Das Währungspaar GBP/JPY stand bereits den dritten Tag in Folge unter Druck und hat in fünf der letzten sechs Handelssitzungen nachgegeben. Am Dienstag fiel das Paar auf die runde Marke von 207,00 und erneuerte damit das Jahrestief, das erstmals im Februar erreicht worden war. In der heutigen asiatischen Sitzung konnte sich der Kassakurs jedoch etwas erholen und notiert bei etwa 208,50, was im Tagesverlauf immer noch einem Minus von rund 0,25 % entspricht.
Der japanische Yen zeigt weiterhin relative Stärke, da Händler Short-Positionen eindecken, während die Erwartungen an eine von der Bank of Japan eingeleitete Zinserhöhung zunehmen. Diese Erwartungen wurden durch jüngste Daten gestützt, die einen Anstieg der Reallöhne in Japan den siebten Monat in Folge sowie ein stärker als erwartet ausgefallenes Wirtschaftswachstum ausweisen. Dies untermauert das Szenario einer Zinserhöhung der BOJ auf der Sitzung am 17.–18. September.
Einige Analysten schließen einen deutlichen Zinsschritt nicht aus, der darauf abzielt, steigende Inflationserwartungen einzudämmen, die langfristigen Anleiherenditen zu steuern und den Yen zu stützen. Zudem preisen Marktteilnehmer bereits die Möglichkeit einer weiteren Zinserhöhung vor dem Jahreswechsel im Dezember ein, was die ostasiatische Währung zusätzlich unterstützt. Zusätzlicher Druck auf das Pfund entsteht durch die moderate Stärke des US-Dollar, die zum anhaltenden Rückgang von GBP/JPY beiträgt.
Der Rückgang des Pfunds wird dennoch durch ein optimistisches Wachstumsprogramm und den vom britischen Finanzminister John Healey vertretenen Kurs zu mehr fiskalischer Disziplin begrenzt. Ebenfalls bemerkenswert ist, dass die Yen-Bullen nach einem kräftigen Wochenanstieg eine Pause einlegten, was zu einer moderaten intradägigen Erholung im GBP/JPY führte. Unter den aktuellen Bedingungen sprechen die Fundamentaldaten jedoch eindeutig für die Bären, sodass weitere Aufwärtsversuche voraussichtlich auf Verkaufsinteresse treffen werden.
Aus technischer Sicht stieß die Erholung bei 208,50 auf Widerstand. Diese Gegenbewegung wird von einem korrektiven Ton begleitet, der durch überverkaufte Oszillatoren signalisiert wird. Die nächsten Widerstandsmarken liegen bei den runden Marken 209,00 und 209,50, wo das Währungspaar erneut auf Verkaufsdruck treffen könnte. Erst ein Ausbruch über die runde 210,00er-Marke würde dem Paar die Chance geben, sich vorübergehend seitwärts zu bewegen und Kraft für eine nachhaltigere Erholung zu sammeln. Unterstützung kommt von der runden Marke bei 207,00; sollte dieses Niveau nicht halten, dürfte sich die Abwärtsbewegung in Richtung 205,50 beschleunigen.
Nachfolgend ist die prozentuale Veränderung des Yen gegenüber den wichtigsten Währungen in den vergangenen sieben Tagen dargestellt. Der Yen verzeichnete seinen größten Gewinn gegenüber dem neuseeländischen Dollar.