Das Währungspaar GBP/USD ist am Freitag dem Abwärtstrend des Euro nicht gefolgt, und die Reaktion des Marktes auf den US-Inflationsbericht deutet darauf hin, dass man sich hinsichtlich einer Straffung durch die Federal Reserve in dieser Woche weniger sicher ist. Der US-Dollar geriet unter Druck, nachdem die US-Inflation mit 3,4 % veröffentlicht wurde, unverändert gegenüber Juli. Das bedeutet, dass der Disinflationsprozess zum Stillstand gekommen ist, was auf gewisse Weise die Wahrscheinlichkeit einer Straffung durch die Fed erhöht. Gleichzeitig ist die Inflation im August nicht gestiegen, sodass es keine neuen substanziellen Gründe für eine Zinserhöhung der Fed gibt. Die Situation vor der Fed-Sitzung ist paradox: Einerseits glaubt der Markt an eine Straffung, weil Kevin Warsh wiederholt auf die Notwendigkeit hingewiesen hat, dem hohen Preisdruck in den USA entgegenzuwirken; andererseits steht Warsh in engem Zusammenhang mit Donald Trump, der niedrigere Zinsen fordert. Daher schätzen wir die Wahrscheinlichkeit einer Straffung durch die Fed in dieser Woche eher auf 50/50 als auf 90/10 ein. Was die Bank of England betrifft, könnte ihr Tonfall zwar etwas restriktiver werden, doch der Markt rechnet am Donnerstag nicht mit einer Zinserhöhung.
Aus technischer Sicht hat das Pfund die Ausbildung eines Aufwärtstrends abgeschlossen, da die Trendlinie durchbrochen wurde. Der Dollar könnte sich gegenüber anderen Währungen weiter stärken, auch wenn der einzige klare Grund dafür derzeit im Glauben des Marktes an eine Straffung durch die Fed liegt.
Im 5-Minuten-Chart bildete sich am Freitag ein Kaufsignal, das es Tradern ermöglichte, rund 20 Pips zu erzielen. Während der US-Sitzung prallte der Kurs von 1,3480 nach oben ab, wodurch sich eindeutige Long-Positionen eröffnen ließen. Bis zum Ende des Tages wurde die kritische Linie erreicht, an der Trader ihre Gewinne realisieren konnten.
COT-BerichtDie COT-Berichte für das Pfund zeigen, dass nichtkommerzielle Händler den Markt seit mehreren Monaten mit Verkäufen dominieren. Die Netto-Position ist negativ, obwohl der langfristige Aufwärtstrend anhält. Angesichts der Ereignisse im Nahen Osten ist es nicht überraschend, dass die Dollarnachfrage in der ersten Hälfte des Jahres 2026 recht hoch war. Der Krieg ist offiziell beendet, doch der Konflikt besteht weiter. Kurzfristig kann nur die Geopolitik den US-Dollar stützen. Solange das Paar jedoch nicht unterhalb der Trendlinie schließt, ist nicht mit einem starken Rückgang zu rechnen.
Langfristig setzt sich die Schwächung des Dollars aufgrund der Politik von Donald Trump fort, was im wöchentlichen Zeitrahmen (TF) deutlich zu erkennen ist. Der Handelskrieg wird in der einen oder anderen Form noch lange andauern, und Trumps Politik zielt direkt und indirekt auf eine Schwächung der US-Währung ab. Der langfristige Aufwärtstrend bleibt bestehen, was durch die Trendlinie bestätigt wird. Der Kurs hat diese Linie vor Kurzem getestet und ist von ihr nach oben abgeprallt. Laut dem jüngsten COT-Bericht (vom 8. September) hat die Gruppe der „Non-commercial“-Trader 11.800 Kaufkontrakte und 2.600 Verkaufskontrakte geschlossen. Damit verringerte sich die Netto-Position der nichtkommerziellen Händler im Wochenverlauf um 9.200 Kontrakte.
Analyse von GBP/USD im 1-Stunden-Chart (1H)Im Stundenchart ist das Währungspaar GBP/USD in einen Abwärtstrend übergegangen. Mittel- und langfristig zeigt das Pfund jedoch weiterhin nach oben, weshalb wir jeden Anstieg der britischen Währung für logisch halten. Wir sehen nach wie vor keine starken Gründe für eine langanhaltende und deutliche Aufwertung des US-Dollar. Selbst eine hypothetische Zinserhöhung der Fed ist vom Markt bereits mehrfach eingepreist worden.
Für den 14. September heben wir die folgenden wichtigen Niveaus hervor: 1,3042–1,3050, 1,3096–1,3115, 1,3179–1,3187, 1,3301–1,3309, 1,3369–1,3377, 1,3465–1,3480, 1,3588, 1,3671–1,3681. Die Linien Senkou Span B (1,3563) und Kijun-sen (1,3524) können ebenfalls als Signalquellen dienen. Es wird empfohlen, den Stop-Loss auf Break-even nachzuziehen, sobald sich der Kurs 20 Pips in die richtige Richtung bewegt hat. Die Ichimoku-Linien können sich im Tagesverlauf verschieben, was bei der Bestimmung von Handelssignalen berücksichtigt werden sollte.
Für Montag sind weder in Großbritannien noch in den USA wichtige Ereignisse geplant, daher ist heute eher mit einer schwachen, überwiegend seitwärts gerichteten Bewegung zu rechnen. Der Markt wird auf Mittwoch und den Fed-Beschluss warten.
Handelsempfehlungen:Heute können Trader Short-Positionen mit Zielen bei 1,3465–1,3480 und 1,3377 eröffnen, falls der Kurs von der Kijun-sen-Linie abprallt. Long-Positionen können eröffnet werden, wenn der Kurs aus dem Bereich 1,3465–1,3480 nach oben abprallt, mit Zielen bei 1,3524 und 1,3563. Die Volatilität dürfte heute gering ausfallen.
Erläuterungen zu den Abbildungen:Unterstützungs- und Widerstandsmarken sind dicke rote Linien, an denen eine Bewegung enden kann. Sie sind keine Quellen für Handelssignale.
Die Linien Kijun-sen und Senkou Span B sind Ichimoku-Indikatorlinien, die vom 4-Stunden-Chart auf den Stundenchart übertragen wurden. Es handelt sich um starke Linien.
Extremlinien sind dünne rote Linien, von denen der Kurs zuvor bereits abgeprallt ist. Sie sind Quellen für Handelssignale.
Gelbe Linien kennzeichnen Trendlinien, Trendkanäle und sonstige charttechnische Formationen.
Indikator 1 in den COT-Charts zeigt die Größe der Nettoposition jeder Händlerkategorie.