Das Währungspaar GBP/USD hat das letzte bullische Ungleichgewicht vollständig geschlossen und an dessen unterer Grenze eine Reaktion gezeigt. Damit hat sich – wie von mir erwartet – auch für das Pfund ein bullisches Signal gebildet. Das Wichtigste ist, dass Kaufsignale für sowohl das Pfund als auch den Euro nahezu gleichzeitig entstanden sind. Dies erhöht die Wahrscheinlichkeit einer weiteren Aufwärtsbewegung beider Währungspaare erheblich.

Derzeit wurden neue Trades eröffnet, und der Nachrichtenhintergrund stellt für die Bullen keine Hürde dar. Der US-Arbeitsmarkt bleibt schwach, und die US-Politik sorgt weiterhin sowohl im Inland als auch international für Unsicherheit. Aktuell sind weder bearishe Muster vorhanden noch klare Voraussetzungen für deren Entstehung. Bearishe Setups erfordern konkrete Katalysatoren und aktiven Verkaufsdruck, die der Markt im Moment nicht bietet.
Die Arbeitslosenquote in den USA ist gesunken, was grundsätzlich positiv ist. Die Revision der Arbeitsmarktdaten für 2025 hat jedoch die jüngsten Gewinne des US-Dollar wieder aufgezehrt. Aus meiner Sicht sind Dollar-Käufer (also Bären bei GBP/USD und EUR/USD) derzeit praktisch vom Markt verschwunden. Es agieren nur die Bullen. Erhöhen sie ihre Positionen, steigt das Währungspaar. Nehmen sie Gewinne mit, fällt es. Darin erschöpft sich derzeit die gesamte Mechanik der Bewegung.
Der Aufwärtstrend beim Pfund bleibt intakt, was durch die Chartstruktur bestätigt wird. Allein seit dem 5. November hatten Trader mindestens drei Gelegenheiten, Long-Positionen zu eröffnen, und in dieser Woche kam eine vierte hinzu. Bullishe Signale bilden sich regelmäßig, während bearishe Muster seit geraumer Zeit nicht mehr zu sehen sind. Meiner Meinung nach ist dies ein Fall, in dem man das Rad nicht neu erfinden muss. Es gibt aktuell keinerlei Anzeichen für eine bearishe Offensive. Ich sehe keinen Grund, Short-Positionen in Betracht zu ziehen.
Am Donnerstag unterstützte der Nachrichtenhintergrund zunächst in der ersten Tageshälfte den US-Dollar. Wie bereits erwähnt, sind die Bären jedoch nicht am Markt präsent, sodass es niemanden gibt, der den Dollar in nennenswertem Umfang kauft. Zugleich zeigte der Markt auch kein Interesse daran, das Pfund zu verkaufen – trotz schwachen Wachstums der britischen Wirtschaft und noch enttäuschenderer Daten zur Industrieproduktion. Langsam, aber sicher sinkt der Dollar weiter ab – sehr zur offensichtlichen Zufriedenheit von Donald Trump.
In dieser Woche steht nur noch der Inflationsbericht an, der zusätzlichen Druck auf die US-Währung ausüben könnte. Sollte sich die Inflation – wie von den Tradern erwartet – abschwächen, wäre dies ein weiterer Anlass, den Dollar so schnell wie möglich zu verkaufen.
In den USA deutet das gesamte Nachrichtenumfeld langfristig eher auf eine Schwächung als auf eine Stärkung des Dollars hin. Die Lage in den Vereinigten Staaten bleibt ausgesprochen komplex. Die Statistiken zum US-Arbeitsmarkt enttäuschen weiterhin häufiger, als dass sie überzeugen. Drei der letzten vier FOMC-Sitzungen endeten mit dovishen Entscheidungen. Trumps militärische Aggressionen, Drohungen gegenüber Dänemark, Mexiko, Kuba, Kolumbien, Iran, EU-Staaten, Kanada und Südkorea, das gegen Jerome Powell eingeleitete Strafverfahren, ein neuer „Shutdown“ sowie der Skandal um US-Eliten im Epstein-Fall verdeutlichen zusätzlich die aktuelle politische und strukturelle Krise im Land. Aus meiner Sicht haben die Bullen alles Nötige, um ihre Offensive bis weit ins Jahr 2026 hinein fortzusetzen.
Für einen bearishe Trend wäre ein dauerhaft positiver und stabiler Nachrichtenhintergrund für den US-Dollar erforderlich – etwas, das unter Donald Trump nur schwer vorstellbar ist. Hinzu kommt, dass der US-Präsident selbst keinen starken Dollar benötigt, da dieser das Handelsbilanzdefizit zementieren würde. Daher glaube ich nach wie vor nicht an einen nachhaltigen Abwärtstrend beim Pfund. Zu viele Risikofaktoren lasten weiterhin schwer auf dem Dollar. Sollten neue bearishe Muster entstehen, könnte man eine mögliche Korrektur des Pfunds in Betracht ziehen, doch im Moment sind solche Signale nicht erkennbar.
Terminkalender für die USA und das Vereinigte Königreich:
USA – Verbraucherpreisindex (13:30 UTC).
Am 13. Februar enthält der Wirtschaftskalender nur einen einzigen Eintrag, dieser ist jedoch von großer Bedeutung. Der Einfluss des Nachrichtenhintergrunds auf die Marktstimmung am Freitag wird spürbar sein, insbesondere in der zweiten Tageshälfte.
GBP/USD-Prognose und Trading-Empfehlungen:
Das Bild für das Pfund bleibt bullish. Ein neues Kaufsignal hat sich gebildet und wurde bislang nicht negiert. Die Bullen haben eine neue Offensive gestartet, die sich als langwierig und kräftezehrend erweisen könnte. Sie planen keinen schnellen Vorstoß. Warum Eile, wenn sich der Dollar auch schrittweise verkaufen lässt? Da am Aufwärtstrend kaum Zweifel bestehen, bleibt den Tradern nichts anderes, als auf klare Muster und Signale zu setzen und diese für Käufe zu nutzen. Imbalance 14 hat, wie erwartet, eine solche Gelegenheit geboten.
Als mögliches Aufwärtsziel hatte ich das Niveau von 1,3725 ins Auge gefasst, das bereits erreicht wurde, doch das Pfund könnte im Jahr 2026 deutlich höher steigen. Nach oben sind keine Grenzen gesetzt. Das nächste attraktive Kursziel scheint der Bereich um 1,4246 zu sein – das Hoch aus dem Juni 2021.
