Die Angst ist an den US-Aktienmärkten zurückgekehrt, nachdem die Einzelhandelsumsätze ein düsteres Bild für die amerikanische Wirtschaft zeichneten und Altruist ein neues KI-Tool ankündigte, das in der Lage ist, personalisierte Steuerstrategien zu erstellen, indem es Finanzdokumente ohne manuellen Eingriff auswertet.
Während zuvor vor allem Softwarehersteller von Abverkäufen betroffen waren, versuchen Anleger nun, bei den Hauptprofiteuren dieser Portfolio-Rotation auszusteigen. Die Belastung traf Emittenten aus dem Finanzdienstleistungssektor und drückte den S&P 500 nach unten. Optimisten beruhigen die Märkte mit dem Argument, dass nichts Ungewöhnliches geschehen sei — es handele sich lediglich um eine Umschichtung von Vermögenswerten innerhalb der Portfolios.
Dynamik der US-Aktienhandelsvolumina

Diese Umschichtung hat zu rekordverdächtigen Aktienhandelsvolumina geführt. Der tägliche Umsatz erreichte im Januar 1,03 Billionen US-Dollar, ein Anstieg von 50 % gegenüber dem Vorjahr. Neunzehn Milliarden Aktien wechseln an jedem Handelstag den Besitzer und markieren damit einen historischen Höchststand.
UBS Global Wealth Management erwartet, dass der S&P 500 bis Juni auf 7.300 und bis Dezember auf 7.700 steigt, da solides Wirtschaftswachstum starke Unternehmensgewinne unterstützt. In diesem Zusammenhang war das Ausbleiben eines Anstiegs der Einzelhandelsumsätze im Dezember – einem Monat, in dem die Amerikaner üblicherweise lockerer mit ihrem Geld umgehen – ein Grund zur Sorge und führte zu Verkäufen im breiten Index.
Der Frühindikator der Atlanta Fed hat die Schätzung für das US-BIP im 4. Quartal von 4,2 % auf 3,7 % nach unten revidiert, und Capital Economics warnt, dass das schlechte Wetter im Januar die Wirtschaft zusätzlich bremsen dürfte. Im Gegensatz dazu argumentiert Wells Fargo, dass positive Gewinnüberraschungen und Steuererstattungen das BIPwachstum beschleunigen könnten.
Dynamik von S&P 500 ex Tech und Nasdaq Composite

Es scheint, dass Anleger das Glas weiterhin als halb voll betrachten. Die Rotation am Aktienmarkt hält an. Technologiewerte sind zu einem umgekehrten Karussell geworden, das Investoren eilig verlassen wollen, was die Volatilität erhöht. Im Gegensatz dazu sind ruhige Häfen in traditionellen Sektoren gefragt, und ihre Entwicklung ist direkt an die Gesundheit der US-Wirtschaft gekoppelt.

Unter diesen Bedingungen ist es wenig überraschend, dass der Russell 2000 und der Dow Jones besser abgeschnitten haben als der S&P 500 und der Nasdaq Composite. Die bisherigen Gewinner, einschließlich der Magnificent Seven, wurden aktiv verkauft, während eine unerwartet schwache Einzelhandelsumsatzzahl neue Sorgen über die weitere wirtschaftliche Entwicklung auslöste. Kann der Arbeitsmarktbericht für Januar helfen? Eine weitere Verschlechterung am Arbeitsmarkt würde die Diskussion über eine mögliche Rezession neu entfachen.
Aus technischer Sicht hat der S&P 500 im Tageschart den Fair Value bei 6.980 getestet. Dieser Test ist gescheitert, und die Bullen haben sich zurückgezogen. Ein erfolgreicher Ausbruch über dieses Niveau würde die Grundlage dafür schaffen, Long-Positionen aufzustocken.
