Das Währungspaar GBP/USD zeigte am Mittwoch wie erwartet eine kräftige, volatile Bewegung – jedoch nicht in die Richtung, die die meisten Trader erwartet hatten. Zur Erinnerung: Der Markt ging davon aus, dass der Kurs der Federal Reserve „formal hawkish“ ausfallen würde, während die eigentliche Entscheidung einer „dovish tightening“ gleichkäme. Mit anderen Worten, der Markt rechnete mit einer Zinserhöhung, erwartete aber keine Signale für weitere Anhebungen. Kevin Warsh und das gesamte Fed-Gremium sorgten jedoch für eine echte Überraschung mit einem klar falkenhaften Ton, demonstrativer Unabhängigkeit von Donald Trump und dem klaren Bekenntnis, die Inflation wieder auf 2 % zu bringen. Infolgedessen legte der Dollar in den Abendstunden um etwa 80 Pips zu. Von nun an wird der Markt durch die Brille handeln, dass die Fed vor Jahresende erneut straffen könnte. Heute tagt die Bank of England, doch wir haben inzwischen erhebliche Zweifel, dass sie den Rückgang von GBP/USD stoppen kann. Eine Zinserhöhung der BoE ist heute unwahrscheinlich, und ihre Erklärung dürfte eher flach und wenig inspirierend ausfallen. Unserer Ansicht nach könnte das Pfund weiter fallen, sofern die BoE nicht die Bereitschaft signalisiert, auf der nächsten Sitzung zu straffen.
Aus technischer Sicht setzt das Pfund seinen Abwärtstrend fort. Im besten Fall sind für Sterling Korrekturbewegungen innerhalb dieses Abwärtstrends zu erwarten. Der Dollar wird nicht jeden Tag so stark steigen wie am Mittwochabend, doch könnte die BoE-Sitzung heute eine weitere Abwärtswelle für das Paar auslösen.
Im 5-Minuten-Chart bildete sich am Mittwoch ein Verkaufssignal, mit dem Trader einen ordentlichen Gewinn erzielen konnten. Während der europäischen Sitzung etablierte sich der Kurs unterhalb der Zone 1,3465–1,3480, was Short-Positionen ermöglichte. Positionen vor der Fed-Sitzung zu eröffnen, war riskant, sodass Short-Trades mit Stop-Loss-Orders abgesichert werden mussten.
COT-BerichtDie COT-Berichte für das Britische Pfund zeigen, dass nicht-kommerzielle Händler den Markt seit mehreren Monaten mit Short-Positionen dominieren. Die Netto-Position ist trotz des anhaltenden langfristigen Aufwärtstrends negativ. Angesichts der Ereignisse im Nahen Osten überrascht es nicht, dass die Dollarnachfrage in der ersten Hälfte des Jahres 2026 hoch war. Der Krieg ist formell beendet, doch der Konflikt besteht fort. Kurzfristig kann allein die Geopolitik den US-Dollar stützen. Solange das Währungspaar jedoch nicht unterhalb der Trendlinie schließt, ist nicht mit einem starken Rückgang zu rechnen.
Langfristig schwächt sich der Dollar infolge der Politik von Donald Trump weiter ab, was im Wochenchart deutlich sichtbar ist. Der Handelskrieg wird in der einen oder anderen Form noch lange andauern, und Trumps Politik zielt direkt und indirekt auf eine Schwächung der US-Währung ab. Der langfristige Aufwärtstrend bleibt bestehen, wie die Trendlinie zeigt. Der Kurs hat diese Linie vor Kurzem getestet und ist von ihr nach oben abgeprallt. Laut dem neuesten COT-Bericht (vom 8. September) hat die Gruppe der „Non-commercial“-Händler 11.800 BUY-Kontrakte und 2.600 SELL-Kontrakte geschlossen. Somit verringerte sich die Netto-Position der nicht-kommerziellen Händler in dieser Woche um 9.200 Kontrakte.
Analyse von GBP/USD im 1-Stunden-ChartIm Stundenchart setzt das Währungspaar GBP/USD seinen Abwärtstrend fort. Die Entscheidung und der Ton der Fed haben den Ausblick für den US‑Dollar deutlich verändert. Man könnte sagen, dass in diesem Jahr zum zweiten Mal ein „schwarzer Schwan“ am Markt erschienen ist, der unerwartet gute Nachrichten für den Dollar brachte. Daher ist es nun durchaus angebracht, die Aussichten des Pfunds auf nachhaltige Kursgewinne zu bezweifeln.
Für den 17. September heben wir die folgenden wichtigen Niveaus hervor: 1,3042–1,3050, 1,3096–1,3115, 1,3179–1,3187, 1,3301–1,3309, 1,3369–1,3377, 1,3465–1,3480, 1,3588, 1,3671–1,3681. Die Senkou Span B‑Linie (1,3519) und die Kijun‑sen (1,3450) können ebenfalls Signale generieren. Es wird empfohlen, den Stop‑Loss auf Break-even nachzuziehen, sobald sich der Kurs 20 Pips in die richtige Richtung bewegt hat. Die Ichimoku‑Linien können sich im Tagesverlauf verschieben, was bei der Bestimmung von Handelssignalen berücksichtigt werden sollte.
Heute werden im Vereinigten Königreich die Ergebnisse der BoE‑Sitzung bekannt gegeben, und das Pfund kann nur dann deutlich zulegen, wenn diese Ergebnisse stärker „hawkish“ ausfallen als vom Markt erwartet. Das Pfund könnte heute zumindest einen kleinen Erholungskorrekturversuch starten, aber der Dollar bleibt vorrangig.
Handelsempfehlungen:Heute können Trader Short‑Positionen mit Kursziel 1,3301–1,3309 eröffnen, falls der Kurs den Bereich 1,3369–1,3377 nach unten durchbricht. Long‑Positionen werden empfohlen, wenn der Kurs vom Bereich 1,3369–1,3377 nach oben abprallt, mit Zielen bei 1,3450 sowie 1,3465–1,3480.
Erläuterungen zu den Abbildungen:Unterstützungs- und Widerstandsniveaus sind dicke rote Linien, an denen eine Bewegung enden kann. Sie sind keine Quellen für Handelssignale.
Die Kijun-sen- und Senkou Span B‑Linien sind Ichimoku‑Indikatorlinien, die aus dem 4‑Stunden‑Chart in den Stundenchart übertragen wurden. Es handelt sich um starke Linien.
Extremniveaus sind dünne rote Linien, von denen der Kurs zuvor bereits abgeprallt ist. Sie sind Quellen für Handelssignale.
Gelbe Linien kennzeichnen Trendlinien, Trendkanäle und sonstige technische Formationen.
Indikator 1 in den COT‑Charts zeigt die Größe der Netto-Position jeder Händlerkategorie.