DXY: Analyse und Ausblick. Die Spannungen zwischen den USA und Iran verhindern eine vollständige Abschwächung des Dollar

Der US-Dollar-Index (DXY), der den Dollar gegenüber einem Währungskorb anderer Devisen misst, bleibt unter Druck und notiert unter der runden Marke von 99,00. Er hält sich jedoch über dem im August erreichten Dreimonatstief, während die Märkte auf die in dieser Woche anstehenden US-Inflationsdaten warten.

Die Veröffentlichungen zum US-Erzeugerpreisindex (PPI) und zum Verbraucherpreisindex (CPI) sind für Donnerstag beziehungsweise Freitag geplant. Diese wichtigen Datenpunkte könnten neue Hinweise auf den geldpolitischen Kurs der Federal Reserve liefern und damit spürbare Auswirkungen auf die kurzfristige Entwicklung des Dollars haben. Unterdessen dürfte ein stärkerer japanischer Yen den jüngsten Rückgang des DXY zusätzlich verstärken, nachdem der Index zuvor ein fast dreiwöchiges Hoch markiert hatte.

Der US-Arbeitsmarktbericht zu den Beschäftigten außerhalb der Landwirtschaft (NFP) vom vergangenen Freitag, der die Erwartungen übertroffen hat, hat die Wahrscheinlichkeit einer Zinserhöhung der Fed auf der Sitzung am 15.–16. September erhöht – vor dem Hintergrund von Inflationsrisiken, die mit den gestiegenen Energiepreisen zusammenhängen. Öl notiert in der Nähe der am 24. Juli verzeichneten Höchststände, da die Sorge über mögliche länger anhaltende Angebotsunterbrechungen infolge der Auseinandersetzungen zwischen den USA und Iran in der Straße von Hormus wächst.

Diese Konstellation schafft eine geopolitische Risikoprämie und stützt die Attraktivität des US-Dollars als sicherer Hafen.

Analysten von OCBC beschrieben den jüngsten US-Arbeitsmarktbericht als „leicht dollarunterstützend, aber nicht ausreichend, um eine langfristige Rally zu tragen“. Sie stellen fest, dass starke Beschäftigungsdaten „die Widerstandsfähigkeit der US-Wirtschaft untermauern und die Wahrscheinlichkeit einer Straffung durch die Fed erhöhen können, was wiederum eine weitere Dollar-Schwäche verhindern würde“. Angesichts des „anhaltenden Lohndrucks“ erwartet OCBC jedoch, dass die Märkte überzeugendere Inflationsdaten benötigen, um sich eines Zinsschritts im September sicher zu sein.

Daher sollten Händler in dieser Woche vor allem auf den Inflationsbericht achten, um die besten Trading-Chancen zu identifizieren: Eine positive Überraschung könnte eine erneute Aufwärtsbewegung des Dollars auslösen, während schwächer als erwartete Inflation wahrscheinlich zu einer uneinheitlichen, richtungslosen Kursentwicklung führen würde.

Aus technischer Sicht weist der DXY weiterhin einen kurzfristigen bärischen Bias auf: Er notiert unterhalb des 200-Tage-Exponentiellen Gleitenden Durchschnitts (EMA) bei 99,52 sowie unterhalb des 20-Tage-SMA. Der 20-Tage-SMA begrenzt aktuell die Versuche, sich dem wichtigen Widerstand des 200-Tage-EMA anzunähern.