
Gold hat ein neues Allzeithoch erreicht und kürzt nun teilweise seine Tagesgewinne. Ein bedeutender Korrekturrückgang erscheint jedoch angesichts eines günstigen fundamentalen Umfelds unwahrscheinlich.
Am Samstag drohte Donald Trump, ab dem 1. Februar zusätzliche 10% Zölle auf europäische Waren aus acht Ländern zu erheben und verband diesen Schritt mit der Weigerung, einem Deal zur Übernahme Grönlands zuzustimmen. Trump stellte klar, dass der Satz im Juni auf 25% steigen würde, falls keine Einigung erzielt wird. Führende EU-Länder beschrieben die mit der Grönland-Frage verknüpften Zollandrohungen als Erpressung, während Paris vorschlug, mit bisher ungenutzten wirtschaftlichen Gegenmaßnahmen zu reagieren. Diese Situation hat erneut Ängste vor Handelskonflikten geschürt und den Goldpreis, der als sicherer Hafen gilt, auf ein neues Rekordhoch getrieben.
Inmitten der eskalierenden Konfrontation mit Washington gab Iran eine weitere Warnung heraus, dass jeder Versuch, das Leben von Obersten Führer Ayatollah Ali Khamenei zu gefährden, einen groß angelegten Krieg auslösen könnte. Hinzu kommt die Eskalation des Russland-Ukraine-Konflikts, die die geopolitischen Spannungen aufrechterhält und die Position von Gold als sicheren Hafen weiter stärkt. Der ukrainische Außenminister Andrii Sybiha erklärte, dass es Hinweise darauf gibt, dass Moskau Angriffe auf kritische Infrastrukturen im Zusammenhang mit Kernkraftwerken erwägt. Präsident Wolodymyr Selenskyj fügte hinzu, dass die russischen Angriffe kein Interesse an einer diplomatischen Lösung oder der Beendigung des Konflikts gezeigt haben.
Trump sagte, er bevorzuge es, Kevin Hassett, Direktor des National Economic Council, in seiner aktuellen Position zu belassen, und deutete gleichzeitig an, einen anderen Kandidaten anstelle des Fed-Vorsitzenden Jerome Powell zu ernennen. Dies veranlasste Investoren, ihre Erwartungen an eine aggressivere Zinspolitik der Fed zurückzuschrauben. Dennoch kämpft der US-Dollar weiterhin, trotz einer Neubewertung der Wahrscheinlichkeit von Zinssenkungen der Fed im Jahr 2026, erheblich, nachdem er letzte Woche vom Januar-Hoch, das am 9. Dezember erzielt wurde, stark zurückgegangen ist. Dies ist ein zusätzlicher Faktor, der zur starken Tagesrally des Edelmetalls beiträgt.
Für bessere Handelsmöglichkeiten sollte man am Donnerstag auf die Veröffentlichung des US-Personal Consumption Expenditures (PCE) Price Index und die abschließende Schätzung des US-BIP im dritten Quartal achten, die voraussichtlich neuen Schwung für den Dollar und folglich für das Edelmetall liefern werden. Das fundamentale Bild scheint jedoch Goldkäufern zu begünstigen und bestätigt das Potenzial für die Fortsetzung des Aufwärtstrends.
Aus technischer Sicht ist zu beachten, dass die Oszillatoren im Tageschart sich im überkauften Bereich befinden, was auf eine mögliche Preiskorrektur hindeutet. Das gelbe Metall hat eine solide Unterstützung bei der Marke von 4.630 gefunden. Ein Scheitern, dieses Level zu halten, würde einen Rückgang auf 4.560 bedeuten.
