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FX.co ★ Die Abwertung des USD könnte sich beschleunigen

Die Abwertung des USD könnte sich beschleunigen

Der US‑Dollar gab gestern gegenüber einer Reihe von Währungen deutlich nach – insbesondere gegenüber dem Euro, dem Pfund, dem Yen und dem australischen Dollar –, wobei der stärkste Rückgang gegenüber dem Yuan zu verzeichnen war.

Die Abwertung des USD könnte sich beschleunigen

Die negativen Faktoren für den Dollar nehmen zu. Kommentare von Vertretern der Federal Reserve, die Behauptung von Präsident Donald Trump, Kevin Warsh würde mit allen Mitteln ein rasches US‑Wachstum liefern, sowie Warnungen aus Peking, dass chinesische Banken die Emission von Treasuries drosseln sollten, haben alle die Sichtweise verstärkt, dass US‑Vermögenswerte weniger attraktiv sind als früher.

Die Schritte Pekings sind bedeutsam, weil jeder Rückzug aus US‑Staatsanleihen einen breiteren globalen Trend zur Diversifizierung weg vom Dollar beschleunigt. Eine solche Verschiebung könnte die Rückführung von Kapital in chinesische Anlagen beschleunigen und dem Yuan strukturellen Rückenwind geben. Offizielle Stellen in Peking weisen zunehmend auf die Risiken einer starken Dollarkonzentration hin – und ihren Worten folgten Taten. Analysten schätzen, dass China seine Bestände an US‑Treasuries im vergangenen Jahr um rund 10% reduziert hat. Diese Verringerung verstärkt den Abwärtsdruck auf die Nachfrage nach Treasuries, erhöht die Aussicht auf höhere Renditen und untergräbt das Vertrauen in den Dollar als sicheren Hafen.

Die Diversifizierung der Währungsreserven ist inzwischen für viele Zentralbanken, insbesondere in Asien und im Nahen Osten, zu einer strategischen Priorität geworden. Saudi‑Arabien und Indien zum Beispiel haben ihre Allokationen in Yuan und andere Schwellenländerwährungen erhöht – Maßnahmen, die von geopolitischen Überlegungen sowie von engeren Handels‑ und Investitionsbeziehungen mit China getrieben werden. Diese Verschiebung schwächt die Dominanz des Dollars im internationalen Handel: Der Anteil der in Dollar abgerechneten Ölgeschäfte ist in den vergangenen zehn Jahren von etwa 80% auf rund 60% gesunken.

Auch große Investoren und andere bedeutende Marktteilnehmer gewichten ihre Portfolios aktiv um und wenden sich zunehmend Währungen wie dem Euro und dem Pfund Sterling zu. Innerhalb der Eurozone selbst haben Offizielle nach dem heftigen Grönland‑Streit wiederholt gewarnt, dass beim Aufbau von US‑Treasuries mehr Vorsicht geboten sei.

All dies eröffnet dem Yuan neue Perspektiven. Seine internationale Nutzung wird durch den digitalen Yuan beschleunigt, der bereits im Rahmen von Pilotprojekten für grenzüberschreitende Zahlungen eingesetzt wird. Sollte China seine Politik der Rückführung von Reserven fortsetzen, könnte dies eine Welle spekulativer Zuflüsse in CNY auslösen und die Währung gegenüber dem Dollar nach oben treiben. Risiken bestehen jedoch weiterhin: Marktschwankungen oder eine globale Rezession könnten den Trend umkehren, falls Investoren wieder verstärkt die Sicherheit traditioneller Anlagen suchen.

Der technische Ausblick für EUR/USD deutet darauf hin, dass Käufer versuchen sollten, das Niveau von 1,1925 zurückzuerobern. Damit würde sich der Weg für einen Test von 1,1957 öffnen. Von dort aus ist ein Anstieg bis 1,1994 möglich, wobei ein Ausbruch darüber hinaus ohne Unterstützung großer Marktteilnehmer schwierig wäre. Das erweiterte Ziel liegt bei 1,2037. Bei einem Rückgang ist in der Nähe von 1,1890 mit spürbarem Kaufinteresse zu rechnen. Bleiben dort Käufer aus, wäre es ratsam, auf ein neues Tief bei 1,1858 zu warten oder Long‑Positionen ab 1,1832 zu eröffnen.

Für GBP/USD gilt: Käufer des Pfund Sterling sollten zunächst den nächstgelegenen Widerstand bei 1,3698 überwinden. Erst dann können sie 1,3730 ins Visier nehmen, wobei ein Ausbruch darüber hinaus schwierig werden dürfte. Das erweiterte Ziel liegt bei etwa 1,3757. Fällt das Währungspaar, werden die Bären versuchen, bei 1,3660 die Kontrolle zu übernehmen. Gelingt ihnen das und wird diese Spanne nach unten durchbrochen, wäre dies ein schwerer Schlag für die bullischen Positionen und könnte GBP/USD bis auf 1,3625 drücken, mit Potenzial für eine Ausweitung bis 1,3585.

*Die zur Verfügung gestellte Marktanalyse dient zu den Informationszwecken und sollte als Anforderung zur Eröffnung einer Transaktion nicht ausgelegt werden
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