Am Mittwoch gibt EUR/USD die Gewinne gegenüber dem US‑Dollar, die das Währungspaar am Dienstag verbuchen konnte, erneut ab. Der Euro steht sowohl durch die gestiegenen Ölpreise als auch durch einen festeren Dollar gegenüber einem Währungskorb unter Druck, da die Märkte auf die Veröffentlichung des Protokolls der jüngsten Sitzung der Federal Reserve warten. Selbst die optimistischen Daten zur deutschen Industrieproduktion konnten die Gemeinschaftswährung nicht stützen.
Nach Angaben des Statistischen Bundesamts ist die Industrieproduktion in Deutschland im September um 2 % gestiegen. Damit wurde der Rückgang um 1,2 % im August nahezu vollständig wettgemacht und die Prognose eines Anstiegs um 0,5 % deutlich übertroffen. Im Jahresvergleich legte die Produktion nach einem Minus von 1,6 % im Vormonat um 2,3 % zu.
Die Märkte ignorierten diese positiven Zahlen jedoch, da Zurückhaltung und Risikoaversion überwiegen. Eine erneute Eskalation der Spannungen im Nahen Osten treibt die Ölpreise abermals nach oben. Der Preis für ein Barrel Brent-Rohöl ist wieder über die psychologisch wichtige Marke von 100 US‑Dollar gestiegen und belastet damit das Wirtschaftswachstum im Euroraum erheblich.
Unterdessen brachte der Mittwoch dem US‑Dollar eine Stabilisierung, da er sich gegenüber den meisten anderen Währungen erholte und sich die Anleger auf die Veröffentlichung des Protokolls der FOMC‑Sitzung vom September vorbereiten, das für heute angesetzt ist. Zur Erinnerung: Erstmals seit drei Jahren hat die Fed ihren Leitzins um 25 Basispunkte angehoben und zugleich auf die Möglichkeit weiterer geldpolitischer Straffung hingewiesen.
Aus technischer Sicht versucht das Währungspaar, sich oberhalb von 1,1200 zu halten. Gleichzeitig sind die Oszillatoren negativ und bestätigen damit den Vorteil der Bären am Markt. Allerdings ist der Relative Strength Index (RSI) in den überverkauften Bereich vorgedrungen, was Raum für eine Gegenbewegung eröffnet. Der Bereich 1,1260–1,1285 bleibt der Widerstand. Das Oktobertief fungiert nun als Unterstützung.