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FX.co ★ Der Dollar bewegt sich auf dünnem Eis

Der Dollar bewegt sich auf dünnem Eis

Hat der US-Präsident seinen Willen quasi durch göttliches Fügung? Leider versteht jeder, der sich mit Wirtschaftstheorie auskennt, dass Donald Trumps Ideen verrückt sind. Den Leitzins auf 1 % zu senken, während die Inflation über dem 2 %-Ziel liegt, würde das Wachstum der Verbraucherpreise außer Kontrolle geraten lassen. Gleichzeitig würde der Dollar geschwächt werden. Genau das möchte der Bewohner des Weißen Hauses wohl erreichen, um die Wettbewerbsfähigkeit der US-Produzenten zu steigern. Das Problem ist jedoch, dass der Rückgang des USD-Indexes nicht schrittweise erfolgen wird. Es wird einem Sturz von einer Klippe ähneln.

Der US-Dollar ist die wichtigste Reservewährung. Er macht etwa 60 % der Devisenreserven der Zentralbanken aus. Jede von ihnen möchte sicher sein, dass fehlerhafte Entscheidungen des Weißen Hauses nicht zu unkontrollierter Inflation und zur Abwertung ihrer Vermögenswerte führen werden. Sollten solche Zweifel aufkommen, würden amerikanische Vermögenswerte abverkauft werden, was einen Einbruch des USD-Indexes auslösen könnte. Ein charakteristisches Beispiel ist die Reaktion des Anleihemarktes auf Eskalationen von Konflikten zwischen der Exekutive und der Federal Reserve. Die Renditen der Staatsanleihen stiegen in solchen Momenten an, was darauf hinweist, dass sie abgestoßen wurden.

Dynamik der Renditen von US-Staatsanleihen

Der Dollar bewegt sich auf dünnem Eis

Wenn es Donald Trump gelingt, seine verrückten Pläne umzusetzen, wird der US-Dollar einem Absturz nicht entkommen. Bisher betrachten die Märkte ein solches Szenario allerdings als unwahrscheinlich, was Druck auf EUR/USD ausübt.

Laut Credit Agricole wird die Idee der Divergenz in der Geldpolitik zwischen der Fed und der Europäischen Zentralbank nicht verwirklicht. Die Fed wird den Leitzins bis Jahresende bei 3,75 % belassen, und der große Abstand zum Einlagensatz der EZB wird Druck auf den Euro ausüben. Die Stärke der US-Wirtschaft und das Thema künstliche Intelligenz werden weiterhin Kapital aus der EU in den US-Aktienmarkt anziehen. Gleichzeitig werden hohe Kreditkosten das Hedging teuer machen und dessen Umfang verringern. Davon wird der Dollar profitieren.

Credit Agricole nennt geopolitische Risiken einen Gegenwind für EUR/USD. Besonders wegen potenzieller Konflikte zwischen den USA und der NATO über Grönland sowie zwischen den USA und China über den Iran, Venezuela und Japan. Ein Scheitern der Diplomatie in der Ukraine würde den bewaffneten Konflikt verlängern und die Wirtschaft der Eurozone weiter verlangsamen. Schließlich können politische Risiken in Europa jederzeit wieder auftauchen. Frankreich wird weiterhin Druck auf den Euro ausüben.

Der Dollar bewegt sich auf dünnem Eis

Wenn Trumps Pläne für eine fiskalische Dominanz nicht verwirklicht werden, ist es wahrscheinlicher, dass das Hauptwährungspaar seinen Abwärtstrend fortsetzt, anstatt zu einem erneuten Aufwärtstrend zurückzukehren.

Technisch gesehen bildet das Währungspaar EUR/USD auf dem Tageschart eine Inside-Bar. Händler können ausstehende Kaufaufträge für den Euro bei 1,1675 $ und Verkaufsaufträge bei 1,1650 $ platzieren.

*Die zur Verfügung gestellte Marktanalyse dient zu den Informationszwecken und sollte als Anforderung zur Eröffnung einer Transaktion nicht ausgelegt werden
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