Der Rückgang des japanischen Yen gewinnt an Dynamik, da die Erwartungen an eine weitere Divergenz in der Geldpolitik zwischen Japan und den Vereinigten Staaten wachsen. Während die US-Notenbank weiterhin vor schwierigen politischen Entscheidungen steht und zu einer restriktiven Haltung neigt, kämpft die Bank of Japan mit dem Timing und der Machbarkeit zukünftiger Zinserhöhungen. Dieses Ungleichgewicht setzt den Yen unter anhaltenden Druck.

Auch Spekulationen über mögliche vorgezogene Neuwahlen, die von Premierministerin Sanae Takaichi einberufen werden könnten, belasten die japanische Währung. Viele Händler sind besorgt, dass ein Regierungswechsel zu einer Verschiebung in der Wirtschaftspolitik führen und die Attraktivität des Yens untergraben könnte. Es sei daran erinnert, dass der Yen nach Takaichis Amtsübernahme im letzten Jahr mit einem starken Rückgang reagierte, da die neue Premierministerin sofort einen wirtschaftlichen Stimulus- und Unterstützungsplan ankündigte. Dieser Ansatz steht im Gegensatz zu den Plänen der Zentralbank, die Zinsen zu erhöhen.
Nach dem gestrigen aggressiven Ausverkauf des Yens verstärkten japanische Beamte ihre verbalen Interventionen und warnten vor übermäßiger Währungsspekulation. Es bleibt jedoch unklar, ob konkrete Maßnahmen zur Unterstützung des Yens ergriffen werden. Direkte Interventionen am Devisenmarkt sind ein kostspieliges und oft ineffektives Instrument, und die Regierung wird wahrscheinlich davon absehen, es zu nutzen, solange die Situation nicht kritisch wird.
Es wird prognostiziert, dass der Yen weiter schwächeln könnte und möglicherweise das Niveau von 160 gegenüber dem US-Dollar erreicht, es sei denn, es gibt signifikante Veränderungen in der Geldpolitik oder entschlossene Regierungsmaßnahmen zur Unterstützung der Währung. Eine weitere Abwertung des Yens könnte zu höheren Importkosten und einem Anstieg des Inflationsdrucks in Japan führen, was zusätzliche Herausforderungen für die Wirtschaft schaffen würde.
Kurzfristig werden Händler die Dynamik des Yens genau beobachten und nach Signalen für politische Veränderungen von der Bank of Japan, Regierungsentscheidungen in Bezug auf mögliche Wahlen und jegliche Anzeichen einer offiziellen Intervention am Devisenmarkt Ausschau halten. All diese Faktoren werden eine Schlüsselrolle bei der Bestimmung der zukünftigen Richtung der japanischen Währung spielen.
Was den aktuellen technischen Ausblick für USD/JPY betrifft, so müssen Käufer den nächstgelegenen Widerstand bei 159,10 durchbrechen. Dies würde den Weg in Richtung 159,45 öffnen, ein Niveau, das als schwer zu überwinden gilt. Das entferntere Aufwärtsziel liegt bei 159,75. Im Falle eines Rückgangs werden die Bären versuchen, bei 158,75 die Kontrolle zurückzugewinnen. Ein erfolgreicher Durchbruch unter dieses Niveau würde den bullischen Positionen einen schweren Schlag versetzen und könnte USD/JPY in Richtung des Tiefs von 158,46 drücken, mit dem Potenzial für eine weitere Bewegung bis zu 158,22.
