EUR/USD Überblick. 11. September. Die erwartete EZB-Entscheidung half dem Euro nicht

Das Währungspaar EUR/USD zeigte am Donnerstag eine etwas höhere Volatilität, als es die Händler in letzter Zeit gewohnt waren, doch insgesamt blieb sie gering. Die Reaktion des Marktes auf die Sitzung der Europäischen Zentralbank fiel verhalten aus, wie wir gestern bereits angemerkt hatten. Die Entscheidung der ECB war dem Markt seit Wochen bekannt, daher gab es keinen wirklichen Überraschungseffekt. Vergleicht man die Diskussionen über die nächste Sitzung der Federal Reserve mit den Erwartungen an die ECB-Sitzung, war Letztere von Anfang an klar. Auch wenn wir in den vergangenen Wochen keine ausgeprägte Euro-Rallye gesehen haben, kann man sagen, dass der Markt die Straffung durch die ECB bereits eingepreist hatte – oder sie zumindest ignorierte.

Wenn der Markt ein Ereignis im Voraus einpreist, ist das üblicherweise in den Charts und in der Preisentwicklung erkennbar. Wenn Händler eine Straffung durch die Fed einpreisen und der Dollar eine oder zwei Wochen vor der entsprechenden Entscheidung plötzlich steigt, besteht kein Zweifel daran, dass der Markt begonnen hat, dies zu berücksichtigen. In unserem Fall zeigte die europäische Währung praktisch kein Wachstum, und am Donnerstag ignorierte der Markt das Ergebnis der ECB-Sitzung weitgehend. Daraus schließen wir, dass Händler der ECB derzeit kaum Beachtung schenken und sich ausschließlich auf die Politik der Fed konzentrieren.

Ist das zutreffend, bleibt nur ein Schluss – einer, den wir schon früher gezogen haben. Zurzeit konzentrieren sich die Marktteilnehmer fast ausschließlich auf die Fed-Politik. Der Markt hat einen ausgewachsenen Handelskonflikt zwischen Kanada und den USA ignoriert und ebenso die Tatsache, dass die ECB im Jahr 2026 die Leitzinsen zweimal angehoben hat. Der Markt wartet auf eine Straffung durch die Fed, und nichts wird diese Erwartung erschüttern – außer der Fed selbst.

Wir müssen nun also die Fed-Sitzung abwarten, die durchaus Überraschungen bringen könnte. Lässt die Fed die Zinsen unverändert, erweisen sich die Markterwartungen einer Straffung als unbegründet, und der Dollar wurde „umsonst“ gekauft. In diesem Fall wird die US-Währung einen natürlichen Abwärtstrend einschlagen. Hebt die Fed die Zinsen an, ist dieser Schritt bereits eingepreist. Auch in diesem Fall wird der Dollar fallen.

In der Praxis wird die Marktlogik komplexer sein, und selbst bei einer Straffung durch die Fed wäre nicht zwangsläufig mit einer lang anhaltenden Dollar-Rallye zu rechnen. Der heutige US-CPI-Bericht wird den Händlern einen Hinweis auf den wahrscheinlichen weiteren Kurs der Fed geben; nur ein ausgesprochen hoher Inflationswert für August würde den Dollar spürbar stützen. Unterdessen befindet sich der Euro aus technischer Sicht seit dem 21. August in einer Korrektur, und diese Korrektur setzt sich fort.

Die durchschnittliche Volatilität von EUR/USD in den letzten 5 Handelstagen beträgt zum 11. September 38 Pips – ein „niedriges“ Niveau. Wir erwarten, dass das Paar am Freitag in einer Spanne zwischen 1,1584 und 1,1660 handelt. Der übergeordnete Linear-Regression-Kanal zeigt nach oben und signalisiert einen Aufwärtstrend. Der CCI ist in den überverkauften Bereich eingetreten und warnt damit vor einem möglichen Ende der Korrektur.

Nächste Unterstützungszonen:

S1 – 1,1597

S2 – 1,1536

S3 – 1,1475

Nächste Widerstandszonen:

R1 – 1,1658

R2 – 1,1719

R3 – 1,1780

Handelsempfehlungen:

EUR/USD setzt den Aufwärtstrend im 4-Stunden-Chart fort, was der Beginn einer neuen Welle eines globalen Aufwärtstrends auf höheren Zeitebenen sein könnte. Das übergeordnete fundamentale Umfeld für den Dollar bleibt insgesamt negativ. Im Jahr 2026 sorgten jedoch die Geopolitik und der „hawkish“ ausgerichtete Kurs der Fed für starke Unterstützung der US-Währung – Faktoren, die den Dollar inzwischen nicht mehr stützen. Befindet sich der Kurs unter dem gleitenden Durchschnitt, können auf Korrekturbasis Short-Positionen mit Kurszielen bei 1,1597 und 1,1584 in Betracht gezogen werden. Befindet sich der Kurs über dem gleitenden Durchschnitt, bleiben Long-Positionen mit Zielen bei 1,1658 und 1,1660 relevant.

Erklärungen zu den Abbildungen:

Regression Channels helfen, den aktuellen Trend zu bestimmen. Verlaufen beide in dieselbe Richtung, bedeutet dies, dass der Trend derzeit stark ist;

Die Moving-Average-Linie (Einstellungen 20,0, smoothed) definiert den kurzfristigen Trend und die Richtung, in die aktuell gehandelt werden sollte;

Murray Levels sind Zielzonen für Bewegungen und Korrekturen;

Volatilitätsniveaus (rote Linien) markieren den wahrscheinlichen Preiskorridor, in dem sich das Paar in den nächsten 24 Stunden auf Basis der aktuellen Volatilitätsindikatoren voraussichtlich bewegen wird;

Der CCI-Indikator – sein Eintritt in den überverkauften Bereich (unter -250) oder den überkauften Bereich (über +250) signalisiert, dass eine Trendumkehr in die Gegenrichtung näher rückt.