
Am Montag bewegt sich das Paar EUR/GBP innerhalb seiner bisherigen Spanne, was ein relatives Gleichgewicht zwischen Euro und Pfund Sterling unter den aktuellen Marktbedingungen widerspiegelt.
Die jüngsten Inflationsdaten aus der Eurozone weisen weiterhin auf einen stetigen disinflationären Trend hin. Der Harmonisierte Verbraucherpreisindex (HVPI) für Dezember wurde auf 1,9% im Jahresvergleich von der vorläufigen Schätzung von 2,0% nach unten korrigiert, nachdem er im November bei 2,1% lag und unterhalb der Konsensprognose ausfiel. Der Kern-HVPI wurde mit 2,3% im Jahresvergleich bestätigt, nachdem er im Vormonat 2,4% betrug, was auf eine weitere Entspannung des Preisdrucks hindeutet. Vor diesem Hintergrund behält die Europäische Zentralbank eine vorsichtige Haltung bei und folgt einem datenabhängigen Ansatz von Sitzung zu Sitzung, wobei sie auf Vorabverpflichtungen hinsichtlich des künftigen Zinspfads verzichtet. Dies stützt den Euro auf dem aktuellen Niveau.
Auf geopolitischer Ebene sorgen steigende Handelskonflikte zwischen der Europäischen Union und den Vereinigten Staaten für ein gewisses Maß an Unsicherheit bei Marktteilnehmern. Europäische Beamte haben ihre Bereitschaft signalisiert, Vergeltungsmaßnahmen zu ergreifen, falls die von US-Präsident Donald Trump angekündigten Zollmaßnahmen umgesetzt werden. Gleichzeitig haben sich EU-Botschafter darauf geeinigt, den diplomatischen Druck auf Washington zu erhöhen und potenzielle Gegenmaßnahmen vorzubereiten.
Im Gegensatz dazu erklärte der britische Premierminister Keir Starmer, dass Zölle eine fehlgeleitete Politik seien und in den Beziehungen zu Verbündeten nicht angewendet werden sollten. Er betonte das Engagement des Vereinigten Königreichs für Partnerschaft und offenen Dialog.
Für bessere Handelsmöglichkeiten im Paar EUR/GBP sollte man auf die Veröffentlichung der britischen Arbeitsmarktdaten für die drei Monate bis November achten, die für Dienstag erwartet werden. Der Marktkonsens geht davon aus, dass die ILO-Arbeitslosenquote von 5,1% auf 5,0% sinkt, während das Wachstum der Durchschnittsverdienste voraussichtlich auf 4,6% von 4,7% zurückgeht. Die Daten zum Verbraucherpreisindex (CPI) für Dezember sowie die Einzelhandelsumsätze und vorläufige S&P Global PMI-Werte für Januar werden ebenfalls genau beobachtet, um neue Signale für die Geldpolitik der Bank of England zu erhalten.
Unter diesen Bedingungen werden die Bewegungen im EUR/GBP wahrscheinlich weiterhin von einem Gleichgewicht der Faktoren bestimmt: Die stetige Disinflation in der Eurozone unterstützt den Euro, während das Vereinigte Königreich mit anhaltender makroökonomischer und monetärer Unsicherheit konfrontiert ist.
Aus technischer Sicht handelt das Paar weiterhin innerhalb eines absteigenden Kanals und bleibt in Konsolidierung. Oszillatoren sind negativ, was die Bären unterstützt. Sollte es den Preisen jedoch gelingen, das psychologische Niveau von 0,8700 mit starkem Momentum zu überwinden und den absteigenden Kanal zu verlassen, könnten die Bullen ihre Chance erhalten.
