EUR/USD Überblick. 9. September. Der Markt verweigert die Bewegung

Das Währungspaar EUR/USD zeigte auch am Dienstag erneut keine interessante Bewegung. Händler haben sich vermutlich bereits daran gewöhnt, da die Volatilität seit fast sechs Wochen niedrig ist. Wir haben wiederholt gesagt, dass niedrige Volatilität im Wesentlichen einen Mangel an Marktbewegung bedeutet. Wie soll man Trades eröffnen und Gewinne erzielen, wenn es keine Bewegungen gibt? Daher betrachten wir die Volatilität weiterhin als einen der wichtigsten Indikatoren für Marktverfassung und -stimmung. Wenn es keine Bewegungen gibt, will der Markt im Moment nicht handeln. Was darf man also vom Euro oder vom Dollar erwarten?

In den letzten Wochen haben wir immer wieder dasselbe Muster gesehen. Der Markt bewegt sich grob gesagt einmal pro Woche, wenn der wichtigste Bericht veröffentlicht wird oder ein größeres Ereignis stattfindet. In den vergangenen zwei Wochen waren das die US Nonfarm Payrolls und die Entscheidung des Treasury, die Anleihekäufe zu erhöhen. Abgesehen von diesen drei Tagen hat die Volatilität seit dem 1. August 63 Pips nicht überschritten. Was lässt sich daraus folgern? Der Markt handelt nur die wichtigsten Ereignisse und ignoriert alles andere. Daher ergab es wenig Sinn, auf eine Reaktion auf Berichte wie das BIP der Eurozone oder die Industrieproduktion Deutschlands zu hoffen.

In dieser Woche hat der Markt zwei Informationsziele. Erstens – die Sitzung der Europäischen Zentralbank am Donnerstag; zweitens – die US-Inflationsdaten am Freitag. Selbst diese Ereignisse garantieren keine Marktbewegungen. So wurden zum Beispiel am vergangenen Freitag die viel beachteten US Nonfarm Payrolls für August veröffentlicht, und dennoch betrug die tägliche Volatilität insgesamt nur 50 Pips. Der Markt kann also durchaus selbst die wichtigsten Berichte ignorieren. Was ist von der EZB zu erwarten? Die Händler wissen es bereits: eine Anhebung aller drei Leitzinsen. Was ist von der US-Inflation zu erwarten? Eine Fortsetzung bei etwa 3,4 %.

Wenn die EZB also das tut, was erwartet wird, könnte der Markt zwar einen emotionalen Ausschlag zeigen, der jedoch ebenso schnell wieder verpufft wie die Reaktion auf die Nonfarm-Daten am vergangenen Freitag. Sollte die US-Inflation im August exakt 3,4 % betragen, hätten die Händler nichts Neues, worauf sie reagieren könnten, da dieser Wert bereits eingepreist ist. Nur wenn Christine Lagarde einen neuen zukünftigen Kurs der EZB-Politik skizziert und der US-Inflationsbericht von den Prognosen abweicht, kann man mit starken Bewegungen an den letzten beiden Tagen der Woche rechnen. Bis Donnerstag – eher nicht.

Lohnt es sich derzeit überhaupt, das technische Bild zu diskutieren? Unserer Ansicht nach hat der Euro nach wie vor sehr gute Aufwärtsperspektiven über mehrere Zeithorizonte hinweg. Aber man sollte nicht vergessen: Währungen bewegen sich nicht allein aufgrund von Technik oder Fundamentaldaten. Das technische Bild spiegelt lediglich die Marktstimmung wider, und die Fundamentaldaten prägen die Stimmung der Händler. Der Markt bewegt sich, weil Händler Positionen eröffnen. Ohne Transaktionen helfen weder Technik noch Fundamentaldaten weiter.

Die durchschnittliche Volatilität des Währungspaares EUR/USD in den letzten 5 Handelstagen beträgt zum 9. September 42 Pips und wird als „mittel-niedrig“ eingestuft. Wir erwarten am Mittwoch eine Bewegung des Paares in einer Spanne zwischen 1,1581 und 1,1665. Der große lineare Regressionskanal hat nach oben gedreht, was auf einen Aufwärtstrend hinweist. Der CCI ist in den überverkauften Bereich eingetreten und warnt damit vor einem möglichen Ende der Korrektur.

Nächste Unterstützungsniveaus:

S1 – 1,1597

S2 – 1,1536

S3 – 1,1475

Nächste Widerstandsniveaus:

R1 – 1,1658

R2 – 1,1719

R3 – 1,1780

Handelsempfehlungen:

Das Währungspaar EUR/USD setzt im 4-Stunden-Chart seinen Aufwärtstrend fort, was der Beginn einer neuen Etappe eines globalen Aufwärtstrends in höheren Zeitrahmen sein könnte. Das globale fundamentale Umfeld für den Dollar bleibt negativ, auch wenn in den Jahren 2026 zunächst die Geopolitik und später die restriktivere Ausrichtung der Fed dem US-Dollar starke Unterstützung boten. Diese Faktoren stützen die US-Währung derzeit nicht mehr. Liegt der Kurs unter dem gleitenden Durchschnitt, kommen auf Korrekturbasis Short-Positionen mit Kurszielen bei 1,1581 und 1,1536 in Betracht. Oberhalb des gleitenden Durchschnitts bleiben Long-Positionen mit Zielen bei 1,1665 und 1,1719 aktuell.

Erläuterungen zu den Abbildungen:

Regressionskanäle helfen, den aktuellen Trend zu bestimmen. Wenn beide in dieselbe Richtung zeigen, bedeutet dies, dass der Trend derzeit stark ist;

Die gleitende Durchschnittslinie (Einstellungen 20,0, geglättet) definiert den kurzfristigen Trend und die Richtung, in die aktuell gehandelt werden sollte;

Murray-Level sind Zielniveaus für Bewegungen und Korrekturen;

Volatilitätsniveaus (rote Linien) stellen den wahrscheinlichen Preiskanal dar, in dem sich das Paar auf Grundlage der aktuellen Volatilitätsindikatoren in den nächsten 24 Stunden bewegen wird;

Der CCI-Indikator – sein Eintritt in den überverkauften Bereich (unter -250) oder in den überkauften Bereich (über +250) signalisiert, dass eine Trendumkehr in die entgegengesetzte Richtung näher rückt.