GBP/USD Übersicht. 18. September. Der Markt brauchte nur einen Vorwand

Das Währungspaar GBP/USD ist am Donnerstag den zweiten Tag in Folge eingebrochen. Wenn der Rückgang am Mittwochabend durch die Federal Reserve und ihre stärker als erwartete restriktive Haltung ausgelöst wurde, was hat dann die Fortsetzung der Abwärtsbewegung am Donnerstag verursacht? Die Bank of England ließ den Leitzins unverändert, und nur drei Mitglieder des Monetary Policy Committee stimmten für eine Straffung – genau wie prognostiziert. Warum fiel das Pfund also, wenn die tatsächlichen Ergebnisse den Erwartungen entsprachen? Offensichtlich gab es keine starken fundamentalen Gründe.

Natürlich kann man immer sagen: „Der Teufel steckt im Detail“ und in der Stellungnahme der BoE auf etwas Tendenziell-Expansives verweisen – etwa darauf, dass die BoE bis Jahresende keine weiteren Zinsanhebungen vornehmen könnte, falls die Inflation nicht weiter anzieht. Aber dasselbe ließe sich auch über die Fed sagen: Sie könnte ebenfalls auf weitere Zinsschritte verzichten, wenn die Inflation nicht über das aktuelle Niveau von 3,4 % hinaus ansteigt. Dennoch erwartet der Markt weitere Straffungsschritte der Fed, aber nicht der BoE.

So können wir am Freitagmorgen nur wiederholen, was wir zuvor bereits gesagt haben: Der Dollar hat keine soliden Gründe für eine Rally, und der Markt ignoriert viele Faktoren, die gegen die US‑Währung sprechen. Was ist zum Beispiel mit den Renditen von US‑Staatsanleihen, die nahezu täglich neue Mehrjahrzehnt-Hochs markieren? Steigende Renditen erhöhen die Belastung für den Bundeshaushalt und vergrößern die bereits enorme Verschuldung der US‑Regierung, die inzwischen 40 Billionen US‑Dollar überschritten hat. Auch ein neuer Handelskonflikt zwischen den USA und Kanada bietet wenig Anlass zur Freude: neue Zölle, neue Abgaben, neue Inflation.

Die US‑Wirtschaft wächst weiterhin nicht in dem Tempo, das Donald Trump versprochen hatte, und der US‑Arbeitsmarkt hat in diesem Jahr im Schnitt rund 30.000 neue Stellen pro Monat geschaffen – nicht viel mehr als im Vorjahr. Die Geopolitik stützt den Dollar ebenfalls nicht mehr verlässlich: Der Markt hat sich bereits an den Krieg im Nahen Osten, die teilweise Blockade der Straße von Hormus und einen Ölpreis von über 100 US‑Dollar pro Barrel mit all seinen Folgen gewöhnt. Daher lassen sich nur zwei positive Faktoren für den Dollar identifizieren: die Straffung durch die Fed und eine mögliche Niederlage der Republikaner bei den Zwischenwahlen. Der erste Faktor ist zum dritten oder vierten Mal eingepreist, der zweite ist höchst unsicher.

Wir glauben, dass der Dollar positiv reagieren könnte, falls die Republikaner die Kontrolle über eine oder beide Kammern des Kongresses verlieren. Viele große politische Weichenstellungen verbinden die Amerikaner mit der Republican Party, sodass ein Sieg der Demokraten nicht überraschen würde. Sollten die Democrats die Oberhand gewinnen, würde das politische System der USA wieder über eine funktionsfähige Opposition verfügen, die fragwürdige Initiativen Trumps blockieren könnte – und das wäre ein moderat positiver Faktor für den Dollar.

Die durchschnittliche Volatilität von GBP/USD in den letzten 5 Handelstagen beträgt 70 Pips und wird als „mittel“ eingestuft. Für Freitag, den 18. September, erwarten wir daher eine Bewegung innerhalb der Spanne von 1,3273–1,3413. Der längere Linear-Regression-Kanal hat nach oben gedreht, was auf einen Aufwärtstrend hinweist. Der CCI ist in den überverkauften Bereich eingetreten und signalisiert ein mögliches Ende des Abwärtstrends.

Nächste Unterstützungszonen:

S1 – 1,3306

S2 – 1,3245

S3 – 1,3184

Nächste Widerstandszonen:

R1 – 1,3367

R2 – 1,3428

R3 – 1,3489

Handelsempfehlungen:

Das Währungspaar GBP/USD behauptet seinen Aufwärtstrend. Die Politik von Trump wird weiterhin auf der US-Wirtschaft lasten, weshalb wir nicht mit einer langfristigen Dollarstärke rechnen. Bisher war 2026 für den Dollar aufgrund der Geopolitik positiv, doch jede Geschichte endet einmal. Im Wochenchart besteht weiterhin eine Seitwärtsrange zwischen 1,3150 und 1,3780 innerhalb eines vierjährigen Aufwärtstrends, was die Erwartung einer anhaltenden Aufwertung des Pfunds im mittelfristigen Horizont stützt. Long-Positionen mit Kurszielen bei 1,3550 und 1,3611 können in Betracht gezogen werden, solange sich der Kurs oberhalb des gleitenden Durchschnitts hält. Fällt der Kurs unter den gleitenden Durchschnitt, wären Short-Szenarien mit Zielen bei 1,3306 und 1,3276 gerechtfertigt.

Erklärungen zu den Abbildungen:

Regression Channels helfen dabei, den aktuellen Trend zu bestimmen. Wenn beide in dieselbe Richtung zeigen, bedeutet das, dass der Trend derzeit stark ist;

Die Moving-Average-Linie (Einstellungen 20,0, smoothed) definiert den kurzfristigen Trend und die Richtung, in die aktuell gehandelt werden sollte;

Murray Levels sind Zielmarken für Bewegungen und Korrekturen;

Volatilitätsniveaus (rote Linien) bilden den wahrscheinlichen Preiskanal ab, in dem sich das Paar auf Basis der aktuellen Volatilitätsindikatoren in den nächsten 24 Stunden voraussichtlich bewegen wird;

Der CCI-Indikator – sein Eintritt in den überverkauften Bereich (unter -250) oder den überkauften Bereich (über +250) deutet darauf hin, dass eine Trendumkehr in die Gegenrichtung näher rückt.