Auswertung der EUR/USD-Analyseergebnisse für den 9. Oktober. Der Euro leidet weiter

Analyse EUR/USD 5M

Das Währungspaar EUR/USD konnte am Donnerstag zwar leicht zulegen, doch half dies kaum weiter. Seit mehr als einer Woche versucht der Euro mit aller Kraft, dem Vormarsch des US-Dollars zu widerstehen, ist jedoch nicht einmal in der Lage, eine Korrektur zu vollziehen, die dem nahezu 500-Pip-Rückgang angemessen wäre. Natürlich kann der Dollar nicht ewig steigen, aber im Moment ist es äußerst schwer vorstellbar, was ihn auch nur zu einem leichten Rückgang – selbst nur im Rahmen einer Korrektur – veranlassen könnte. Wir bewerten die aktuelle Bewegung weiterhin als unlogisch, träge und spekulativ. Die derzeitige Pause im Abwärtstrend könnte lediglich eine Verschnaufpause sein und nicht der Beginn eines neuen Aufwärtstrends. Obwohl das technische Bild auf den höheren Zeitrahmen bereits seit etwa einem Jahr auf die Notwendigkeit der Wiederaufnahme eines globalen Aufwärtstrends hinweist, interpretiert der Markt nahezu jedes Ereignis zugunsten des Dollars und ignoriert Faktoren, die positiv für den Euro sind. Damit funktioniert die Kette „Fundamentaldaten/Geopolitik/Makroökonomie – Preisbildung“ derzeit nicht.

Aus technischer Sicht bleibt der Abwärtstrend intakt. Der Markt kauft bereits in der fünften Woche in Folge den Dollar. Die Trendlinie ist weiterhin relevant, und der Kurs notiert unter den Ichimoku-Linien; somit ist der Rückgang des Währungspaars aus technischer Sicht vollkommen stimmig. Mit einer Erholung des Euro ist erst zu rechnen, wenn die Trendlinie überwunden wird.

Im 5-Minuten-Chart bildeten sich am Donnerstag zwei Verkaufssignale in Form von Abprallern aus dem Bereich von 1,1221–1,1225. Nach diesen Abprallern fiel der Kurs zwar leicht, konnte die Bewegung jedoch nicht weiter ausbauen. Heute wird das Paar diesen Bereich voraussichtlich nach unten durchbrechen und die moderate Abwärtskorrektur fortsetzen.

COT-Report

Der jüngste COT-Bericht ist auf den 29. September datiert. Auf dem Wochenchart (TF) bleibt die Netto-Position der nicht-kommerziellen Händler „bärisch“ und ist im Jahr 2026 infolge geopolitischer Ereignisse deutlich zurückgegangen. Händler stoßen seit sechs Monaten den Euro zugunsten des US-Dollar ab. Die Politik von Donald Trump hat sich nicht verändert, doch der Dollar hat zeitweise wieder als „Reservewährung“ fungiert.

Wir sehen jedoch nach wie vor keine fundamentalen Faktoren, die die US-Währung weiter stärken würden. Der Krieg im Nahen Osten hat den Dollar vorübergehend extrem attraktiv gemacht, und der geldpolitische Kurs der Federal Reserve hat den Dollar bereits zum zweiten Mal in diesem Jahr positiv überrascht. Langfristig könnte der Euro sogar bis auf 1,08 US-Dollar (die Trendlinie) fallen, doch der Aufwärtstrend bliebe weiterhin intakt. In den vergangenen Wochen hat der Markt jedoch ausschließlich Faktoren eingepreist, die für den Dollar sprechen, und alle anderen ignoriert.

Die Stellung der roten und blauen Indikatorlinien deutet auf eine in etwa ausgeglichene Kräfteverteilung zwischen Bullen und Bären hin. In der letzten Berichtswoche stiegen die Long-Positionen der Gruppe „Non-commercial“ um 17.500 Kontrakte, während die Short-Positionen um 28.400 Kontrakte zunahmen. Entsprechend verringerte sich die Netto-Position in dieser Woche um 10.900 Kontrakte.

Analyse EUR/USD 1H

Im Stundenchart setzt EUR/USD den Abwärtstrend fort. Die Fed hat den Abwärtstrend maßgeblich angeschoben, aber dieser Faktor kann die Dollarstärke mehrere Wochen nach der Sitzung kaum noch erklären. Die European Central Bank hätte den Euro eigentlich stützen sollen, nachdem sie im Jahr 2026 die Zinsen zweimal erhöht hat, und die US-Arbeitsmarktdaten hätten sogar einen Dollar-Einbruch auslösen können. Der Markt sieht jedoch keine Faktoren mehr, die den Euro unterstützen. Daher setzt der Dollar seinen starken Trend fort, der nun ausschließlich von der Marktstimmung abhängt.

Für den 9. Oktober heben wir die folgenden Handelsmarken hervor — 1,1092, 1,1147, 1,1221, 1,1274, 1,1362–1,1368, 1,1461–1,1473, 1,1536–1,1542, 1,1585, 1,1657–1,1665 sowie die Senkou-Span-B-Linie (1,1285) und die Kijun-sen (1,1222). Die Linien des Ichimoku-Indikators können sich im Laufe des Tages verschieben, daher ist dies bei der Bestimmung von Handelssignalen zu berücksichtigen. Vergessen Sie nicht, den Stop-Loss auf Break-even nachzuziehen, sobald sich der Kurs 15 Pips in die richtige Richtung bewegt. So schützen Sie sich vor möglichen Verlusten, falls sich das Signal als falsch erweist.

Am Freitag stehen in der Eurozone keine wichtigen Veröffentlichungen an, und in den USA wird der University of Michigan Index für das Verbrauchervertrauen veröffentlicht. Wir rechnen nicht mit einer nennenswerten Marktreaktion, sodass die heutigen Bewegungen erneut überwiegend technischer Natur sein werden.

Kurze Zusammenfassung der obigen Analyse:

Trader können Kursziele für Short-Positionen im Bereich von 1,1147 in Betracht ziehen, falls der Kurs heute im Bereich 1,1221–1,1222 nach unten abgewiesen wird. Wird die Trendlinie nach oben durchbrochen, kommen Kursziele für Long-Positionen in Frage: 1,1285 und 1,1362–1,1368.

Erläuterungen zu den Abbildungen:Unterstützungs- und Widerstandsmarken (resistance/support) — dicke rote Linien, an denen eine Bewegung enden kann. Sie liefern selbst keine Handelssignale.Kijun-sen- und Senkou-Span-B-Linien — Ichimoku-Indikatorlinien, die aus dem 4-Stunden-Chart in den Stundenchart übertragen wurden. Es handelt sich um starke Linien.Extremniveaus — dünne rote Linien, von denen der Kurs zuvor abgeprallt ist. Sie dienen als Quelle für Handelssignale.Gelbe Linien — Trendlinien, Trendkanäle und sonstige charttechnische Formationen.Indikator 1 in den COT-Charts — die Größe der Netto-Position jeder Händlerkategorie.