
Der japanische Yen verzeichnet gegenüber einem sich abschwächenden US‑Dollar einen moderaten Gewinn im Tagesverlauf, vor dem Hintergrund von Spekulationen, dass die Behörden zu einer Intervention bereit sein könnten, um eine übermäßige Abwertung der Landeswährung zu verhindern. Japanische Offizielle haben ihre Rhetorik in Bezug auf eine mögliche Intervention verschärft und eine enge Abstimmung mit den Vereinigten Staaten zur Eindämmung starker Währungsschwankungen bestätigt. Dies löste eine Umkehr im USD/JPY von dem Niveau bei 157,65 aus – einem Zweiwochenhoch, das nach dem klaren Wahlsieg von Premierministerin Sanae Takaichi bei der Wahl am Sonntag erreicht worden war.
Die Wahlergebnisse ebnen den Weg für Takaichis expansive Fiskalpolitik und verstärken die Sorgen über Japans rekordhohe Staatsverschuldung. Zudem deuten neue Daten für Dezember auf den zwölften Monat in Folge mit rückläufigen Reallöhnen hin, da das nominale Lohnwachstum hinter der weiterhin erhöhten Verbraucherpreisinflation zurückblieb. Dies erhöht den Druck auf die Bank of Japan, nach der Zinserhöhung im Dezember auf ein 30‑Jahres‑Hoch mit weiterer Straffung vorsichtig vorzugehen.
Die optimistische Stimmung an den Finanzmärkten begrenzt die Attraktivität des Yen als sicherer Hafen und stützt das Währungspaar USD/JPY. Takaichis Liberaldemokratische Partei (LDP) sicherte sich mit Leichtigkeit 233 Sitze und damit die Mehrheit im Unterhaus – ein deutlicher Sieg. Dieses Ergebnis öffnet die Tür für Steuersenkungen und höhere Verteidigungsausgaben und verschärft den Druck auf die öffentlichen Finanzen Japans weiter.
Japans Finanzministerin Satsuki Katayama erklärte, sie sei bereit, bei Bedarf bereits am Montag in die Märkte einzugreifen, um den Yen zu stabilisieren. Sie bestätigte einen fortlaufenden Dialog mit dem US‑Finanzminister Scott Bessent und betonte Japans Recht, gegen Bewegungen zu intervenieren, die von fundamentalen Faktoren abweichen. Kabinettschef Minoru Kihara äußerte Besorgnis über einseitige Währungsbewegungen, während der Währungsdiplomat Atsushi Mimura eine enge Beobachtung mit erhöhter Wachsamkeit zusicherte, was den Yen zu Wochenbeginn zusätzlich stützte.
Das Arbeitsministerium meldete, dass die Nominallöhne im Dezember 2025 im Jahresvergleich um 2,4 % stiegen, nach revidierten +1,7 % zuvor, jedoch hinter den Konsensschätzungen zurückblieben. Die inflationsbereinigten Reallöhne gingen im Jahresvergleich um 0,1 % zurück und verzeichneten damit den zwölften Rückgang in Folge. Diese Daten dämpfen die Erwartungen einer baldigen Zinserhöhung der Bank of Japan, da die Notenbanker die Notwendigkeit eines anhaltenden Lohnwachstums vor weiteren geldpolitischen Straffungsschritten betonen.
Zusammen mit der weltweit ausgeprägten Risikobereitschaft an den Aktienmärkten bremst dies die Erholung des Yen. Indirekte Gespräche zwischen den USA und dem Iran über das Atomprogramm endeten am Freitag mit der Vereinbarung, einen diplomatischen Ansatz zu verfolgen, was das Konfliktrisiko im Nahen Osten trotz neu angekündigter Sanktionen verringert.
Der US‑Dollar steht den zweiten Tag in Folge unter Verkaufsdruck, da die Märkte mit Zinssenkungen der Federal Reserve rechnen (für 2026 sind zwei Senkungen eingepreist). Dies steht im Kontrast zur schrittweisen Normalisierung der Bank of Japan und begrenzt damit das Aufwärtspotenzial von USD/JPY. Anleger auf der Long‑Seite sollten daher vorsichtig agieren.

Für bessere Handelsmöglichkeiten lohnt es sich, auf die Veröffentlichung der US-Beschäftigungsdaten außerhalb der Landwirtschaft (Nonfarm Payrolls, NFP) am Mittwoch sowie auf die US-Inflationsdaten für die Verbraucherpreise am Freitag zu warten. Diese könnten den US-Dollar bewegen und den Aufwärtsschwung im USD/JPY erneuern. Dennoch sollte auch den US-Daten am Dienstag Aufmerksamkeit geschenkt werden, da die Einzelhandelsumsätze die Volatilität des Dollars und damit die Dynamik des Währungspaares beeinflussen werden.
Aus technischer Sicht zeigt USD/JPY nahe der 100-Stunden-EMA Widerstandsfähigkeit und stoppt die Intraday-Korrektur um 156,20, die nun als Referenzniveau für Intraday-Händler dient. Der MACD-Indikator ist negativ und signalisiert zunehmenden Abwärtsdruck. Der Relative-Stärke-Index (RSI) befindet sich ebenfalls im negativen Bereich.
Im Tageschart sind die Oszillatoren gemischt, wobei der RSI im positiven Bereich bleibt, was darauf hinweist, dass die Bullen vorerst noch die Kontrolle behalten. Das Paar notiert zudem über der 20-Tage-SMA, die sich bei etwa 156,50 befindet. Ein Durchbruch unter dieses Niveau würde auf einen Verlust der bullischen Kontrolle hindeuten.
