Trotz einer signifikanten Schwäche des Dollars im Jahr 2025 und seinem Rückgang auf nahezu vierjährige Tiefstände im Jahr 2026 bleibt der US-Dollar-Index auf historisch hohen Niveaus. Seit den 1970er Jahren hat er zwei vergleichbare Höhepunkte erreicht – und beide Male brach er schnell ein. Es gibt eine Reihe von Parallelen zwischen der aktuellen Situation und diesen früheren Episoden.
In den 1980er Jahren war das Weiße Haus unzufrieden mit einem starken Dollar und argumentierte, dass er die Wettbewerbsfähigkeit der US-Hersteller untergrabe. Kommt Ihnen das bekannt vor? Donald Trump verwendet eine Rhetorik, die der vor vier Jahrzehnten ähnlich ist. Es überrascht daher nicht, dass die Investoren, sobald der Präsident einen schwächeren Greenback lobte, sofort an das Plaza Accord dachten – die koordinierte Intervention der Vereinigten Staaten und anderer Länder, die den USD-Index innerhalb von zwei Jahren um mehr als 40% fallen ließ.
Entwicklung des USD-Index

Die zweite Episode ereignete sich um die Jahrtausendwende. Zwischen 1995 und 2000 erstarkte der US-Dollar während des Dotcom-Booms, als Kapital über Internetfirmen in die Vereinigten Staaten floss. Nachdem diese Blase geplatzt war, fiel der US-Dollar-Index in einer breiten Verkaufswelle.
Die Geschichte wiederholte sich teilweise in den Jahren 2023–2025, jedoch lag der Schwerpunkt nicht bei Dotcoms, sondern bei Technologiegiganten. Lange Zeit dominierten die „Magnificent Seven“, und ausländische Investoren brachten Kapital auf einem Silbertablett in die USA. Der Prozess kehrte sich im April fast um, als das Weiße Haus Zölle einführte, aber ein schneller Wiederanstieg des S&P 500 stellte das Interesse der Ausländer an US-Aktien wieder her. Sie hedgten das Währungsrisiko dieser Investitionen, indem sie den Dollar verkauften.
Kapitalflüsse in US-Wertpapiere

Heute ist der breite Index in greifbarer Nähe zu neuen Rekordhöhen, während Gespräche über die Ineffizienz von Big Tech zu einer Rotation in Small-Cap-Aktien geführt haben. Dies erinnert erneut an das Platzen der Dotcom-Blase, das dem Kursrückgang des USD vorausging.

Somit sieht der langfristige Ausblick für den US-Dollar düster aus. Credit Agricole argumentiert jedoch, dass es zu früh ist, den Dollar aufzugeben. Die Bank nennt drei Gründe. Erstens begann der "Sell America"-Handel, sich im Jahr 2025 umzukehren. Zweitens ist das Risiko einer länger andauernden Schließung der US-Regierung gering, und ein Shutdown im Jahr 2026 wird voraussichtlich nicht lange dauern. Drittens werden geopolitische Spannungen im Nahen Osten den Dollar als sicheren Hafen unterstützen.
Technisch gesehen zeigt das Tagesdiagramm, dass EUR/USD einen Inside Bar erreicht hat und ein entschlossener Bärenangriff stattgefunden hat. Short-Positionen, die bei einem Bruch des Unterstützungsniveaus von 1,1905 eröffnet wurden, können bei einem erfolgreichen Test des Drehpunkts bei 1,1835 gestaffelt werden. In diesem Fall würde das Risiko eines weiteren Rückgangs in Richtung 1,1760 und 1,1690 zunehmen.
