Überblick EUR/USD. 16. September. Der Dollar legte deutlich zu im Vorfeld der Fed-Sitzung

Das Währungspaar EUR/USD ist am Montag vor Beginn der US-Sitzung unerwartet um etwa 60 Pips eingebrochen. Bis Dienstag hatten sich die Marktbewegungen jedoch beruhigt und der US‑Dollar seine dreitägige Rally faktisch abgeschlossen. Zur Erinnerung: In der vergangenen Woche gab es keine stichhaltigen Gründe für den Anstieg des Dollars. Die Sitzung der Europäischen Zentralbank verlief – wie erwartet – durchweg „hawkish“ und hätte eigentlich zu einer Stärkung des Euro führen müssen. Wenn der Markt die Zinserhöhungen im Euroraum bereits eingepreist hat (obwohl der Euro vor der Sitzung nicht nennenswert zulegte), müssten wir diese Woche auf die Sitzung der Federal Reserve eine ähnliche Reaktion sehen. Derzeit zweifelt niemand daran, dass die Fed den Leitzins anheben wird, und der Dollar ist nun schon drei Tage in Folge ohne klare lokale Auslöser gestiegen. Zu erwähnen ist auch der US‑Inflationsbericht, auf den der Markt ähnlich wie auf die Nonfarm Payrolls gewartet hatte, der jedoch weder eine Beschleunigung noch eine deutliche Abweichung von den Prognosen zeigte. Somit wirft auch die Dollar-Rally am Freitag einige Fragen auf. Zusammengefasst: Von Donnerstag bis Montag hat der Markt die künftige Straffung der Fed‑Politik aktiv eingepreist. Die einzige verbleibende Frage ist, was nach der Fed‑Sitzung zu erwarten ist, die heute Abend stattfindet.

Logischerweise müsste der Dollar in nahezu jedem Szenario fallen. Wenn der Markt die Straffung durch die Fed bereits vorweggenommen hat, sollte der Dollar sinken, weil Trader Gewinne mitnehmen. Sollte die Fed den Leitzins nicht anheben (was wir ebenfalls für möglich halten), wären die jüngsten Dollarkäufe des Marktes sinnlos gewesen. Doch ist jetzt schon der richtige Zeitpunkt, um den Dollar zu verkaufen, und gibt es eine dritte mögliche Entwicklung?

Tatsächlich gibt es sie. Wir halten es für möglich, dass der Markt nach neuen Vorwänden sucht, um den Dollar zu kaufen, sodass die Fed‑Entscheidung selbst zweitrangig ist und lediglich als Anlass dient. In diesem Fall würde der Dollar weiter steigen, und schon am nächsten Tag würden fast alle Analysten diesen Anstieg als logisch erklären, da die Fed die Geldpolitik gestrafft habe. An die vorangegangene dreitägige Rally würde sich dann kaum jemand erinnern. Wir betonen erneut, dass sich im Nachhinein für jede Bewegung leicht eine Erklärung finden lässt: Man muss nur passende Faktoren auswählen. Die eigentliche Schwierigkeit besteht darin, die Bewegung im Voraus zu prognostizieren.

Wir sind der Ansicht, dass es abgesehen von der – möglicherweise „hawkish“ ausfallenden – Fed‑Sitzung keine fundamentalen Gründe für weitere Dollargewinne gibt. Daher erwarten wir, dass die US‑Währung nach Bekanntgabe der Fed‑Entscheidung ihre Abwärtsbewegung wieder aufnimmt. EUR/USD hat etwa 50 % der letzten Aufwärtsbewegung, die im Tageschart sichtbar ist, korrigiert, und die Ichimoku‑Wolke in diesem Zeitrahmen wurde überwunden. Weder das fundamentale Umfeld noch die geopolitische Lage sprechen für den Dollar. Folglich betrachten wir die jüngste Dollarstärke – wie schon zuvor – als Korrektur.

Die durchschnittliche Volatilität des Währungspaares EUR/USD in den letzten 5 Handelstagen beträgt zum 15. September 47 Pips und wird als „niedrig“ eingestuft. Wir erwarten, dass das Paar sich am Mittwoch in einer Spanne zwischen 1,1496 und 1,1590 bewegt. Der höhere lineare Regressionstrendkanal zeigt nach oben und signalisiert einen Aufwärtstrend. Der CCI ist zum zweiten Mal in den überverkauften Bereich eingetreten und warnt damit vor einem möglichen Ende der abwärtsgerichteten Korrektur. Zusätzlich hat sich eine bullische Divergenz ausgebildet.

Nächste Unterstützungszonen:

S1 – 1,1536

S2 – 1,1475

S3 – 1,1414

Nächste Widerstandszonen:

R1 – 1,1597

R2 – 1,1658

R3 – 1,1719

Handelsempfehlungen:

Das Währungspaar EUR/USD setzt den Aufwärtstrend im 4-Stunden-Chart fort, was der Beginn einer neuen Etappe eines globalen Aufwärtstrends in höheren Zeitrahmen sein könnte. Das globale fundamentale Umfeld für den Dollar bleibt negativ, allerdings sorgten im Jahr 2026 zunächst die Geopolitik und anschließend der hawkische Kurs der Fed für starke Unterstützung der US-Währung. Derzeit stützen diese Faktoren den Dollar jedoch nicht mehr. Bei Kursen unterhalb des gleitenden Durchschnitts kommen im Rahmen einer Korrektur Short-Positionen mit Zielen bei 1,1496 und 1,1475 in Betracht. Oberhalb der Linie des gleitenden Durchschnitts bleiben Long-Positionen relevant, mit Zielmarken bei 1,1658 und 1,1719.

Erläuterungen zu den Abbildungen:

Regressionstrendkanäle helfen, den aktuellen Trend zu bestimmen. Wenn beide in dieselbe Richtung zeigen, bedeutet dies, dass der Trend derzeit stark ist;

Die Linie des gleitenden Durchschnitts (Einstellungen 20,0, smoothed) definiert den kurzfristigen Trend und die Richtung, in die gegenwärtig gehandelt werden sollte;

Murray Levels sind Zielniveaus für Bewegungen und Korrekturen;

Volatilitätsniveaus (rote Linien) stellen den wahrscheinlichen Preiskanal dar, in dem sich das Paar auf Basis der aktuellen Volatilitätsindikatoren in den nächsten 24 Stunden voraussichtlich bewegen wird;

Der CCI-Indikator – sein Eintritt in den überverkauften Bereich (unter -250) oder in den überkauften Bereich (über +250) signalisiert, dass eine Trendumkehr in die entgegengesetzte Richtung näherrückt.