe Unsicherheit die Stellung des Petrodollars schwächt: Einige Ölgeschäfte werden bereits in anderen Währungen abgewickelt, Schätzungen zufolge sind es nach verschiedenen Maßstäben etwa 15–20 %.
Der CFTC-Bericht vom Freitag zeigte, dass Spekulanten ihre aggregierten Long-Positionen im US-Dollar weiter abbauen; diese fielen auf 26,7 Milliarden US-Dollar – die fünfte Woche in Folge mit Rückgängen. Der Rückgang vom Juli-Hoch bei 39,8 Milliarden US-Dollar ist bereits beträchtlich. Ein robuster Arbeitsmarkt hat den Dollar gestützt, doch es ist ein zusätzlicher Treiber nötig, um ihn wieder auf einen nachhaltig bullischen Kurs zu bringen.
Der Markt wartet nun auf den US-Inflationsbericht für August am 11. September. Fällt die Inflation höher aus als der Wert für Juli, erhöht das die Wahrscheinlichkeit eines Fed-Zinsschritts im September und stützt den Dollar. Setzt sich der Rückgang der Inflation dagegen fort, wird die Fed die Zinsen höchstwahrscheinlich unverändert lassen, und der Dollar dürfte seine Talfahrt fortsetzen.
Derzeit gibt es nur wenig Grundlage für eine breit angelegte Aufwertung des Dollars am Devisenmarkt.