
Die globalen Finanzmärkte reagierten mit einem starken Anstieg der Volatilität auf die eskalierenden geopolitischen Spannungen rund um Grönland. Am Montag, den 12. Januar 2026, erreichte der Goldpreis einen beispiellosen Wert von 4.600 US-Dollar pro Unze, und europäische Verteidigungsaktien erreichten neue Allzeithöchststände, mit einem wöchentlichen Gewinn von 10 % – die beste Leistung seit fünf Jahren.
Die Panik unter den Investoren wurde durch zunehmend realistisch erscheinende Drohungen des ehemaligen US-Präsidenten Donald Trump ausgelöst, die Kontrolle über das arktische Territorium entweder durch Kauf oder durch Gewalt zu übernehmen.
Die Marktreaktion spiegelt die wachsende Besorgnis wider, dass solche Aktionen Washingtons nicht nur die Stabilität in der Arktis untergraben, sondern auch die NATO spalten und die nach dem Zweiten Weltkrieg etablierte internationale Ordnung bedrohen könnten. Der europäische Kommissar für Verteidigung und Raumfahrt, Andrius Kubilius, erklärte am Montag, dass eine gewaltsame Übernahme Grönlands durch die USA "das Ende der NATO" bedeuten und äußerst negative Konsequenzen für die Gesellschaft nach sich ziehen würde.
Bis vor kurzem wurden Trumps Äußerungen über Grönland als Rhetorik wahrgenommen. Doch alles änderte sich nach der Operation "Absolute Resolve" – einem plötzlichen Überfall us-amerikanischer Streitkräfte, der am 3. Januar 2026 zur Gefangennahme des venezolanischen Präsidenten Nicolas Maduro führte. Dieser Schritt zeigte die Bereitschaft der USA, zuvor geäußerte Drohungen in die Tat umzusetzen, und erhöhte sofort die wahrgenommenen Risiken in Bezug auf das arktische Territorium.
"Wenn Sie sich die Goldpreise ansehen, schreien sie geradezu, dass die Märkte sich um geopolitische Risiken sorgen," bemerkte Matthew Miskin, Co-Chefstratege für Investitionen bei Manulife John Hancock Investments.
Vor diesem Hintergrund stieg Gold in der letzten Woche um mehr als 4%, während die Aktien europäischer Verteidigungsunternehmen beeindruckende Gewinne erzielten: Der deutsche Panzerhersteller Rheinmetall stieg um 19%, und der schwedische Saab machte einen Sprung von 22%.
Analysten betonen, dass die Konsequenzen eines möglichen Konflikts über Grönland weit über die Arktis hinausgehen würden. "Dies würde die globale Ordnung infrage stellen, die seit Bretton Woods II oder dem Ende des Zweiten Weltkriegs weitgehend etabliert wurde, als die NATO gegründet wurde," sagte Stephen Kolano, Chief Investment Officer bei Integrated Partners.

Dänemark, das formell Grönland kontrolliert, reagierte scharf. Premierministerin Mette Frederiksen nannte die aktuelle Situation "einen entscheidenden Moment" und betonte das Engagement des Landes für das internationale Recht und das Prinzip der Selbstbestimmung. Führende Politiker aus Frankreich, Deutschland, Italien und dem Vereinigten Königreich drückten ihre Unterstützung für Kopenhagen aus und erklärten einstimmig, dass die Zukunft Grönlands nur von seinem Volk entschieden werden darf.
Trotz des raschen Anstiegs von Gold- und Verteidigungsaktien bleiben die breiten Marktindizes nahe den Allzeithochs, was die Schwierigkeit unterstreicht, Portfolios angesichts von geopolitischen Schocks mit niedriger Wahrscheinlichkeit, aber extrem hohen Auswirkungen auszubalancieren.
Im Falle einer echten militärischen Intervention der USA könnten die Folgen massiv sein. Wie Jack Ablin, Chief Investment Officer bei Cresset Capital, warnte, wäre eine solche Entwicklung "ein bedeutendes Ereignis, das Risikoaversion an den Aktienmärkten auslösen und den Dollar schwächen würde".
Die aktuelle Situation schafft Gelegenheiten für taktische Positionierungen. Erstens bleibt Gold ein verlässlicher sicherer Hafen: Der Kauf von physischem Gold, Edelmetall-ETFs oder Futures kann ein Portfolio vor einem potenziellen Aktienmarktcrash schützen. Zweitens ziehen europäische Verteidigungsaktien wie Rheinmetall und Saab weiterhin Aufmerksamkeit auf sich — ihre Kursgewinne könnten sich im Falle einer weiteren Eskalation beschleunigen.
Schließlich könnten Händler Short-Positionen im Dollar oder Optionen auf Währungsvolatilität in Betracht ziehen, falls die USA aggressive Schritte unternehmen, die nach Ansicht von Analysten zu einer Schwächung der amerikanischen Währung führen würden. Angesichts der niedrigen Basiswahrscheinlichkeit dieses Szenarios ist es jedoch wichtig, Risiken zu diversifizieren und übermäßigen Hebel zu vermeiden.
