GBP/USD – 8. September: Das Pfund bleibt ohne klare Signale richtungslos

Im Stundenchart setzte das Währungspaar GBP/USD am Montag seine Aufwärtsbewegung in Richtung des 100,0%-Retracement-Levels bei 1,3556 fort. Dieses Niveau wurde jedoch nicht erreicht, sodass kein Handelssignal entstand. Heute würde ein Rückprall von 1,3556 den US-Dollar begünstigen und einen Rückgang in Richtung der Marken von 1,3526 und 1,3489 nahelegen. Ein Kursanstieg und anschließende Stabilisierung oberhalb von 1,3556 würde es Tradern ermöglichen, auf eine weitere Aufwärtsbewegung in Richtung der Widerstandszone bei 1,3633–1,3641 zu setzen.

Die Marktsituation bleibt „bullish“. Die letzte abgeschlossene Aufwärtswelle hat das vorherige Hoch überschritten, während die letzte Abwärtswelle das vorherige Tief bislang nicht unterschritten hat. Damit haben derzeit die Bullen die Initiative am Markt, und ihr Vorteil bleibt bestehen. Der „bullishe“ Trend gilt erst dann als gebrochen, wenn das Tief der letzten abgeschlossenen Welle durchbrochen wird – also unterhalb von 1,3414 – oder nachdem sich zwei Abwärtswellen ausgebildet haben.

Am Montag gab es weder für das Pfund noch für den US‑Dollar nennenswerte Impulse durch neue Daten. Den Tradern fehlten somit den gesamten Tag über sowohl Unterstützung als auch Orientierung. Auch heute wird der Nachrichtenkalender äußerst dünn, nahezu leer sein. Ich gehe nicht davon aus, dass der wöchentliche ADP‑Bericht die Stimmung der Marktteilnehmer spürbar beeinflussen wird, zumal die Trader bereits am vergangenen Freitag vom starken Nonfarm Payrolls‑Bericht wenig beeindruckt waren. Der wöchentliche ADP‑Bericht ist im Vergleich zu Nonfarm Payrolls um ein Vielfaches weniger bedeutend. Alles deutet daher darauf hin, dass der Markt in einem abwartenden Modus verharren wird. Geringe Bewegungen sind möglich, doch sie dürften tatsächlich minimal ausfallen. Das erste wichtige Ereignis der Woche – die EZB‑Sitzung – findet am Donnerstag statt, steht jedoch nur in indirektem Zusammenhang mit dem Pfund und dem US‑Dollar. In der aktuellen Lage können die Trader daher nur abwarten, bis die Marktaktivität wieder anzieht. Meiner Einschätzung nach ist die „bearishe“ Welle abgeschlossen, doch die endgültige Entscheidung fällt am Freitag, wenn die Vereinigten Staaten ihren Inflationsbericht für August veröffentlichen.

Im 4-Stunden-Chart prallte das Währungspaar GBP/USD von der Unterstützungszone bei 1,3467–1,3482 ab und stieg bis zum 23,6%-Retracement bei 1,3538. Ein erneuter Abprall von diesem Niveau würde einen Rückgang in Richtung der Zone 1,3467–1,3482 ermöglichen. Eine Konsolidierung oberhalb von 1,3638 würde weiteres Wachstum in Richtung des 0,0%-Retracements bei 1,3657 eröffnen. Auf keinem der Indikatoren sind derzeit bevorstehende Divergenzen zu erkennen.

Commitments of Traders (COT) Report:

Die Stimmung der Händlerkategorie „Non-commercial“ ist in der letzten Berichts­woche weniger „bearish“ geworden. Die Zahl der von Spekulanten gehaltenen Long-Positionen ging um 8.226 zurück, während die Zahl der Short-Positionen um 3.175 sank. Die aktuelle Differenz zwischen der Anzahl der Long- und Short-Positionen stellt sich im Wesentlichen wie folgt dar: 85.000 gegenüber 135.000. Die Lücke und der Vorteil der Bären verengen sich allmählich, doch die Bären behalten weiterhin einen deutlichen Vorsprung. Zuvor war die Dominanz der Bären unbestritten, doch jetzt ist sie es nicht mehr, da sich der Informationshintergrund verändert hat.

Ich glaube weiterhin nicht an einen „bearishen“ Trend beim Pfund, aber kurzfristig wird alles von Trumps Handelspolitik, der Geldpolitik der Fed und der Bank of England sowie von Dauer, Ausmaß und Folgen des Krieges im Nahen Osten abhängen. In den vergangenen Monaten hat der Markt seine Erwartungen in Richtung Frieden verschoben, doch die Verhandlungen zwischen dem Iran und den Vereinigten Staaten sind gescheitert, bevor sie richtig begonnen hatten. Und es gibt keine Garantie dafür, dass sie in absehbarer Zeit wieder aufgenommen werden. Der geldpolitische Kurs der Fed bleibt widersprüchlich.

Konjunkturkalender für die Vereinigten Staaten und das Vereinigte Königreich:

Vereinigte Staaten – ADP-Beschäftigungsänderung (12:15 UTC).

Der Wirtschaftskalender für den 8. September enthält einen Eintrag von geringer Bedeutung. Der Einfluss des konjunkturellen Umfelds auf die Marktstimmung wird am Dienstag ausbleiben oder äußerst schwach sein.

GBP/USD-Prognose und Handelsempfehlungen:

Short-Positionen im Paar sind heute nach einem Rückprall von 1,3556 im Stundenchart mit Kurszielen bei 1,3526 und 1,3489 möglich. Long-Positionen waren nach einem Rückprall von 1,3489 mit Kurszielen bei 1,3556 und 1,3633 möglich. Diese Trades können heute offen gehalten werden.

Die Fibonacci-Niveaus sind im Stundenchart bei 1,3557–1,3272 und im 4-Stunden-Chart bei 1,3158–1,3655 eingezeichnet.